Kaufverhalten

Wo leidenschaftliche Onlineshopper leben

Corona, Inflation und Ukraine-Krieg: Das Institut Ibi Research an der Universität Regensburg analysiert im Rahmen der aktuellen, kostenlos bestellbaren Studie „Konsumentenverhalten – quo vadis?“, wie sich das Einkaufs- und Bezahlverhalten der Verbraucher verändert.

14.09.2022

© Igor Stevanovic/stock.adobe.com

Die Zahl der Läden in ländlichen Regionen geht zurück. Es nimmt nicht wunder, dass die Verbraucher hier besonders häufig online einkaufen.

Der Onlinehandel boomt – und das nicht erst seit Corona. Der Anteil der traditionellen Ladenkäufer hat sich in den letzten zehn Jahren halbiert, wohingegen Onlineshops mittlerweile in jeder Altersklasse auf Nachfrage stoßen. Die Zahl der leidenschaftlichen Onlineshopper ist seit 2019 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Dabei stellt ein leidenschaftlicher Onlineshopper eine Person dar, die entweder alle oder einen großen Teil der Einkäufe online tätigt. Darunter sind vor allem Konsumenten im Alter von 16 bis 39 Jahren stark vertreten.

In der Studie wurde deutlich, dass das Kaufverhalten stark von der Größe des Wohnorts beeinflusst wird. „Wer in ländlichen Regionen lebt, bestellt besonders gerne online“, berichtet Nils Deichner, Senior Consultant bei ibi research. So kaufen 43 Prozent der Menschen aus kleineren Orten hauptsächlich im Internet ein – vermutlich aufgrund zu geringer Auswahl vor Ort. Außerdem sorgen Kinder im Haushalt dafür, dass mehr und häufiger online bestellt wird: Insgesamt 45 Prozent der befragten Haushalte mit Kindern zählen zu den leidenschaftlichen Onlineshoppern. 

PayPal vor Zahlung auf Rechnung

Acht von zehn Onlineshoppern haben laut Studie in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal PayPal für einen Online-Einkauf genutzt. Auf Platz 2 folgt die Zahlung auf Rechnung (75 Prozent). Kaufen die Konsumenten bei einem ihnen bislang unbekannten Onlineshop, nutzen 49 Prozent am liebsten PayPal und 35 Prozent die Rechnung. Andere Zahlungsverfahren kommen für die Verbraucher so gut wie nicht in Frage. 

Digitale Angebote gab es schon vor der Corona-Pandemie und sie wurden auch genutzt. Jedoch führten verschiedene Beschränkungen dazu, dass sie nun vermehrt wahrgenommen wurden. Mehr als ein Drittel der Befragten hat seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger Video-Konferenzen oder -Anrufe getätigt, in der jüngsten Altersgruppe sind es sogar 58 Prozent. Bei Restaurants haben 24 Prozent der Studienteilnehmer:innen häufiger online (inklusive Lieferung) bestellt als vor der Pandemie, zehn Prozent ordern vermehrt Lebensmittel bei Supermärkten via Internet.

Das sind nur einige Ergebnisse der aktuellen Studie „Konsumentenverhalten – quo vadis?“. Die vollständige Studie steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Schlagworte: Einzelhandel, Studie, Kaufverhalten, Coronakrise

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