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Supply Chain

Wie Verbraucher auf Lieferketten-Probleme reagieren

Weltweite Lieferketten-Engpässe belasten den Handel, die Erwartungen der Verbraucher an Warenverfügbarkeit und Liefergeschwindigkeit jedoch bleiben hoch. Laut einer Studie des Softwareanbieters SOTI stellen Konsumenten in der Folge bereits ihre Einkaufsgewohnheiten um.

01.02.2022

© ake1150 / stock.adobe.com

Die Coronapandemie verursacht Störungen entlang weltweiter Lieferketten.

Mehr als die Hälfte der Verbraucher in Deutschland (55 Prozent; 57 Prozent weltweit) gibt der Studie zufolge an, dass sie in letzter Zeit entweder alternative Artikel kaufen mussten, da die bevorzugten Produkte nicht verfügbar waren, oder dass sie bei anderen Händlern einkauften, die diese Artikel vorrätig hatten. Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent; 35 Prozent weltweit) erklärt, dass Artikel, die sie kaufen wollten, überhaupt nicht mehr erhältlich waren.

Diese Lieferprobleme führen dazu, dass knapp ein Drittel der Umfrageteilnehmer (32 Prozent; 34 Prozent weltweit) über längere Lieferzeiten klagt und die Lieferzeit für 42 Prozent (53 Prozent weltweit) den frustrierendsten Aspekt des Online-Einkaufs darstellt.

Da die Konsumenten hinsichtlich Schnelligkeit und Verfügbarkeit keine Abstriche hinnehmen wollen, wählen sie den Händler mit besonderer Sorgfalt aus. Mehr als ein Drittel (38 Prozent; 36 Prozent weltweit) gibt an, sich anderweitig umzusehen, wenn die Lieferung oder Abholung eines Artikels länger als zwei Tage dauert.

Da Lieferungen aus dem Ausland inzwischen mehr Zeit in Anspruch nehmen, haben 40 Prozent (52 Prozent weltweit) der Studienteilnehmer ihre Gewohnheiten geändert und geben an, Artikel aus dem Ausland mit geringerer Wahrscheinlichkeit zu bestellen als noch vor einem Jahr.

Hohe Ansprüche der Verbraucher

Aus den Ergebnissen der Studie geht eindeutig hervor, dass die Einzelhändler hinsichtlich der Bedürfnisse von Verbrauchern einen geringen Spielraum haben. Denn deren Ansprüche bleiben hoch:

► Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent; 68 Prozent weltweit) erwartet, jederzeit während des gesamten Liefervorganges zu wissen, wo sich ihre Bestellung befindet.

► Fast jeder Zweite (47 Prozent; 52 Prozent weltweit) stimmt zu, eher bei einem Einzelhändler einkaufen zu wollen, der mehrere Rückgabemöglichkeiten anbietet.

► Knapp die Hälfte (45 Prozent; 61 Prozent weltweit) bekundet, weiterhin bei den Herstellern einzukaufen, die die Waren am schnellsten liefern können.

► Mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent; 35 Prozent weltweit) hat angegeben, dass die Kenntnis über den Lieferdienst eines Einzelhändlers dazu geführt hat, dass eine Bestellung bei diesem Händler nicht abgeschlossen wurde.

Mit Blick auf die Zukunft gaben 51 Prozent (63 Prozent weltweit) der Befragten hinsichtlich neuer Zustellungsoptionen im Jahr 2022 an, dass sie die Abholung einer Online-Bestellung im Geschäft in Betracht ziehen würden (Click and Collect). Fast jeder Zweite (46 Prozent; 50 Prozent weltweit) kann sich vorstellen, eine Lieferung an eine bestimmte Abgabestelle als Option in Betracht zu ziehen.

Mit zunehmendem technologischem Fortschritt sind viele Verbraucher auch für größere Veränderungen bei der Art der Zustellung ihrer Ware offen. Fast die Hälfte (45 Prozent; 46 Prozent weltweit) gibt an, dass sie sich größere Pakete per autonomem Fahrzeug nach Hause oder an einen anderen geeigneten Ort und kleinere Pakete per Lieferdrohne (42 Prozent; 43 Prozent weltweit) zustellen lassen würden.

„Einzelhändler müssen heutzutage agil sein und sich mithilfe neuer Technologien an Veränderungen im Markt anpassen. Nur so werden sie aus der derzeit volatilen Situation gestärkt hervorgehen“, kommentiert Stefan Mennecke, Vice President of Sales, Central, Eastern, Southern Europe and MENA bei SOTI, die Studienergebnisse.

Die vollständige Studie steht nach Angabe von Kontaktdaten hier kostenlos zum Download bereit.

Datenbasis:
Das Marktforschungsinstitut Arlington Research befragte im Auftrag von SOTI mit Hilfe einer Online-Methode 10.000 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Erhebung erfolgte vom 20. November bis zum 2. Dezember 2021. Die Interviews mit den Befragten wurden wie folgt auf acht internationale Märkte aufgeteilt: USA (2.000 Interviews), Kanada (1.000 Interviews), Mexiko (1.000 Befragte), Großbritannien (2.000 Interviews), Deutschland (1.000 Interviews), Schweden (1.000 Interviews), Frankreich (1.000 Befragte) und Australien (1.000 Interviews).

Schlagworte: E-Commerce, Handelslogistik, Supply Chain, Lieferkette, Coronakrise

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