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Wie sich die Girocard-Nutzung während der Pandemie entwickelt hat

Die Girocard bleibt auch in dem von der Coronapandemie bestimmten Jahr 2020 als Zahlungsmittel gefragt: Mit knapp 5,5 Milliarden Transaktionen hat sie an der Kasse einen neuen Höchststand erreicht. Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Kreditwirtschaft.

15.02.2021

© Chinnarach / stock.adobe.com

Kontaktloses Bezahlen, wie es etwa mit der Girocard möglich ist, ist während der Pandemie gefragter als zuvor.

Im Vergleich zum Vorjahr zückten Verbraucher die Girocard rund eine Milliarde mal häufiger (2019: 4,5 Milliarden). Dies entspricht einem Wachstum um 22 Prozent. Wie die aktuelle Statistik der Kreditwirtschaft weiter zeigt, lag der Umsatz bei 236 Milliarden Euro und stieg damit um 12 Prozent (2019: 211 Milliarden Euro). Der seit Jahren zu beobachtende Wandel zur Kartenzahlung am Point of Sale hat sich während der Pandemie somit weiter fortgesetzt.

Insbesondere das kontaktlose Bezahlen befriedigt offensichtlich den Wunsch der Kunden und des Handels nach Abstand und Hygiene: Wurden im Januar 2020 erst rund vier von zehn Transaktionen kontaktlos durchgeführt, stieg dieser Anteil zum Jahresende auf rund 60 Prozent (Jahresende 2019: 36 Prozent) und liegt damit auch klar über dem Jahresdurchschnitt 2020 von 50,1 Prozent (Jahresdurchschnitt 2019: 27 Prozent). Der durch die berührungslosen Bezahlvorgänge realisierte Umsatz wuchs im gleichen Zeitraum um mehr als das Doppelte auf 97 Milliarden Euro (2019: 41 Milliarden Euro).

Zu den kontaktlosen Bezahlvorgängen zählt auch das Bezahlen mit der digitalen Girocard, die beispielsweise im Smartphone hinterlegt ist. Dieses hat sich immer weiter etabliert und werde künftig wohl noch häufiger an den Kassen des stationären Handels genutzt, so die Prognose der Kreditwirtschaft. Da die Zahlungsfreigabe hier ausschließlich über das eigene Smartphone, zum Beispiel über Fingerabdruck oder Gesichtserkennung (also ohne PIN-Eingabe in das Bezahlterminal) erfolgt, ist der Bezahlvorgang besonders hygienisch.

Kartenzahlung auch bei niedrigen Bonsummen

Kunden zücken die Girocard nicht nur beim Begleichen größerer Beträge, wie dem Wochenendeinkauf, sondern auch bei immer geringeren Bonsummen: Insgesamt sank der durchschnittliche Bezahlbetrag von 46,86 Euro im Jahr 2019 auf 43,14 Euro im Jahr 2020. Gleichzeitig stieg der Durchschnittsbetrag von kontaktlosen Zahlungen mit der Girocard auf 35,31 Euro (2019: 33,93 Euro). Das zeigt, wie selbstverständlich die Kartenzahlung mittlerweile genutzt wird – unabhängig von der Bonhöhe des Einkaufs. 

Viele Händler stehen gerade durch die Pandemie vor großen Herausforderungen: Um den Einkaufsvorgang für Kunden und Angestellte sicher und schnell abwickeln zu können, bitten Händler ihre Kunden aktiv darum, bargeldlos zu bezahlen. Und auch Geschäfte, die bisher vornehmlich auf Bargeld setzten, wie zum Beispiel kleinere inhabergeführte Läden sowie Bäckereien oder Kioske, bieten nun Kartenzahlung an. Entsprechend stieg die Anzahl der aktiven Girocard-Terminals laut Kreditwirtschaft im Jahr 2020 auf bis zu 904.000 - ein Zuwachs um über 30.000.

Rund 100 Millionen Girocards haben Banken und Sparkassen in Deutschland ausgegeben. Die Marke Girocard steht für den übergeordneten Rahmen der deutschen Kreditwirtschaft für ihre beiden Debitkarten-Zahlungssysteme: das Girocard Verfahren (ehemals Electronic Cash) als Debitkarten-Zahlverfahren und das Deutsche Geldautomaten-System.

Schlagworte: Payment, Girocard

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