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Retail-Investment

Wie sich der Markt für Handelsimmobilien 2021 entwickelt hat

Der Retail-Investmentmarkt entwickelte sich in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Jahres gut: Mit einem Umsatz von über 5,9 Mrd. Euro lag das Volumen laut einer Analyse von BNP Paribas Real Estate 16 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Welche Segmente als Umsatztreiber fungieren.

17.01.2022

© biky / Imago Images

Handelsimmobilien aus dem Lebensmittel-Segment gehören zu den Umsatztreibern für den Gesamtmarkt.

Auf den ersten Blick liefert die Gesamtbilanz des Retail-Investmentmarkts 2021, der mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 8,7 Mrd. Euro sowohl im Vorjahres- als auch im langjährigen Vergleich Rückgänge um 29 Prozent beziehungsweise 25 Prozent verbuchen muss, keine Anzeichen für eine dynamische Marktentwicklung. Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services, erkennt jedoch insbesondere im Resultat in der zweiten Jahreshälfte ein positives Signal für die kommenden zwölf Monate. Denn der Umsatz von über 5,9 Mrd. Euro bedeute nicht nur gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 16 Prozent, sondern auch, dass 68 Prozent des Gesamtergebnisses auf die letzten beiden Quartale des Jahres entfielen.

Erfreulich sei zudem, dass sich das Einzeldealvolumen mit knapp 4,9 Mrd. Euro auf dem gleichen Niveau einordnet wie im Gesamtjahr 2020. Im Umkehrschluss ist das gesunkene Investmentvolumen Scharf zufolge auf das Portfoliosegment (3,8 Mrd. Euro) zurückzuführen, das im Vorjahr vor allem durch Unternehmensübernahmen und Beteiligungen entscheidend in die Höhe getrieben wurde. Im Gegensatz dazu waren 2021 in besonderem Maße Fachmarktportfolios dominierend, die beachtliche 96 Prozent zum Portfoliovolumen beisteuerten. 

Die wenigen großvolumigen Einzelverkäufe, die zumeist den Unterschied zwischen hohen und niedrigen Volumina in den Top-Märkten ausmachen, kommen im Resultat für die A-Standorte zum Ausdruck: So ist der Umsatz mit 2,7 Mrd. Euro in den wichtigsten Einzelhandelsmetropolen um 24 Prozent gesunken, was dem niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre entspricht. In der Betrachtung der einzelnen Städte sind es erneut Berlin (1,1 Mrd. Euro) und München (630 Mio. Euro), die das Führungsduo bilden.

Fachmärkte teurer, Geschäftshäuser stabil  

Mit deutlichem Abstand folgen auf den weiteren Plätzen Köln (344 Mio. Euro), Hamburg (274 Mio. Euro), Düsseldorf (173 Mio. Euro), Frankfurt (124 Mio. Euro) und Stuttgart (78 Mio. Euro). Insgesamt zeigt die Analyse die große Bedeutung von Geschäftshäusern in den Top-Städten, die mit gut 52 Prozent über die Hälfte des Einzeldealvolumens auf sich vereinen.

Die hohe Attraktivität des Fachmarktsegments, insbesondere bezogen auf lebensmittelgeankerte Investments, hat sich 2021 der Analyse zufolge noch weiter herauskristallisiert: Während der Umsatzanteil dieser Sparte 2019 noch bei 39 Prozent lag, waren es 2020 bereits gut 57 Prozent und in den vergangenen zwölf Monaten stolze 68 Prozent des Ergebnisses. Dass das Volumen von gut 7 Mrd. Euro auf rund 5,9 Mrd. Euro gesunken ist, lässt sich hierbei mit den Unternehmensübernahmen von TLG und Real im Vorjahr begründen. Umfangreich beteiligt sind zudem Geschäftshäuser (20 Prozent). Shoppingcenter und Kaufhäuser kommen auf weitere elf beziehungsweise sechs Prozent.

Auch wenn der Gesamtumsatz zum Jahresende nicht für den Retail-Investmentmarkt spreche, lohne es sich, die einzelnen Treiber des Resultats zu beleuchten, so die Einschätzung von Christoph Scharf. "Die deutliche Belebung des Marktgeschehens im zweiten Halbjahr könnte Auftrieb für den Jahresauftakt 2022 geben. Zum anderen zeichnet sich immer mehr ab, dass der Retail-Sektor auch vor dem Hintergrund der Unsicherheiten zur weiteren Entwicklung der Corona-Krise verstärkt auf das Fachmarkt- und Lebensmittelsegment zählen kann, das gleichzeitig die Portfoliosparte stärkt und als konstanter Umsatztreiber für den Gesamtmarkt fungiert“, betont Scharf.

Schlagworte: Handelsimmobilien, Immobilienmarkt, BNP Paribas Real Estate

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