Anzeige
Anzeige
Self-Checkout

Wie Händler ihre Kunden zu Kasse bitten

Die Anzahl von Self-Checkout- und Self-Scanning-Systemen im Einzelhandel nimmt zu. Mehr als 2.300 Geschäfte bieten ihrer Kundschaft mittlerweile eine entsprechende Möglichkeit an, wie eine Markterhebung des EHI Retail Institute zeigt.

16.11.2021

© EdNurg / stock.adobe.com

Eine wachsende Zahl von Händlern setzt auf Selbstbedienungskassen.

Das Scannen von Artikeln durch die Kunden selbst, ob stationär an der Kasse oder mobil am Regal, wird demnach als zusätzlicher Service verstanden, um Wartezeiten zu verkürzen oder ein lästiges Umpacken an der Kasse zu vermeiden. „Im Vergleich zu 2019 hat sich die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte mit stationären Self-Checkout-Systemen in Deutschland fast verdoppelt und bei mobilen Self-Scanning-Systemen sogar verzehnfacht“, erklärt Frank Horst, Autor der EHI-Markterhebung.

Im August 2021 bieten in Deutschland 1.319 Geschäfte Self-Checkout-Kassen an, 2019 lag die Anzahl bei 874. Auf das mobile Self-Scanning mittels Handscanner, per Einkaufswagen mit Scanner oder per App setzen in diesem Jahr 615 Einzelhändler. Vor zwei Jahren war dies erst bei 67 Geschäften möglich. Beide Services – Self-Scanning und Self-Checkout (SCO) – bieten in 2021 zusätzlich 368 Geschäfte an; das waren in 2019 nur 29.

Mit 58 Prozent ist das Gros aller stationären SCO-Kassen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zu finden. Dahinter liegt der Do-It-Yourself-Bereich wie Bau- und Heimwerkermärkte mit 23 Prozent. So scheinen sich beide Branchen aufgrund der Kundenstruktur, der Kundenfrequenz und der Einkaufskorbgrößen am besten für diese Art des Self-Checkouts zu eignen. Auf alle anderen Branchen entfallen einstellige Prozentsätze. Insgesamt kommen derzeit 7.240 SCO-Kassen im deutschen Handel zum Einsatz – fast 2.500 mehr als noch 2019.

Mobiles Self-Scanning im Aufwind

Im LEH existieren rund 235.000 herkömmliche Kassen. Dagegen haben die rund 3.700 SCO-Kassen trotz Wachstum noch eine geringe Marktbedeutung in Deutschland. Dennoch besitzen sie ein großes Marktpotential, da viele Lebensmittelhändler bei Umbauten oder Neueröffnungen entsprechende Installationen einplanen.

Das mobile Self-Scanning hat in den letzten zwei Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Nach wie vor finden sich mit 64 Prozent die meisten Anwendungen im LEH wieder. 244 Geschäfte stellen ihrer Kundschaft Handscanner oder Einkaufswagen mit Scanner zur Verfügung, bei 855 Geschäften ist das Self-Scanning per App möglich.

In Zukunft ist den Autoren der Markterhebung zufolge damit zu rechnen, dass weitere Unternehmen Self-Checkout-Systeme anbieten werden. Eine noch größere Dynamik sei im Bereich des mobilen Self-Scanning per App zu erwarten – nicht zuletzt wegen geringerer Investitionskosten für den Handel. Neben einer kontinuierlichen Zunahme im LEH könne künftig ein entscheidender Impuls durch Drogerie- und Discountunternehmen gesetzt werden, heißt es. 

Alle Ergebnisse der Erhebung stehen hier kostenlos zur Verfügung.

Datenbasis:
Nicht berücksichtigt wurden bei der Zählung laut EHI-Angaben reine Self-Payment-Systeme, also Automaten, an denen Kunden/innen ausschließlich den Bezahlvorgang, nicht aber den Registriervorgang selbst durchführen. Außerdem wurden ausschließlich Installationen berücksichtigt, die auf Dauer angelegt sind. Daher blieben einige wenige Geschäfte, die als Pilot- oder Testmärkte eingestuft werden konnten, bei der Zählung unberücksichtigt.

Schlagworte: Self Checkout, Self-Scanning, Self-Checkout-System, EHI Retail Institute

Kommentare

Ihr Kommentar