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Impulspapier

Wie die Renaissance der Innenstädte gelingt

Der Onlinehandel boomt, die Innenstädte leiden. Dennoch ist die Ausgangslage für eine Renaissance der Stadtzentren nach dem Ende der Pandemie optimal, wie ein gemeinsames Papier der Managementberatung Horváth und des Gottlieb-Duttweiler-Instituts nahelegt.

16.02.2022

© ArTo / stock.adobe.com

Der Handel hofft auf eine Wiederbelebung der Innenstädte.

„Die Rückbesinnung auf den lokalen Handel im 15-Minuten-Radius wird sich als langfristiger Trend erweisen. Der gleichzeitige Wandel in Mobilität, Konsum und Städteplanung eröffnet jetzt allen Akteuren die Chance für Kooperationen und gemeinsame Plattformen“, führt Retail-Experte Michael Buttkus von Horváth aus.

Dem Impulspapier Next Urban Retail zufolge ist der Grad an Kundennähe zum entscheidenden Erfolgsfaktor konkreter Handelsangebote geworden. Die Differenzierung zwischen den Kundenbedürfnissen Convenience (effizientem, möglichst kontaktarmen Shopping) und Experience (erlebnisreiches Shopping mit Fokus auf Interaktion und Emotion) ist inzwischen wichtiger als das eigentliche Produkt. Handel werde künftig nicht mehr mit Einzelangeboten funktionieren, so die Autoren.

Vielmehr werde es auf das Zusammenspiel zwischen Convenience und Experience ankommen, bei dem der Kunde im Vordergrund steht. Dies entspricht einem Paradigmenwechsel für die gesamte Branche. Denn die verschiedenen Anbieter und Akteure können diese Gratwanderung nur mit gemeinsamen Konzepten meistern – und idealerweise datengetrieben. Für Marta Kwiatkowski, Co-Autorin und Senior Researcher am Gottlieb Duttweiler Institute, ist die Zukunft klar: „Die Innenstädte mit ihren Verkaufsflächen, öffentlichen Plätzen, ihren Mobilitätsangeboten und ihrer logistischen Infrastruktur bilden die neue Projektionsfläche, auf der Anbieter von Handel, Gastronomie und Kultur sich mit Konzepten vernetzen und positionieren können.“

Kooperationen sichern Händlern den Erfolg

Händler sollten sich gleich nach geeigneten Kooperationspartnern umsehen, rät sie – auch und gerade branchenübergreifend und bei der Konkurrenz. „Alles, was für den Kunden unsichtbar im Backend optimiert werden kann, ist prädestiniert für Partnerschaften“, ergänzt Michael Buttkus. Die Grenze zwischen Onlinehandel und stationärem Handel werde dadurch immer weiter verschwimmen, die Hoheit über fragmentierte Kundendaten an Relevanz verlieren, da sie nur in kundenübergreifender Sicht von wirklich echtem Nutzen seien.

Die Städte dürften jedenfalls für innovative Multi-Konzepte offen sein, da sowohl die Lebensqualität der Bevölkerung als auch die Attraktivität als touristischer Standort gesteigert werden sollen. War die kommerzielle Nutzung öffentlicher Plätze früher verpönt, hat sich dies den Autoren zufolge durch die Pandemie geändert. Viele Städte hätten öffentliche Außenflächen dem Handel und der Gastronomie zugänglich gemacht. Dadurch werde die Stadt heute immer mehr als neutrale und vor allem sichere Plattform angesehen. Daran gelte es, anzuknüpfen.

„Patentrezepte dafür, welche Akteure sich zusammenschließen sollen, gibt es nicht“, so Horváth-Partner Buttkus. „Aber dass dieser Weg beschritten werden muss, ist unseren Erkenntnissen zufolge gesichert. Empfehlenswert ist es, davor eine individuelle Analyse der aktuellen Rolle sowie des Zielbilds innerhalb des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks zu erstellen – und das möglichst zeitnah, denn das Rennen um die wertvollsten Kooperationspartner ist bereits eröffnet.“

Das Impulspapier steht hier kostenlos zum Download bereit.

Schlagworte: Standort, Vitale Innenstädte, Coronakrise, Coronavirus

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