Anzeige
Qualifizierung

Wie die Pandemie Weiterbildungsprozesse verändert

Viele Händler haben während der Pandemie die Digitalisierung ihrer Weiterbildungskonzepte vorangetrieben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel wünschen sich eine bessere Integration von digitalen Fortbildungen in den Arbeitsalltag, wie eine Erhebung des IFH Köln zeigt.

13.07.2021

© stock.adobe.com

Während der Pandemie haben viele Händler digitale Weiterbildungsangebote für ihre Mitarbeiter ausgebaut.

Die Coronapandemie hat in vielen Bereichen Nachholbedarf in puncto Digitalisierung offengelegt – so auch bei digitalen Weiterbildungsprozessen kleiner und mittlerer Handelsunternehmen (KMU). Für einige hat das vergangene Jahr die Priorität von Weiterbildungsprozessen noch weiter nach hinten gedrängt, doch gibt es auch Händler, die ihre Digitalisierungsprozesse beim Thema Weiterbildung während der Pandemie vorangetrieben haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Erhebung des IFH Köln, die für das von der Zentralstelle für Berufsbildung im Handel koordinierte Netzwerk „FlexNet Handel“ durchgeführt wurde.

„Insbesondere in der Zeit des Lockdowns, als viele Angestellte im stationären Handel ihrem Arbeitsalltag nicht nachgehen konnten, waren digitale Fortbildungen eine wichtige Perspektive. Infektionssicher und bequem von zuhause – solche digitalen Angebote sollte der Handel nun unbedingt weiter ausbauen“, kommentiert Jonas Groten, Senior Project Manager am IFH, die Ergebnisse.

In knapp einem Drittel (32 Prozent) der kleineren und mittleren Unternehmen gibt es demnach aktuell mehr digitale Weiterbildungen als vor der Pandemie. Dabei handelt es sich am häufigsten um online durchgeführte Webinare (73 Prozent) oder Schulungen durch Onlinevideos (46 Prozent). 22 Prozent der befragten Verkäuferinnen und Verkäufer geben zudem an, während der Pandemie von ihrem Arbeitgeber Onlinetrainings für die digitale Weiterbildung bereitgestellt bekommen zu haben. Auch der Bedarf an Weiterbildung scheint sich bei einigen Angestellten im Handel durch die Krisenmonate erhöht zu haben: 15 Prozent der Befragten geben an, während der Pandemie mit neuen Tätigkeitsbereichen konfrontiert worden zu sein.

Wunsch nach bezahlten digitalen Weiterbildungen  

Für die erfolgreiche Einführung digitaler Weiterbildung bedarf es laut IFH-Experte Groten einer Implementierungsstrategie, die sowohl relevante Ressourcen als auch die notwendigen Prozesse berücksichtigt. Aus Perspektive der zukünftigen Lernenden bestehen noch oft Barrieren, die bei der Implementierung abgebaut werden sollten. Die größten Hürden: Fehlende Motivation bei nichtbezahlter Weiterbildung und der fehlende Austausch bei rein digitalen Formaten. Die befragten Verkäufer wünschen sich Weiterbildungen zu unterschiedlichsten Themen, so unter anderem zu Warenkunde (59 Prozent), Produktsortiment (48 Prozent) oder zur Kundenberatung (42 Prozent). 

Datenbasis:
Für das Netzwerk „FlexNet Handel“ hat das IFH Köln in einer quantitativen Erhebung 162 Verkäuferinnen und Verkäufer aus kleineren bis mittleren Unternehmen zum Status quo digitaler Weiterbildung und deren Entwicklung während der Pandemie befragt. Dazu wurden mit Mitarbeitenden von Handelsunternehmen mit maximal zehn Filialen Anfang Mai 2021 Online-Interviews durchgeführt. Die Analyseergebnisse sollen KMU bei den strategischen Überlegungen rund um die Implementierung von E-Learning unterstützen.

Schlagworte: Weiterbildung, Qualifizierung, IFH Köln

Kommentare

Ihr Kommentar