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Gastbeitrag

Wie die digitale Warenbeschaffung zum Erfolg wird

Gerade die Coronakrise hat die Digitalisierung im Einzelhandel erheblich beschleunigt. Doch wie lassen sich wichtige Prozesse digitalisieren? Über die seiner Meinung nach wichtigsten Herausforderungen berichtet Mateusz Witjes vom B2B-Marktplatz Ankorstore im Gastbeitrag.

Von Mateusz Witjes, Deutschlandchef von Ankorstore 05.03.2021

© Vegefox / stock.adobe.com

Die Digitalisierung zu meistern, bedeutet für den Handel eine große Herausforderung.

Das Thema Digitalisierung im Handel spitzt sich sehr schnell auf eine Sache zu: Jeder Einzelhändler sollte heute auch einen Onlineshop betreiben. So richtig diese Behauptung auch ist – sie suggeriert, dass mit einem eigenen Onlineshop die Maßnahmen zur Digitalisierung erledigt wären. Darüber hinaus existieren jedoch noch viele weitere Hürden, die es zu überwinden gilt.

So stellt beispielsweise die Warenbeschaffung einen Bereich dar, in dem großes Digitalisierungspotenzial steckt. Laut Forrester Research wird der B2B-E-Commerce bis 2023 weltweit einen Umsatz von 1,8 Billionen erzielen. B2B war einst eine kleine Erweiterung des B2C-Sektors, hat sich aber inzwischen zu einem eigenständigen Geschäftsmodell entwickelt.

Laut einer Studie des IFH Köln werden mittlerweile 24 Prozent des Gesamtumsatzes im B2B-Geschäft digital abgewickelt. Das größte Umsatzwachstum erzielen dabei Onlineshops und Marktplätze. Einzelhändler suchen also vermehrt online nach passenden Produkten, die sie wiederum ihren Kunden anbieten können.

Kosten senken, Effizienz steigern

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Gerade große B2B-Marktplätze bieten eine riesige Auswahl, um das eigene Sortiment von der Konkurrenz abzuheben. Wer als Einzelhändler auf besondere Marken und Produkte setzt, generiert Alleinstellungsmerkmale, die einen Besuch im stationären Ladengeschäft rechtfertigen.

Zusätzlich ermöglicht die Digitalisierung von Vertriebs- und Beschaffungsstrukturen Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne, die gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen wie der Coronakrise eine große Hilfe darstellen. 

Trotz aller Mehrwerte, die uns die Digitalisierung bringt, sind wir davon überzeugt, dass digitale Lösungen die persönliche Kundenbeziehung nicht so schnell obsolet machen werden. Oder um es anders zu formulieren: Es gilt, den richtigen Mix zu finden. Denn nur über den persönlichen Kontakt kann Vertrauen aufgebaut, Sicherheit vermittelt und die Reputation des Unternehmens direkt beeinflusst werden.

Digitalisierung allein verbessert keine Strukturen

Nur so lassen sich belastbare Beziehungen aufbauen, die darüber entscheiden, wie lange Einkäufer und Lieferanten gerade in Krisenzeiten ein gutes Team bleiben. Kurzum: Persönlich oder digital spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass beide Dimensionen - die digitale und die persönliche - im Sinne des Unternehmens gemanagt werden.

Kunden-Feedback ist nahezu unbezahlbar. Schließlich kommt es direkt von der Gruppe, die später die Produkte auch kaufen soll. Dies gilt für den Einzelhandel genauso wie für B2B-Händler und Plattformlösungen. Denn wenn Händler und Dienstleister bei Digitalisierungsprojekten nicht eng zusammenarbeiten, ist das Ergebnis der Zusammenarbeit bestenfalls eine Eins-zu-eins-Digitalisierung bestehender Strukturen. Im schlimmsten Fall digitalisiert man einen schlechten Prozess und hat hinterher einen schlechten digitalen Prozess.

Es gilt, alle Prozesse, Ziele und Wünsche der Händler in enger Zusammenarbeit zu identifizieren und in eine passgenaue Plattformlösung zu integrieren. Dies erfordert ein strategisches Vorgehen von der Planung über den Piloten bis zur Implementierung. Langfristig sollte dies auch über die gesamte Betriebsphase hinweg passieren.

Entlastung von unproduktiven Aufgaben

Das Ergebnis ist dann im Idealfall eine Plattform, die den Händler von unproduktiven Aufgaben wie der Sondierung neuer Marken oder dem Vergleich verschiedener Bezahlmöglichkeiten entlastet. Darüber hinaus bietet sie alle wichtigen Kennzahlen auf einen Blick und damit mehr Transparenz für das Controlling.

Eine solche Plattform gibt dem Händler den Freiraum, sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren, zum Beispiel auf die Entwicklung zukünftiger Stores, Eigenmarken und auf strategische Shopdesigns.

Mateusz Witjes absolvierte einen Master in Industrial Engineering and Management an der Fachhochschule Kiel. Von 2018 bis 2020 war er beim französischen Online-Baumarkt Mano Mano im Business Development tätig. Seit 2020 ist Witjes Deutschland-Chef des 2019 in Frankreich gegründeten Start-ups Ankorstore.

Schlagworte: Digitalisierung, E-Commerce, B2B-E-Commerce

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