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Online-Payment

Wie die Deutschen im ersten Coronajahr am liebsten zahlten

Beim Onlineshopping nutzen deutsche Kunden am liebsten den Kauf auf Rechnung. Daran hat sich auch im ersten Pandemiejahr 2020 nichts geändert, der Zahlungsdienstleister Paypal hat laut einer Studie des EHI Retail Institute jedoch ordentlich aufgeholt.

12.05.2021

© Alex Ruhl / stock.adobe.com

Paypal ist bei Onlinekäufern beliebter als zuvor.

30,4 Prozent der Onlinekäufe wurden der Studie zufolge 2020 per Rechnung gezahlt - fast 2,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Zwar belegt diese Zahlungmethode damit weiterhin Platz eins der umsatzstärksten Zahlungsarten, verliert aber Anteile an den Zahlungsdienstleister Paypal. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieser 4,7 Prozentpunkte an Umsatzanteilen zugelegt und belegt mit 24,9 Prozent den zweiten Platz. 

Bei einem Großteil der Onlinehändler konnte ein branchenübergreifender Anstieg des via Paypal generierten Umsatzes festgestellt werden. Dies ist laut Einschätzung der Studienautoren auf ein verändertes Bezahlverhalten aufgrund der Coronapandemie zurückzuführen. Knapp 90 Prozent der Händler berichten, dass vor allem Neukunden Paypal beim Checkout nutzen.

Trotz Pflicht zur Umsetzung der starken Kundenauthentifizierung bei Kreditkartenzahlungen, die für das Jahresende 2020 angekündigt war, sind die Kreditkartenumsätze angestiegen. In 2020 lag der Umsatzanteil der Kreditkarten bei 11,8 Prozent (plus 1,3 Prozentpunkte zum Vorjahr). Vor allem Händler aus den Segmenten Elektronik und Bekleidung sowie Generalisten haben einen Anstieg der Kreditkartenumsätze registriert.

Außerdem wurde angegeben, dass Neukunden vermehrt mit Kreditkarte gezahlt haben. Negative Auswirkungen der Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung sind jedenfalls 2020 noch nicht sichtbar gewesen.

Bargeldanteil schrumpft bei Gesamtbetrachtung des Handels

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Onlinehandels ergeben die stationär und online erzielten Umsatzanteile der Zahlungsarten zusammen in der Hochrechnung für den gesamten Handel ein interessantes Bild für das Jahr 2020. Dafür wurde der stationäre Einzelhandelsumsatz auf 435 Mrd. Euro brutto und der E-Commerce Umsatz auf 75 Mrd. brutto geschätzt. 

Der hohe Bargeldanteil im stationären Handel (40,9 Prozent) schrumpft in der Gesamtbetrachtung des Handels auf 35,1 Prozent, da im Onlinehandel vorrangig unbare Bezahlarten genutzt werden. Die im stationären Handel beliebte Girocard macht im Gesamtmarkt nur 34,3 Prozent des Umsatzes aus, da es aktuell noch keine Möglichkeit gibt, diese beim Onlineshopping zu nutzen.

Der Lastschrift-Anteil liegt bei 7,9 Prozent, vor allem getrieben durch den hohen Stellenwert dieser Zahlungsart bei Amazon. Die Kreditkarte, sowohl online als auch offline nutzbar, macht 9 Prozent aus. Der Dienstleister Paypal, der in diesem Jahr vor allem im E-Commerce zugelegt hat, kommt auf 3,7 Prozent.

Die Statistik zeige, dass mit zunehmender Bedeutung des Onlinehandels Omnichannel-Zahlungsarten immer mehr an Bedeutung gewännen, so die Studienautoren. Zahlungsdienstleister müssten sich daher breiter und kanalübergreifend aufstellen, um den Anschluss nicht zu verlieren und ihre Position im Markt zu sichern. 

Datenbasis:
Die Studie Online-Payment 2021 beinhaltet Daten von 104 Onlinehandelsunternehmen (Pureplayer und Omnichannel-Handelsunternehmen) unterschiedlicher Branchen und Umsatzgrößen mit einem Nettoumsatz in Höhe von 32,6 Mrd. Euro. Darüber hinaus haben 55 Unternehmen qualitative Fragen zur Payment-Strategie in ihrem Onlineshop beantwortet.

Schlagworte: Payment, Paypal, EHI Retail Institute, Rechnungskauf

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