Anzeige
Analyse

Welche positiven Signale sich am Markt für Retail-Investments zeigen

Gestiegene Vermietungsaktivitäten und Passantenfrequenzen im ersten Halbjahr 2021 deuten auf eine Belebung des Marktes für Retail-Investments hin. Das ergibt eine Analyse des Immobiliendienstleisters BNP Paribas Real Estate.

20.07.2021

© Ralph Peters / Imago Images

Leerstände nach Geschäftsaufgaben wertet die Analyse auch als Chance für neue Konzepte.

Auch wenn es laut den Autoren der Analyse zu früh ist, um von einer Kehrtwende zu sprechen, so sehen sie doch Anzeichen für Aufbruchstimmung. So ordne sich der Flächenumsatz in deutschen Innenstadtlagen im ersten Halbjahr 2021 mit fast 220.000 Quadratmetern zwar gut 24 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vor-Corona-Zeitraums (2019) ein, übertreffe jedoch das Resultat aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (2020) um 10 Prozent.

Das erste Quartal 2020, das sich zum Großteil noch vor dem Ausbruch der Coronakrise abspielte, hatte einen Anteil von 62 Prozent an den Abschlüssen im ersten Halbjahr. Demgegenüber waren die ersten sechs Monate 2021 insbesondere zum Jahresstart durch den Lockdown geprägt, wodurch sich das Gros der Vermietungen auf das zweite Quartal mit einem beachtlichen Beitrag von fast 64 Prozent verschob.

Die Perspektive für das zweite Halbjahr fällt nun 2021 aufgrund der laufenden Impfkampagne und des Schwungs aus dem zweiten Quartal im Zwölf-Monats-Vergleich wesentlich positiver aus als noch im Vorjahr.

A-Städte profitieren von Dynamik im zweiten Quartal

Trotz der schwierigen Lage wagen den Autoren zufolge internationale Retailer den Markteintritt in Deutschland: So konnten in den letzten zwölf Monaten mehr als 15 Deutschlandstarts beobachtet werden, zum Beispiel des kanadischen Bekleidungsunternehmens Canada Goose, des japanischen Outdoorlabels Goldwin oder des US-amerikanischen Möbelhändlers Restoration Hardware.

Vor diesem Hintergrund konnten auch die A-Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart von der Dynamik im zweiten Quartal profitieren: Mit insgesamt fast 60.000 Quadratmetern hat der Flächenumsatz parallel zum bundesweiten Anstieg in den sieben Top-Märkten um rund zehn Prozent angezogen.

Allerdings setzte sich das Gesamtergebnis insgesamt aus gut neun Prozent weniger Vermietungen und Eröffnungen zusammen als noch 2020. Die demzufolge gestiegene durchschnittliche Flächengröße pro Vermietung ist nicht zuletzt auf das erhöhte Flächenangebot durch die zahlreichen coronabedingten Geschäftsaufgaben auch im Großflächensegment zurückzuführen.

Kunden kehren in die Citys zurück

Dass auch die Kunden in die Innenstädte zurückkehren, belegen Zahlen des auf die Analyse von Passantenfrequenzen spezialisierten Unternehemens Hystreet, die BNP Paribas Real Estate ausgewertet hat. Unter Berücksichtigung der jeweils frequenzstärksten Einkaufsstraßen der sieben A-Städte lässt sich festhalten, dass die Erholung der Passantenfrequenzen im Vergleich zum Mittelwert der Jahre vor der Coronakrise im Juni bei rund 90 Prozent lag und im Vergleich zum Vormonat Mai um rund 39 Prozentpunkte zugelegt hat.

Insgesamt stellt sich die Ausgangssituation des Retailmarkts für das zweite Halbjahr der Analyse zufolge positiver dar als 2020, ist jedoch bei weitem noch nicht wieder auf dem Niveau des Jahres 2019 angelangt. Die Leerstände, die sich in vielen Einkaufsstraßen erhöht haben, bieten sowohl Chancen für die Verwirklichung neuer Konzepte als auch Risiken bei der Nachvermietung.

Schlagworte: Handelsimmobilien, BNP Paribas Real Estate, Analyse

Kommentare

Ihr Kommentar