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Passantenfrequenz

Welche Einkaufsstraßen die meisten Kunden anziehen

Eine neue paneuropäische Studie zur Passantenfrequenz analysiert die Passantenzahlen in den Haupteinkaufsstraßen von 34 europäischen Großstädten. Deutsche Städte schneiden im Vergleich gut ab.

04.01.2022

© Ian Kelsall/unsplash

Deutsche Metropolen wie München können im Ranking der Top-40-Einkaufsstraßen nach Passantenzahlen in Europa vordere Plätze belegen.

Der Bericht bietet eine Momentaufnahme der allgemeinen Marktsituation in den Luxusmeilen der 34 wichtigsten europäischen Metropolen und stellt die zweite paneuropäische Studie zur Passantenfrequenz von BNP Paribas Real Estate in Zusammenarbeit mit den Marktforschern von Locatus dar. Die Passantenfrequenz zählt zu den Hauptindikatoren in Bezug auf die Umsatzstärke eines Einzelhandelsstandorts, sie ist jedoch allein betrachtet nicht aussagekräftig genug. Die wichtigste Kennzahl einer Einzelhandelslage ist die Konversionsrate (Verhältnis zwischen Passantenzahl und konkreten Käufen). So können in manchen Gegenden mit einer geringeren Passantenfrequenz (etwa in einigen Luxus-Einkaufsstraßen) trotz einer niedrigeren Kundenzahl höhere Umsätze erzielt werden.

„Die Ergebnisse der Analyse deuten darauf hin, dass sich ein gewisses Maß an Normalität in den europäischen Innenstädten wieder einstellt: Der stationäre Handel ist insbesondere in den Innenstädten nach wie vor attraktiv. Zudem werden dort aktuell eine Reihe neuer Einzelhandelsmodelle und -formate erfolgreich etabliert”, sagt Patrick Delcol, Head of Pan European Retail bei BNP Paribas Real Estate.

Passantenzahlen in hauptstädtischen Einkaufsstraßen

Die fünf wichtigsten europäischen Einkaufsstraßen befinden sich in den Hauptstädten von Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich. Wie schon in der ersten Studie zur Passantenfrequenz (2017) liegt in London die Oxford Street weiterhin an der europäischen Spitze, die Regent Street auf Rang drei, die den Abstand zum Spitzenreiter jedoch verkürzt hat. Madrid belegt mit der Gran Vía und einer Passantenzahl von 60.800 am Zähltag den zweiten Platz im Vergleich der europäischen Hauptstädte. Die Calle de Preciados liegt im Ranking auf Position 6. Mailand erweist sich als widerstandsfähig und gehört mit der Corso Vittorio Emanuele II (Platz 4) weiterhin zur europäischen Spitze. Paris ist mit drei Straßen in den Top 20 vertreten. Dabei ist die Champs-Elysées (Platz 5) nach wie vor führend, aber auch die Rue de Rivoli nimmt eine Spitzenposition ein (10. Platz, 36.000 Passanten), der Boulevard Haussmann auf Rang 13.

Frequenzen in Top-40-Einkaufsstraßen und Luxusmeilen

Betrachtet man die Top-40-Einkaufsstraßen der 34 untersuchten europäischen Metropolen, so schneiden deutsche Städte bei der Passantenfrequenz im Stadtzentrum ausgezeichnet ab, wobei Köln den ersten Platz im Ranking belegt. München und Frankfurt folgen (hinter London) auf den Positionen drei und vier. Als touristischer Hotspot ist Barcelona weiterhin in den Top 10 der wichtigsten Einkaufsstraßen in Europa vertreten, verliert aber im Vergleich zu 2017 an Boden gegenüber Madrid. Auch Rom verzeichnet eine allmähliche Erholung des Tourismus. In Belgien steht die Einkaufsstraße Meir in Antwerpen hinsichtlich der Passantenzahlen weiterhin an der Spitze des Rankings, gefolgt von der Rue Neuve in Brüssel. Auch Manchester (22) und Bilbao (24) nehmen gute Plätze im Ranking ein, was auf ihre hohe regionale Anziehungskraft zurückzuführen ist.

Im Luxussegment sind die Top 3 gegenüber dem Jahr 2017 unverändert. So belegen die Luxus-Einkaufsstraßen in London, Paris und Barcelona weiterhin die Spitzenpositionen. München folgt an vierter Position mit der Theatinerstraße, die in den vergangenen vier Jahren immer exklusiver geworden ist. Auch die unterschiedlichen Einkaufsmeilen in Kopenhagen gehören erneut zum Spitzenfeld und sind die wichtigsten in der Nordics-Region. Im Premiumsegment dominieren Düsseldorf, Rom und Wien.

Mischnutzung in Stadtzentren auf dem Vormarsch 

Projekte mit Mischnutzung werden in ganz Europa zur Norm. Die Städte unterstützen diese Entwicklung, da sie sich um eine Aufwertung der Innenstädte und um eine Wiederbelebung vernachlässigter Stadtteile bemühen. Entsprechende Immobilien sind sehr beliebt, da sie unterschiedliche Personengruppen (Kunden, Büroangestellte und Anwohner) anziehen und so für eine kontinuierlich hohe Passantenfrequenz sorgen. Investoren und Projektentwickler richten ihren Fokus verstärkt auf diese Objekte, da diese innerstädtische Grundstücke aufwerten, eine finanzielle Diversifikation herstellen und der öffentlichen Forderung nach einer nachhaltigeren Bauweise nachkommen. Die entsprechenden Umgestaltungsprojekte umfassen Büro- und Wohngebäude, Restaurants, Geschäfte, Hotels sowie Grün- und Erholungsflächen und schaffen so ein umfassendes Ökosystem für lokale und ausländische Kunden und Besucher, die Wert auf ein vielfältiges Stadterlebnis legen.

Städte fördern urbane Mobilität

Die Themen Klimapolitik, Nachhaltigkeit und Verbesserung der urbanen Lebensbedingungen rücken zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Agenda, weshalb  in ganz Europa eine Vielzahl an Projekten zur Umsetzung der Mobilitätswende vorangetrieben werden. Da immer mehr Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten, können sie selbst entscheiden, ob sie ins Büro im Stadtzentrum fahren. Deshalb versuchen die Städte den Pendelverkehr aus dem Umland möglichst komfortabel zu gestalten, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Städte wie Mailand, Stockholm, Lissabon und Barcelona, die auf den PKW-Verkehr ausgerichtet sind, wenden sich zunehmend neuen Mobilitätskonzepten zu.

Großstädte weisen häufig eine hohe Lärm- und Luftverschmutzung auf. Modernisierungsmaßnahmen tragen daher zur Verbesserung der Umweltbilanz bei und schaffen darüber hinaus eine effiziente und multimodale Verkehrsinfrastruktur. Durch die neuen Mobilitätsstrategien werden zudem die Einzugsgebiete erweitert, da sie potenziellen Kunden den Zugang zum innerstädtischen Einzelhandel ermöglichen. Fahrradwege, die schon heute einen wesentlichen Baustein darstellen, werden zum Herzstück der städtischen Verkehrsnetze. In Städten wie Brüssel und Wien werden im Rahmen der neuen Verkehrskonzepte weitere autofreie Zonen geschaffen und Straßen als Fußgängerzonen ausgewiesen, was zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses beiträgt.

Um den internationalen Tourismus wieder stärker zu fördern, haben Städte wie London, Budapest, Mailand und Paris daher beispielsweise die Zahl der Events und Veranstaltungen erhöht, um so einzigartige Erlebnisse zu bieten. Dabei setzen sie unter anderem auf internationale Sportveranstaltungen (zum Beispiel die Olympischen Spiele), um den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben und die Lebensqualität zu verbessern, sowie auf regelmäßigere Events wie Musikfestivals oder saisonale Veranstaltungen oder Thementage. Diese physischen Events profitieren von den Grenzen digitaler Angebote und erzeugen Passantenströme durch die Revitalisierung von Stadtbezirken.

Der komplette Report steht hier zum Download bereit. 

Schlagworte: Einzelhandel, Point of Sale, Innenstadt, Studie

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