Coronapandemie

Was Konsumenten bequemes Einkaufen wert ist

Eine Umfrage des IFH Köln und der Kölner Universität zeigt: Bequemlichkeit ist ein wesentlicher Treiber des Konsums. So würden Verbraucher bis zu 15 Euro monatlich zahlen, um Zugang zum Angebot des Onlineriesen Amazon zu erhalten. Nachhaltigkeit steht ebenfalls hoch im Kurs.

24.03.2021

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Händler sollten den hohen Stellenwert berücksichtigen, den Bequemlichkeit beim Einkauf für die Verbraucher einnimmt.

Die Zahlen des IFH Köln zeigen: Bequemlichkeitsaspekte – seit Jahren Toptreiber des Konsumverhaltens – werden in Zeiten des Lockdowns zur Eindämmung der Coronapandemie noch relevanter. So soll es aus Kundensicht vor allem unkompliziert und schnell gehen, eine lange Suche nach bestimmten Produkten möchten die Konsumenten auf jeden Fall vermeiden.

Wie entscheidend bequemes Einkaufen ist, zeigt sich an der abgefragten Zahlungsbereitschaft für die Amazon-Nutzung. Während 2019 die Preisbereitschaft für das Suchen und Kaufen bei Amazon (ohne Prime) durchschnittlich zwischen sieben und elf Euro monatlich lag, ist diese im Coronajahr sogar auf elf bis 15 Euro gestiegen. Das heißt: Konsumenten würden bis zu 15 Euro im Monat ausgeben – einfach, um Zugang zur Einkaufswelt von Amazon zu erhalten.

Mehr als die Hälfte legt Wert auf nachhaltiges Einkaufen

Nachhaltigkeit ist der zweite Treiber, der den Handel den Befragungsergebnissen zufolge langfristig beschäftigen wird. So geben 59 Prozent der Befragten an, bei ihrem Einkauf auf nachhaltiges Verhalten zu achten. Auch das Essverhalten und Reisen sind für circa 47 Prozent Lebensbereiche, in denen sie sich mit Nachhaltigkeitsaspekten auseinandersetzen. Auch wenn sich der größte Teil vorgenommen hat, beim Einkaufen nachhaltig zu handeln – am leichtesten fällt es den meisten bei Reisen und Essen. Auch unabhängig von Shutdown und Reisebeschränkungen.

Was daraus für den Handel folgt? „Wer die Kunst beherrscht, seine Zielgruppe sowohl in Sachen Nachhaltigkeit abzuholen als auch mit Bequemlichkeit zu punkten, wird ganz vorne mit dabei sein“, analysiert Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln. Vor allem Händler mit stationärem Ursprung sollten diese Erkenntnisse nutzen, um an ihrer Positionierung und Sichtbarkeit arbeiten. Denn lediglich knapp 29 Prozent der Konsumenten haben für ihren Einkauf online und stationär die gleichen Händler im Relevant Set, so ein weiteres Ergebnis der Befragung.

Datenbasis:
Unter dem Titel „Handel in Coronazeiten – Status quo und Perspektiven“ haben Professor Werner Reinartz von der Kölner Universität und das IFH Köln relevante Zahlen zu Markt, Wettbewerb und Konsumverhalten für den Handel der Zukunft zusammengetragen. Die vorliegenden Daten basieren auf verschiedenen Befragungen im Zeitraum von Mai 2019 bis Februar 2021, bei denen insgesamt mehr als 7.500 Onlineshopper im Alter von 14 bis 69 Jahren online befragt wurden.

Schlagworte: IFH Köln, Coronakrise, E-Commerce

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