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Coronakrise

Welche Pandemie-Politik der Handel von Bund und Ländern fordert

Der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht sich deutlich gegen mögliche künftige Lockdowns aus und fordert, die Pandemiepolitik nicht länger allein an den Corona-Inzidenzen auszurichten. Zugleich setzt sich der Verband für eine schnellere Impfkampagne ein.

09.08.2021

© Tobias Steinmaurer / DPA Picture Alliance

Mit Blick auf Beratungen von Bundesregierung und Ministerpräsidenten über den künftigen politischen Kurs zur Bekämpfung der Pandemie spricht sich der Handel gegen weitere Lockdowns aus.

Vom Bund-Länder-Treffen am Dienstag erwartet der HDE neben einem Plan zur Beschleunigung der Impfungen eine langfristig angelegte Präventionsstrategie zur Verhinderung eines erneuten Lockdowns. „Mit den Lehren und Erkenntnissen aus dem bisherigen Pandemiemanagement lässt sich ein erneuter monatelanger Lockdown ohne Perspektive und Planungssicherheit verhindern. Die Anwendung der bisherigen Inzidenzwerte für staatliche Anordnungen bis hin zur Schließung der Nonfood-Geschäfte und ganzer Innenstädte ist weder unter epidemiologischen noch unter rechtlichen Gesichtspunkten zu rechtfertigen“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Der Verband fordert deshalb die Festlegung eines differenzierten Kriterienkatalogs, in dem weitere Indikatoren wie die Hospitalisierungsrate, die Intensivbettenauslastung und die Impfquote berücksichtigt werden. „Die Politik darf jetzt nicht den einfachen Weg des ,Weiter so' wählen und in den nächsten Lockdown hineinschlittern. Es geht jetzt um passgenaues und wohldosiertes Handeln“, so Genth weiter.

Handelsunternehmen planen Impfangebote an einzelnen Standorten

„Die Impfung ist der einzig nachhaltige Weg aus der Pandemie. Deshalb arbeiten die Handelsunternehmen gemeinsam mit dem HDE daran, die Impfbereitschaft weiter zu steigern und möglichst viele Menschen von den Vorteilen zu überzeugen“, erläutert Genth. Die gemeinsame Kampagne „Leben statt Lockdown“ startete bereits in der vergangenen Woche. Dabei sollen Plakate und Informationsmaterialien in den Geschäften aufgehängt und ausgelegt werden.

Eine Internetseite informiert rund um das Thema Impfen und an einigen Standorten soll es in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern vor Ort Impfangebote geben. Wie wichtig dem Handel der rasche Fortschritt der Impfkampagne ist, zeigt auch eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 500 Unternehmen. Demnach misst der Einzelhandel den Corona-Impfungen eine überragende Bedeutung bei: Knapp mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen sehen im Impffortschritt einen entscheidenden Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie.

 

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus

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