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HDE-Prognose

Einzelhandel rechnet 2022 mit Umsatzplus

Nach wie vor leiden viele Händler unter durch die 2G-Regelung ausgelösten Umsatzrückgängen. Dennoch rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) für 2022 mit einem Umsatzplus von drei Prozent für die Branche - vorausgesetzt, die pandemiebedingten Einschränkungen enden bald.

01.02.2022

© William Barton / stock.adobe.com

Die Handelsbranche fordert eine Anpassung der Corona-Hilfe, um lebendige Stadtzentren zu erhalten.

„Nach einem schwierigen, von der Pandemie geprägten Jahr hofft der Einzelhandel auf ein besseres 2022. Diese Erwartungen werden sich aber nicht für alle Händler erfüllen können. Die 2G-Regelung macht es nach wie vor vielen Unternehmen unnötig schwer, wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten. Diese im Kampf gegen die Pandemie nutzlosen Maßnahmen müssen endlich bundesweit fallen“, appelliert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth an die politischen Entscheidungsträger.

Eine aktuelle HDE-Umfrage zeigt, dass 46 Prozent der Händler, die unter 2G-Bedingungen arbeiten müssen, ihre Geschäftslage als schlecht einschätzen. Ohne die 2G-Regel liegt dieser Wert bei nur 24 Prozent. Dazu kommen bei vielen Händlern nach wie vor große Lieferschwierigkeiten. Insbesondere die Bereiche Sportartikel, Elektronik und Haushaltswaren sind massiv betroffen.

Wenn die Auswirkungen der Pandemie zeitnah nachlassen und Einschränkungen für den Handel zurückgenommen werden, rechnet der HDE trotz aller Probleme insgesamt mit einem Umsatzplus von drei Prozent für die Branche. Das Gros des Wachstums dürfte allerdings erneut aus dem Online-Bereich kommen, der mit 13,5 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr rechnen darf. Insgesamt werden sich die Umsätze im Einzelhandel inklusive des Onlinehandels 2022 damit auf mehr als 600 Milliarden Euro belaufen.

Innerstädtische Händler leiden

„Obwohl die Umsätze in der Gesamtbilanz wachsen werden, gibt es klare Verlierer. Insbesondere die innerstädtischen Händler werden auch in diesem Jahr noch unter Nachwirkungen der Corona-Krise leiden. Insgesamt könnten deshalb in diesem Jahr noch einmal knapp 16.000 Geschäfte verloren gehen“, erklärt Genth. Seit Corona-Ausbruch waren viele Nicht-Lebensmittelhändler an 263 von 569 Verkaufstagen zwangsgeschlossen oder mit Einschränkungen wie der 2G-Regel belegt.

Der HDE fordert deshalb weiterhin eine schnelle Anpassung der Corona-Hilfen, um die Auswirkungen der Pandemie und der staatlichen Maßnahmen abzufedern. „In vielen Stadtzentren droht eine sich weiter verschärfende Situation. Der Handel ist das Rückgrat lebendiger Innenstädte. Die Politik muss endlich sicherstellen, dass die Corona-Hilfen rasch und zielgerichtet ankommen“, so Genth weiter.

Dabei gehe es insbesondere um eine Absenkung der Zugangshürden bei der Überbrückungshilfe. Bisher müssen die Unternehmen mindestens 30 Prozent Umsatzrückgang nachweisen - bei solch hohen Werten komme in vielen Fällen aber jede Hilfe zu spät, so die Einschätzung des HDE.

Weitere Informationen zur HDE-Prognose für 2022 finden Sie hier

Schlagworte: HDE, Coronakrise, Branchenumsatz, Einzelhandelsumsatz

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