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Gastbeitrag

Was Automatisierung im Einzelhandel leisten kann

Der Einzelhandel steht wie viele andere Branchen vor Herausforderungen und Ungewissheiten, da sich das Kundenverhalten massiv verändert. Wie Roboter und Automatisierungslösungen Händlern helfen, sich darauf einzustellen, erklärt Mark Thomson von Zebra Technologies im Gastbeitrag.

Von Mark Thomson, Director of Retail Industry Solutions, EMEA, Zebra Technologies 17.05.2021

© Kirill Makarov / stock.adobe.com

Roboter und andere Automatisierungslösungen können Händlern helfen, sich auf veränderte Kundenansprüche einzustellen.

Der Onlinehandel verzeichnet ein enormes Wachstum, das sich wahrscheinlich auch zukünftig fortsetzen wird. Im Juni 2020 gab es weltweit fast 22 Milliarden Seitenzugriffe im E-Commerce - im Januar waren es noch 16,07 Milliarden. Da immer mehr Verbraucher alternative Einkaufsmöglichkeiten nutzen, müssen Einzelhändler auch immer mehr Bestellungen bewältigen. Gleichzeitig werden ihre Mitarbeiter im Geschäft gebraucht, um die Kunden weiterhin vor Ort optimal zu betreuen und zu beraten.

Händler sollten auf diese Veränderungen im Kaufverhalten deshalb schnell reagieren und ihre Mitarbeiter möglichst effizient einsetzen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Roboter und andere Automatisierungslösungen können dabei helfen. Um das Potenzial zu verdeutlichen und Missverständnisse auszuräumen, hier einige gängige Annahmen im Faktencheck.

1. Durch die Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Robotern kann die Effizienz gesteigert werden

Der Einzelhandel steht schon seit längerem vor der Herausforderung, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Oft reichen die Ressourcen jedoch nicht aus, um mit den rasanten Veränderungen in der Branche und den wachsenden Ansprüchen der Kunden Schritt zu halten. Deshalb setzen viele Einzelhändler zunehmend auf Automatisierung, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen. Mobile Automatisierungslösungen, wie etwa selbstfahrende Fahrzeuge im Lager, verbessern die Arbeitsabläufe und steigern so die Effizienz.

Es gibt zwar die Sorge, dass Roboter menschliche Mitarbeiter langfristig ersetzen werden. Der wahre Wert der Maschinen bemisst sich jedoch nicht an der Anzahl der Regale, die sie schnell auf den Warenbestand hin überprüfen können. Sie sind vielmehr deshalb wertvoll, weil sie menschliche Mitarbeiter bei der intelligenten Bestandsanalyse unterstützen. Dies hat positive Auswirkungen auf alle Geschäftsabläufe und den Umsatz. Ein Redakteur der Harvard Business Review schrieb dazu kürzlich: "Der wahre Vorteil von Robotern im Einzelhandel ist, dass dadurch detailliertere Daten zu den Produkten in den Regalen und zum Kaufverhalten der Kunden erfasst werden können.“

Die Annahme trifft also zu: Mobile Automatisierungslösungen unterstützen bei Routineaufgaben, die die Mitarbeiter sonst viel Zeit kosten. Dadurch können Filialmitarbeiter für höher qualifizierte Aufgaben eingesetzt werden. Dies bringt eine höhere Produktivität und verschafft den Einzelhändlern die Ressourcen, die sie brauchen, um das Kundenerlebnis zu verbessern oder auch – aktuell besonders wichtig – die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in den Geschäften weiter zu optimieren. 

2. Die Investition in Roboter ist sehr kostspielig

In den letzten Jahren haben sich zunehmend Robotics-as-a-Service-Ansätze (RaaS) durchgesetzt, da Unternehmen durch das flexible Buchen entsprechender Angebote Automatisierung schnell und kosteneffizient einführen können. Diese Verlagerung von anfallenden Kapitalkosten in die Betriebskosten senkt die Kosten für die Investition in mobile Automationslösungen.

Eine monatliche Gebühr für ein mobiles Automatisierungssystem, ist gegenüber dem Kauf darüber hinaus die deutlich risikoärmere Lösung. Das macht dieses Modell bei Entscheidungsträgern im Einzelhandel so beliebt – gerade wenn sie aktuell noch keine Automatisierungslösungen nutzen. RaaS-Angebote eignen sich auch für Unternehmen, die auf diesem Gebiet nicht viel Erfahrung haben, da sie die Expertise so von außerhalb erhalten.

Ein solches Abo-Modell bietet zudem mehr Agilität, Einzelhändler können die Lösung je nach Bedarf anpassen und skalieren. RaaS bietet einen Investitionsschutz und ermöglicht nach Ablauf des ursprünglichen Vertrags eine Modernisierung des Automatisierungssystems. So müssen Händler Lösungen, die eventuell schnell veraltet sind, nicht bis zum Ende des vorgeschriebenen Abschreibungszeitraums von meist fünf Jahren einsetzen.

Die Annahme ist also falsch, denn gerade RaaS-Modelle ermöglichen einen günstigen Einstieg in die Robotik.

3. Roboter werden von Kunden nicht akzeptiert

Kunden stehen neuen Technologien zunehmend aufgeschlossen gegenüber. Dies zeigt sich auch beim Einsatz von Robotern im Einzelhandel. Laut der 13. jährlichen Global Shopper Studie von Zebra glauben 74 Prozent der Verbraucher, dass der Einsatz von Technologie ein sicheres und angenehmes Einkaufserlebnis unterstützen kann. Kunden erwarten vor allem einen qualifizierten Kundenservice und individuelle Betreuung, wenn sie ein Geschäft betreten. Wer diesen Service nicht bieten kann, wird seine Kunden schnell an die Konkurrenz verlieren.

Da Roboter ein positives Kundenerlebnis unterstützen können, ist die Annahme also falsch. Sollten sich Kunden tatsächlich gestört fühlen, können Roboter je nach Bedarf auch unauffällig im Hintergrund eingesetzt werden.

Mark Thomson ist Director of Retail Industry Solutions bei Zebra Technologies und arbeitet eng mit Einzelhändlern und Unternehmen im Gastgewerbe zusammen, um sie bei den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung zu unterstützen. Er verfügt über mehr als 27 Jahre Erfahrung in der europäischen und globalen Handelsbranche und spricht regelmäßig auf Branchenveranstaltungen in der EMEA-Region, etwa beim World Retail Congress. Vor seiner Zeit bei Zebra Technologies hatte Mark Thomson leitende Positionen in Unternehmen aus der Finanzbranche und dem Gastgewerbe inne.

Schlagworte: Roboter im Handel, Automatisierung

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