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Studie

Neuvertragsmieten im Einzelhandel sinken deutlich

Die Coronapandemie hat die Mieten im deutschen Einzelhandel bei Neuverträgen deutlich sinken lassen. Vor allem in den teuren Metropolen gibt es nach Jahren des Booms kräftige Rückgänge, wie eine Studie des Immobilienverbands IVD zeigt.

16.11.2021

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Die Zahl der leerstehenden Handelsimmobilien ist bedingt durch die Coronapandemie gewachsen.

Die Einzelhandelsmieten fielen demnach im ersten Halbjahr 2021 im Bundesschnitt um gut zehn Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, der von der Pandemie nur teilweise betroffen war. In den sieben größten deutschen Städten - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf - sanken sie laut IVD noch stärker mit fast 13 Prozent. Die Rückgänge in Klein- und Mittelstädten fielen mit rund einem Prozent bis gut fünf Prozent dagegen deutlich niedriger aus.

Am deutlichsten waren die Nachlässe laut der Studie in München, wo die Mieten für kleine Ladenflächen in neuen Verträgen um fast 27 Prozent einbrachen. In Stuttgart brachen sie um 20 Prozent ein. In Berlin und Düsseldorf war das Minus deutlich geringer (-12).

Leerstandsquote von rund 20 Prozent

"Je höher die Mieten waren, desto stärker sind die Preise gefallen", kommentiert IVD-Präsident Jürgen Schick die Ergebnisse. Die Einzelhandelsmieten seien in den vergangenen Jahren mit der guten Konjunktur stark gestiegen. Nun sei mancherorts - wie in München - eine Belastungsgrenze erreicht. In Klein- und Mittelstädten lägen die Mietpreise deutlich niedriger, so dass es weniger Spielraum für Korrekturen gebe. Der Trend zum Einkaufen im Internet habe jedoch alle Städte erfasst.

Im Schnitt lag die Leerstandsquote im Einzelhandel laut IVD zuletzt bei rund 20 Prozent - rund ein Drittel mehr als vor Beginn der Pandemie. Die Lage des Einzelhandels, der schon zuvor unter der Konkurrenz des Onlinehandels litt, habe sich noch verschärft. Es gebe nun einen Trend zu kürzeren Mietverträgen und kleineren Flächen, sagte Schick. Von der Politik forderte er, das Baurecht zu vereinfachen, damit sich Handelsimmobilien besonders in B- und Nebenkernlagen sowie in Klein- und Mittelstädten leichter in Wohnungen oder Büros umwandeln ließen.

Die komplette Studie kann hier kostenpflichtig als Printprodukt erworben werden.

Datenbasis:
Für die Studie wurden Büro- und Einzelhandelsmieten in Tausenden neu abgeschlossenen Verträgen untersucht. Betrachtet wurden Preise in 370 Städten und Gemeinden, die Marktberichterstatter des IVD erfassten.

Schlagworte: Handelsimmobilien, Ladenmieten, Mietpreise

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