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Handelsimmobilien

Warum dem Retail-Investmentmarkt ein Einbruch droht

Zwar hat das Transaktionsvolumen auf einigen europäischen Märkten für Einzelhandelsimmobilien 2020 noch zugelegt, die Aussichten sind jedoch trübe: Eine Analyse des Investment-Unternehmens Catella davon aus, dass Investoren im laufenden Jahr das Interesse an Retail-Objekten verlieren.

09.03.2021

© Photocreo Bednarek / stock.adobe.com

Laut Prognose werden Retail-Immobilien wie Shoppingcenter in der Investorengunst fallen.

Im Rahmen einer europaweiten Erhebung der Transaktionsvolumen, Renditen und Mietpreise von Einzelhandelsimmobilien im Jahr 2020 an 31 Standorten kommt die Catella-Analyse zu einem gemischten Ergebnis. Das Transaktionsvolumen ist im Vergleich zu 2019 nur in fünf europäischen Ländern gestiegen, wohingegen das Transaktionsvolumen gegenüber 2015 europaweit rückläufig ist – mit Ausnahme von Österreich und der Schweiz. Die Renditen für Shopping Center liegen zwischen 4,2 Prozent (Dänemark) und 7,5 Prozent (Lettland) und sind in Großbritannien sowie im Baltikum am höchsten.

Auch wenn in 26 von 31 Märkten die Renditekennziffern im Jahr 2020 noch immer nach oben wiesen, zeige sich doch beim Transaktionsvolumen ein anderes Bild, heißt es in der Analyse: Großbritannien erreichte 2020 noch ein knappes Plus von 4 Prozent, während die anderen beiden europäischen Flächenländer Deutschland und Frankreich 2020 Verluste von 19 und 32 Prozent hinnehmen mussten. In keinem einzigen Markt gab es 2020 Mietpreissteigerungen, stattdessen bei Shopping Centern Mietrückgänge von 3,6 Prozent (Dänemark) bis 16 Prozent (Finnland).

Pandemie erhöht Restrukturierungsdruck

Spätestens seit dem Beginn der Coronapandemie sei das Einkaufs- und Konsumverhalten nicht mehr unbedingt an High Street Stores gebunden, heißt es. Für 2021 erwartet Catella daher, dass die Objektwerte deutlich unter Druck geraten, weil Investoren das Interesse an der Assetklasse Retail verlieren. „Die Assetklasse steht europaweit unter einem gewaltigen Restrukturierungsdruck. Zwar kam der aktuelle Abwärtstrend spätestens seit der letzten Dekade mit Ansage und wurde nur durch die sehr gute konjunkturelle Situation in den letzten Jahren überdeckt, doch in der aktuellen Pandemiekrise zeigen sich die Bruchstellen deutlich“, führt Prof. Thomas Beyerle, Head of Research bei Catella, aus.

Aufenthaltsqualität, Inszenierung, Architektur oder Ankerfunktionen nur im Gebäude selbst schienen nicht länger die Lösung zu sein, doch eine intelligente Nutzungsmischung innerhalb der Innenstädte von Metropolen könne Chancen für die künftige Marktpositionierung von Handelsimmobilien bieten, heißt es weiter. 

Weitere Informationen zur Studie stehen hier kostenlos zur Verfügung.

Schlagworte: Handelsimmobilien, Einzelhandelsimmobilien

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