Kartellamt hat Bedenken gegen Übernahme von 28 Real-Läden durch Edeka

 

Das Bundeskartellamt hat Bedenken gegen die Übernahme von 28 Real-Filialen durch Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka angemeldet. Sie befürchte eine "erhebliche Behinderung des wirksamen Wettbewerbs" für die Verbraucherinnen und Verbraucher in den betroffenen Regionen, wenn der Handelsriese an diesen Standorten zum Zuge komme, teilte die Wettbewerbsbehörde mit.

 

Sie habe dies Edeka und dem Real-Eigentümer SCP mitgeteilt und befinde sich nun in Gesprächen mit den Unternehmen über mögliche Wege zur Lösung der Wettbewerbsprobleme. Der russische Finanzinvestor SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette Real mit ihren rund 270 Märkten im vergangenen Jahr von der Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen.

 

Marktführer Edeka will im Zuge der Zerschlagung von Real bis zu 72 Standorte der SB-Warenhauskette übernehmen. Allerdings war von vorneherein klar, dass das Bundeskartellamt diese Pläne wegen der Marktmacht des Handelsriesen genau unter die Lupe nehmen würde. Dabei sind die Bedenken wegen der Wettbewerbsverhältnisse für die Verbraucher nur die eine Seite.
 

SCP hält Verkauf weiterhin für möglich

Sorgen machen dem Kartellamt auch die Folgen der Übernahme für die Lieferanten des Handelsriesen. Hier biete SCP um die Bedenken auszuräumen an, einen Teil der Real-Standorte an mittelständische Lebensmittelhändler zu veräußern, berichtete das Kartellamt.

 

Der Real-Eigentümer SCP zeigte sich trotz der Einwände der Wettbewerbshüter optimistisch, was den Verkauf einer größeren Anzahl an Filialen an Edeka angeht. "Wir nehmen zur Kenntnis, dass das Bundeskartellamt für 44 der 72 von Edeka angemeldeten Standorte absatzseitig keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken sieht", hieß es in einer Mitteilung des Finanzinvestors. Es fänden bereits konstruktive Gespräche zu den vom Bundeskartellamt geäußerten Bedenken statt. Edeka wollte sich wegen des laufenden Verfahrens nicht zu den Vorgängen äußern.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Zum Weiterlesen

Digitalnavi Handel

Wegweiser zum innovativen Point of Sale

Der stationäre Handel muss sich ­digitalisieren. Doch den Unternehmern stellen sich viele Fragen: Welche Technologien passen zu mir und meiner Zielgruppe? Was lohnt sich überhaupt? Und vor allem: Was kostet das? Einen Überblick bietet jetzt das DigitalNavi Handel (DiNa).

Coronapandemie

Welche Einkaufserlebnisse die Deutschen im Lockdown vermissen

Seit dem 16. Dezember 2020 befindet sich Deutschland in einem harten Lockdown, der bis zum 7. März grundsätzlich Bestand haben soll. Das bedeutet auch die Schließung weiter Teile des Non-Food-Einzelhandels. Eine Umfrage zeigt: Den Verbrauchern fehlt das Einkaufen in der City.

E-Commerce

Warum Social Shopping in der Kundengunst steigt

Obwohl das stationäre Einkaufen für die Deutschen weiterhin einen hohen Stellenwert behält, erwerben sie Produkte auch vermehrt über soziale Netzwerke. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie des Digital-Marketing-Unternehmens Bazaarvoice.

HDE-Konsumbarometer

Wie sich die Verbraucherstimmung im Lockdown entwickelt

Nach monatelangem Sinkflug steigt die Verbraucherstimmung laut Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zum Frühjahr an. Es ist die erste Verbesserung der Stimmung seit Oktober 2020: Nach dem bundesweiten Anlaufen der Impfungen kommt leichter Optimismus auf.

Coronapandemie

Lockdown trifft Einzelhandel zu Jahresbeginn hart

Zwar boomt der Online-Handel - doch die stationären Geschäfte leiden weiter unter den Corona-Einschränkungen. Neben den bekannten Forderungen nach baldiger Öffnung wartet vor allem die Immobilienwirtschaft mit neuen Vorschlägen auf.