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Verlängerung der Gewährleistung stößt beim Handel auf Ablehnung

 

Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt eine von der Bundesjustizministerin vorgeschlagene Verlängerung der Gewährleistungsfrist beim Kauf von hochwertigen Gütern im Einzelhandel entschieden ab. Eine solche Änderung würde für die derzeit ohnehin von der Coronakrise schwer getroffenen Nicht-Lebensmittelhändler eine Zusatzbelastung in Millionenhöhe auslösen, argumentiert der Verband.

 

„Die Kunden sind mit den Regelungen für Umtausch und Gewährleistung seit Jahren sehr zufrieden. Es gibt keinen Grund, dieses funktionierende System zu verändern“, so HDE–Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Eine HDE-Umfrage aus dem vergangenen Jahr mache deutlich, dass fast 90 Prozent der Verbraucher mit den Rückgabemöglichkeiten und der Abwicklung in den Geschäften zufrieden oder sehr zufrieden sind. Bereits das aktuell geltende Gewährleistungsrecht koste die Einzelhandelsunternehmen rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr.

 

Der Verband kritisiert zudem, dass Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) ihre für den Einzelhandel teuren Vorschläge ausgerechnet in der für viele Nicht-Lebensmittelhändler existenzgefährdenden Coronakrise mache. Aus Sicht des HDE handelt es sich dabei um ein Wahlkampfmanöver.
 

HDE: Hersteller statt Händler in die Pflicht nehmen

Außerdem sei das anvisierte Ziel nicht über eine Verlängerung der Gewährleistungsfristen erreichbar: „Wenn die Justizministerin den Herstellern einen wirtschaftlichen Anreiz geben will, besonders langlebige und gut reparierbare Produkte zu entwickeln, setzt sie beim Handel an der völlig falschen Stelle an“, führt Genth aus. Der Einzelhandel könne die Mangelfreiheit eines Produkts bei Übergabe gewährleisten, nicht aber die Lebensdauer und die Reparierbarkeit garantieren.

 

Hierzu müsse die Rechtsordnung vielmehr gesetzliche Garantieverpflichtungen vorsehen, die vom Hersteller, nicht aber vom Händler zu erfüllen seien. Und auch die von der Justizministerin beklagte „Wegwerf-Mentalität“ der Verbraucher sei über die Gewährleistungsfristen nicht zu steuern. So zeige eine Studie des Umweltbundesamtes, dass die Verbraucher häufig neue Produkte kaufen, obwohl die alte Ware noch einwandfrei funktioniert. Grund sind demnach technische Innovationen, wie beispielsweise bei Smartphones und anderen Elektronikprodukten.

 

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