Steuertipp

Geldwerter Vorteil

Leistet ein Arbeitnehmer für die Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs für Privatfahrten respektive für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit ein Nutzungsentgelt an den Chef, mindert dies den Wert des zu besteuernden geldwerten Vorteils aus der Nutzungsüberlassung des Dienstwagens.

Von Christoph Iser 02.12.2019

© dreamer

Eine Minderung des geldwerten Vorteils kann schon jetzt mittels arbeitsvertraglicher Klauseln oder zwingender betrieblicher Anweisungen zur Unterbringung des Fahrzeugs in einer Garage erreicht werden.

Leistet ein Arbeitnehmer für die Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs für Privatfahrten respektive für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit ein Nutzungsentgelt an den Chef, mindert dies den Wert des zu besteuernden geldwerten Vorteils aus der Nutzungsüberlassung des Dienstwagens.

Eine Minderung des geldwerten Vorteils kann ebenso erreicht werden, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen der privaten Nutzung einzelne Kosten des betrieblichen Fahrzeugs trägt, wie beispielsweise die fürs Tanken. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) sowohl für die Fahrtenbuchmethode (Urteil vom 30.11.2016, Az.: VI R 49/14) als auch für die Besteuerung des geldwerten Vorteils mittels der 1-Prozent-Regelung (Urteil vom 30.11.2016, Az.: VI R 2/15) bestätigt.

Aber aufgepasst: Eine Minderung des geldwerten Vorteils aus der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs erfolgt nur für solche Aufwendungen, die für den Arbeitnehmer aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen notwendig sind. Darunter versteht das Finanzgericht Münster mit Urteil vom 14.3.2019 (Az.: 10 K 2190/17 E) lediglich Aufwendungen, die entweder zur Erfüllung einer arbeitsvertraglichen Klausel oder aber zur Inbetriebnahme des Fahrzeugs erforderlich sind.

Im fraglichen Fall stellte der Arbeitnehmer das Dienstfahrzeug in seiner privaten Garage ab, ohne dass dafür eine Verpflichtung seitens des Arbeitgebers bestand. Die Münsteraner Richter entschieden daher, dass die anteilig auf die Garage eines Arbeitnehmers entfallenden Grundstückskosten nicht den geldwerten Vorteil für die Überlassung eines Fahrzeugs mindern können, wenn die Unterbringung in der Garage freiwillig erfolgt. Da die Garagenkosten ebenso nicht zwingend für die Inbetriebnahme des Fahrzeugs erforderlich sind, ließen die erstinstanzlichen Richter eine entsprechende Kürzung des geldwerten Vorteils nicht zu.

Ausdrücklich wurde zwar wegen der grundsätzlichen Bedeutung, ob sich auch freiwillige Leistungen mindernd bei der Bemessung der Höhe des geldwerten Vorteils auswirken können, die Revision zum BFH zugelassen. Da dies in der Folge jedoch niemand beantragt hat, ist die Entscheidung rechtskräftig geworden.

Für die Praxis ist herauszustellen: Auch wenn mangels Revision noch keine höchstrichterliche Klärung in Sicht ist, ob auch freiwillige Leistungen des Arbeitnehmers die Höhe des geldwerten Vorteils mindern können, kann eine Minderung schon jetzt mittels arbeitsvertraglicher Klauseln oder zwingender betrieblicher Anweisungen zur Unterbringung des Fahrzeugs in einer Garage erreicht werden.

Steuerberater Christoph Iser ist Partner der Dr. Husemann & Bellgardt Wirtschaftsprüfer – Steuerberater LLP in Düsseldorf.

Schlagworte: Steuertipp

Kommentare

Ihr Kommentar