Investitionsabzugsbetrag PKW

Nachweis des Nutzungsanteils

Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht es Unternehmen, Abschreibungen in ein Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung eines Wirtschaftsgutes vorzuverlagern. Er kann bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten betragen.

Von Christoph Iser 23.07.2020

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Der Fiskus hinterfragt regelmäßig, ob das angeschaffte Fahrzeug ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird.

Allerdings müssen dazu mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Eine davon lautet: Das anzuschaffende Wirtschaftsgut muss ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt werden.

Insbesondere bei der Anschaffung eines Pkw führt diese Voraussetzung in der Praxis häufig zu Problemen. Denn regelmäßig hinterfragt der Fiskus, ob das angeschaffte Fahrzeug ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird. Unstrittig ist in diesem Zusammenhang, dass eine fast ausschließliche betriebliche Nutzung erfordert, dass der Pkw zu mindestens 90 Prozent für betriebliche Fahrten genutzt wird. Wird diese Quote von vornherein nicht erfüllt, kann ein Investitionsabzugsbetrag nicht gebildet werden. Stellt sich erst im Nachhinein heraus, dass die Quote von 90 Prozent betrieblicher Nutzung nicht erreicht wird, muss der Unternehmer den Investitionsabzugsbetrag wieder gewinnerhöhend rückgängig machen.

Strenge Anforderungen

Umstritten ist jedoch, ob zur Ermittlung des betrieblichen Nutzungsanteils des Fahrzeugs die gleichen strengen Anforderungen anzulegen sind wie bei der Ermittlung der privaten Nutzungsentnahme. Denn in letzterem Fall muss der Steuerpflichtige den Umfang der betrieblichen Nutzung durch die Vorlage eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs nachweisen. Mittels eines Computerprogramms erstellte Auflistungen der betrieblichen Fahrten erfüllen hingegen nicht die Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, zeitnahes und in geschlossener Form zu führendes Fahrtenbuch. Ist ein entsprechendes Fahrtenbuch nicht vorhanden, kann der private Nutzungsanteil lediglich pauschal anhand der Ein-Prozent-Regelung ermittelt werden. Wohlgemerkt gilt dies jedoch allein für die Ermittlung der privaten Nutzungsentnahme.

Vollkommen offen ist bisher die Frage, ob der Nachweis der ausschließlichen oder fast ausschließlichen betrieblichen Nutzung eines Fahrzeugs auch auf andere Weise als durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt werden kann. Denkbar wären insbesondere einfache, mittels eines Computerprogramms erstellte Auflistungen, deren Erstellung bedeutend weniger Arbeit als das Führen eines Fahrtenbuchs macht. In der Praxis wäre dies eine deutliche Erleichterung. Auf welche Weise der geforderte Nutzungsnachweis erbracht werden muss, um einen Investitionsabzugsbetrag bilden zu können, klärt aktuell der Bundesfinanzhof (Az: VIII R 24/19). ●

Steuerberater Christoph Iser ist Partner bei Dr. Husemann, Bellgardt & Partner mbB, Wirtschaftsprüfer und Steuer­berater in Düsseldorf. Der Autor zahl­reicher Fachpublikationen ist auf die Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen spezialisiert.

Schlagworte: Steuertipp

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