Vier Gewinnt

Damit im neuen Jahr gleich der Grip stimmt, könnten Fuhrparkmanager sich mal die neuen Modelle mit Allradantrieb genauer anschauen. Wir stellen vier starke Auftritte vor.

Von Thomas Müller 29.01.2016

Audi Q7 E-Tron
Audis Q7 E-Tron ist das erste SUV, das mit Diesel-Plug-in und Allrad fährt und der zweite Plug-in-Hybrid (nach dem A3 E-Tron) aus Ingolstadt. Ein Blick auf den Preis mag manchem Autofreund die Tränen in die Augen treiben, doch der E-Tron spart Sprit und bringt mit einem bemerkenswert geringen CO2-Ausstoß Vorteile nicht nur für die Umwelt. Mit den „Supercredits“, die von der EU für Plug-in-Hybride mit einem CO2-Ausstoß von unter 50 g/km vergeben werden, können Fuhrparkmanager durch die Anschaffung des Q7 E-Tron auf dem Flottenverbrauchskonto Platz schaffen für Fahrzeuge mit einem höheren Spritverbrauch. Abstriche beim Fahrspaß müssen die Lenker des großen Sparmobils allerdings ganz und gar nicht machen. Die Kombination aus Sechszylinder-TDI und E-Motor beschleunigt das schadstoffarme Geschoss in sechs Sekunden von null auf hundert. Das ist bei einem Gewicht von rund 2,5 Tonnen ein starker Antritt, aber auch kein Wunder: Wenn beide Motoren an einem Strang ziehen, entfalten 373 PS die Kraft von 700 Nm Drehmoment. Die E-Maschine schafft mit einer zweieinhalbstündigen Ladung rund 60 Kilometer. Auf Wunsch bietet Audi Ökostrom für die heimische Ladestation an. Nie war klimaneutral so luxuriös.

Volvo XC90
Für Volvo ist eine neue Zeitrechnung angebrochen, seit Ford die Schweden in chinesische Hände gegeben hat. Geely heißt der neue Eigner, und sexy ist der Erfolg des XC90. Traditionell bleibt das SUV nur, wenn es um die schwedische Sicherheitstechnologie geht. Neben der besonders crashgeschützten Fahrgastzelle greifen Brems- und Spurhalteassistenten automatisch ein. Bevor es brenzlig wird, ziehen sich die Gurte straffer, und Sensoren sorgen auch in der Nacht mit hoch entwickelter technischer Macht für allzeit gute Fahrt. Neu aber ist das Baukastenprinzip, das die Chinesen bei Volkswagen abgeguckt haben und das zu einer deutlichen Verschlankung der Aggregate geführt hat. Auf einer gemeinsamen Plattform zusammengestellt, müssen alle Modelle künftig mit vier Zylindern auskommen, auch der üppig raumgreifende XC90. Zwei Turbolader beschleunigen das Zwei-Tonnen-SUV jedoch mit Leichtigkeit; nicht zu schnell, den bis zu sieben Personen im Wagen soll im sicheren Schweden ja nicht ob einer allzu sportlichen Fahrweise schlecht werden. Die bescheidene Motorisierung ist effizient und vernünftig: Das passt zu Volvo.

Mercedes GLC 250d
Er ist noch ein bisschen teurer geraten als die vergleichbare Konkurrenz von Audi (Q5 2.0 TDI) oder BMW (X3 20d xDrive), aber dafür ist der neue GLC 250d von Mercedes auch eine runde Sache. Deutlich weniger eckig und kantig wirkend, soll der Nachfolger des GLK laut Dieter Zetsche ein „Offroader im Maßanzug“ sein. Serienmäßige Neun-Gang-Automatik, höhenverstellbare Zwei-Kammer-Luftfederung und fünf Fahrprogramme sorgen aber auch für angenehme Onroad-Erfahrungen, urteilte die Fachpresse, die sich recht angetan vom innen hübsch holzvertäfelten und außen in Länge (plus zwölf Zentimeter) und Breite (plus fünf Zentimeter) gewachsenen GLC zeigt. Der Allradantrieb wurde effizienter gestaltet und hilft, zusammen mit einer Gewichtsreduktion von immerhin 80 Kilogramm, bei der Verbrauchssenkung um fast 20 Prozent. Bei der Sicherheit wurde hingegen nicht gespart, sondern beinahe GLK-typisch geklotzt: Das SUV kommt mit Kollisionswarner, Seitenwind- und Lichtassistenten sowie im Fahrassistenzpaket Plus mit radarunterstütztem Bremsassistenten und Totwinkelwarner daher. Den neuen geländegängigen wie alltagstauglichen Augenschmeichler gibt es übrigens auch in der Plug-in-Hybrid-Modellvariante GLC 350e.

Lexus RX 450h
„My mind is infested with sick thoughts that circle / like a Lexus, if driven wrong it’s sure to hurt you”, rappte Jay-Z in dem schönen Song „Can I Live”. Man kann sich gut vorstellen, mit dem optisch aggressiv wirkenden Lexus RX 450h durch die Gegend zu cruisen und die Hip-Hop-Platte „Reasonable Doubt” in unzweifelhafter Lautstärke bei heruntergelassenen Fenstern zu hören. Der SUV sieht aus, als „fresse er Kleinwagen zum Frühstück“, schrieb Spiegel Online über Toyotas Beitrag zum „Darth-Vader-Ähnlichkeitswettbewerb“. In vierter Generation bringt Lexus die Baureihe bald auf die Bahn, der Dauerbrenner RX ist mit weltweit über 2,2 Millionen verkauften Exemplaren die „cash cow“ der japanischen Marke. Die Fahrleistung des neuen SUV kann jedoch nicht ganz das Versprechen des schnittigen Auftritts einlösen. 7,7 Sekunden bis Tempo 100 und ein Spitzentempo von 200 sind kein Stoff für Rap-Lyrics, auch wenn ein Klanggenerator den Sound des Hybrids aus einem V6-Benzin-Direkteinspritzer und zwei E-Maschinen unterstützt. Cruisen aber lässt es sich mit dem in der Länge um zwölf Zentimeter gewachsenen und im Cockpit edel gestalteten RX 450h kommod. Wer das testen möchte: Jay-Z-Platte einpacken und ab 23. Januar 2016 (Markteinführung) einen Termin beim Händler vormerken lassen.

Schlagworte: Auto, Autoquartett, Fuhrpark, Fahrzeuge, Automobile, Allrad

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