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Sportfachhandel

Fairplay mit Mutter Natur

In den vergangenen Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung gewonnen. Weil es sich nicht um einen Trend, sondern eine Notwendigkeit handelt, müssen Handel und Hersteller entsprechende Konzepte auch in schwierigen Zeiten konsequent verfolgen.

Von Karin Höcker, Verbandsmanagerin, VDS Handelsverband Sport 16.10.2020

© stockadobe.com/AYAImages/Juliefrancoeur

Der VDS-Handelsverband Sport hofft, dass seine Mitglieder die Vision nachhaltigen Konsums teilen und über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, sie in die Praxis umzusetzen.

Da viele Sportfachhändler wegen der Coronakrise derzeit in erster Linie um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen, ist der Leitgedanke Nachhaltigkeit auf der Prioritätenliste leider wieder etwas nach unten gerutscht. Denn sofern sie ihre Geschäfte nach dem Shutdown überhaupt wieder öffnen konnten, arbeiten viele Kollegen momentan an ihrer Belastungsgrenze.

Davon unbenommen will der Kunde von heute jedoch bewusst leben und konsumiert entsprechend nachhaltig. Das heißt, er ist bestrebt, verantwortungsbewusst mit den endlichen Ressourcen umzugehen. Ziel ist es, den nachfolgenden Generationen – wenn dies überhaupt noch möglich ist – eine lebenswerte Natur zu hinterlassen.

Als Sportfachhändler müssen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten zum nachhaltigen Konsum beitragen. Darum sollten wir unseren Kunden mehr als Erfahrungsmöglichkeiten in Erlebniswelten, wie beispielsweise das Testen von Daunenjacken in einer Kühlkammer, bieten. Unsere Aufgabe ist es, darüber hinaus Wertschätzung für die Produkte zu vermitteln, indem wir beispielsweise Informationen über Materialien und Einblick in den Herstellungsprozess geben. Alles, was sozial und ökologisch relevant ist, möchte der Endverbraucher über das Produkt, zum Beispiel eine recycelte Jacke, wissen.

Energiesparpotenziale ausschöpfen

Entsprechend sind wir aufgerufen, eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion zu fördern und auf faire Arbeitsbedingungen zu achten. Ebenso im Blick zu behalten sind der Tier- und Naturschutz. Entsprechende Siegel sollen dem Kunden die nötige Orientierung bieten und seine Kaufentscheidung in Richtung Nachhaltigkeit beeinflussen.

Da jedoch zahlreiche Hersteller für ihre Eigenmarken eigene Labels entwickelt haben, verliert sich mancher Kunde im „Siegeldschungel“. Das heißt, auch wenn sich die Eigenmarkenlabels eng an den staatlichen Richtlinien orientieren, blicken viele Kunden nicht mehr recht durch. Um den Überblick zu behalten, hat unter anderem der Handelsverband Deutschland einen Siegelleitfaden herausgebracht.

Der Sportfachhandel sollte jedoch nicht allein darauf achten, dass Waren nachhaltig produziert werden, sondern zudem im Betrieb die verschiedenen Energiesparpotenziale ausschöpfen und seine Handelsflächen nachhaltig nutzen. Solaranlagen auf dem Dach, wie es die Messe München vorlebt, sind nur ein Beispiel. Auch bei der jüngsten Sportindustriemesse ISPO Munich hat sich ein wesentlicher Teil der Ausstellung um klima- und umweltfreundliche Produkte sowie Nachhaltigkeitsthemen und -trends gedreht. Ein Motto lautete: „Be responsible. Sport for a planet worth living at.“

Verpackungsmaterial reduzieren

Überdies wäre es wünschenswert, wenn es weniger Verpackungsmüll gäbe. Bei der Vermeidung und Wiederverwertung des Abfallaufkommens ist Deutschland zwar ganz vorn dabei, denn 70 Prozent gehen ins Recycling. Doch wenn sie die Menge des Verpackungsmaterials sehen, fragen sich Händler und Verbraucher gleichermaßen, ob das in diesem Volumen wirklich nötig ist. 78 Prozent der Kunden möchten Produkte kaufen, die geringstmöglich verpackt sind, und 62 Prozent wären bereit, woanders zu kaufen, wenn das weniger Müll zur Folge hätte. Viele Hersteller orientieren sich daher inzwischen um und suchen nach Alternativen.

Der VDS-Handelsverband Sport hofft, dass seine Mitglieder die skizzierte Vision nachhaltigen Konsums teilen und über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, sie in die Praxis umzusetzen. Achten Sie und Ihre geschulten Mitarbeiter darauf, dass der Kunde ein faires Produkt mit einem möglichst geringen ökologischen Fußabdruck erhält, und kommen Sie so seinem Umweltbewusstsein entgegen. Engagieren Sie sich zudem für Ihre Kunden, denn der persönliche Kontakt im stationären Sportfachhandel ist das A und O – nicht zuletzt, wenn wir in diesen schweren Zeiten überleben wollen

Denken Sie auch stets an das Motto unserer gemeinsam mit der ISPO Munich und Sport2000 im April gestarteten Social-Media-Branchenkampagne: „#sportbleibt. Zuhause. Draußen. Im Kopf. Als Team.“ Mit dieser von bekannten Sportlern unterstützten Aktion möchte der VDS Handelsverband Sport Mut machen und den Zusammenhalt stärken. Mit dem nötigen Wir-Gefühl und einem partnerschaftlichen Umgang seitens der Lieferanten hofft der Sportfachhandel, die Krise gut zu überstehen.

Die Siegelkriterien von Oeko-Tex

Als Partner des VDS Handelsverband Sport bei Europas größtem Schulungs- und Verkaufswettbewerb für die Sportbranche, dem vds-Super-Cup, schult und prüft Oeko-Tex die Teilnehmer an seinen Siegeln. Das einheitliche Prüf- und Zertifizierungssystem der Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie vergibt das Label „Made in Green“, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: Das Produkt muss nach „Standard 100“ auf Schadstoffe geprüft und zertifiziert sein, die Betriebsstätten müssen nachhaltige Arbeitsbedingungen und Produktionsprozesse gemäß den Oeko-Tex-Richtlinien nachweisen und jeder einzelne Bestandteil, der mindestens fünf Prozent des Gesamtgewichts des Produkts ausmacht, sowie insgesamt mindestens 85 Prozent des Gesamtgewichts des Verkaufsartikels müssen ebenfalls aus nachhaltigen Produktionsbetrieben stammen. Zudem müssen die Produktionsfirmen nachweisen, dass sie in folgenden Bereichen nachhaltig arbeiten: sicherer Umgang mit Chemikalien, Umweltleistung, Umweltmanagement, Sicherheit am Arbeitsplatz, Sozial- und Qualitätsmanagement.

Schlagworte: Sportartikel, Nachhaltigkeit, Branchen

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