Studie

Stationärer Fahrradhandel gewinnt weiter Marktanteile

Der deutsche Fahrradmarkt bleibt Krisengewinner und verzeichnet auch 2021 wieder ein Umsatzplus, so eine neue Studie. Treiber der Wachstumsdynamik sind E-Bikes. Der stationäre Fachhandel entwickelt sich besser als der Onlinehandel.

19.07.2022

© Sergey Ryzhov/Stock.Adobe.com

Während andere Branchen Marktanteile an die Onlinekonkurrenz verlieren, wird die Distribution von Fahrrädern vom stationären, meist kleinbetrieblichen, Fachhandel dominiert.

Mobilitätswandel, Nachhaltigkeitstrend, gesteigertes Gesundheitsbewusstsein: Die Rahmenbedingungen für Investitionen in Fahrräder sind nicht erst seit der Pandemie günstig. So hat der Markt rund um Fahrräder auch im vergangenen Geschäftsjahr 2021 wieder ein Plus erzielt.

Zwar konnte die hohe Wachstumsrate des ersten Pandemiejahres (+40,9 Prozent) nicht gehalten werden, eine Steigerung der Umsätze um weitere 8,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro macht die Branche aber dennoch weiter zum Krisengewinner. Zu diesem Ergebnis kommt der neue „Branchenfokus Fahrräder“ des IFH Köln und der BBE Handelsberatung, der zeigt: Vom Umsatzboom profitiert in erster Linie der stationäre Fahrradhandel. Eine Besonderheit, die sich nach den Prognosen der Handelsforscher jedoch auch bei Fahrrädern in den kommenden Jahren mehr gen online entwickeln wird.

„So gut wie alle Trends und Rahmenbedingungen sprechen für die Branche und beflügeln sie: Demographie, E-Mobilität, Dienstrad-Lösungen, Gesundheit, gesteigertes Freizeitbewusstsein, Urlaub in heimischen Gefilden usw. Nur Lieferengpässe können die Verkaufszahlen bremsen,“ ordnet Florian Schöps, Senior Consultant bei der BBE Handelsberatung, die Daten ein. Der anhaltende Umsatzanstieg in der Fahrradbranche ist auf den E-Bike-Trend zurückzuführen, welche den durchschnittlichen Verkaufspreis eines Fahrrads 2021 auf 1.627 Euro haben ansteigen lassen. Zum Vergleich: 2019 lag der durchschnittliche Verkaufspreis bei 938 Euro. So entfällt heute ein Großteil des Umsatzanteils (72,5 Prozent) auf E-Bikes. Abseits der elektrischen Räder verbucht auch der Radsport-Trend Zuwächse für die Branche. Die oftmals pandemiebedingte Orientierung zu Outdoor-Sportarten ließ den Bereich der Straßensporträder 2021 auf ein hohes zweistelliges Plus wachsen.

Fachhandel hält Onlinekonkurrenz auf Distanz

Die Distribution von Fahrrädern wird vom stationären, meist kleinbetrieblichen, Fachhandel dominiert. Während andere Branchen immer mehr Marktanteile an die Online-Konkurrenz verlieren, spielt sich das beratungs- und serviceintensive Geschäft der Zweirad-Branche – insbesondere auch aufgrund der kostenintensiven E-Bikes – vor allem stationär ab. Das zeigen auch die Umsatzzahlen, die 2021 beim stationären Fahrradhandel (Fachhandel inklusive Fachmärkte) bei 6,5 Milliarden Euro lagen und somit 85 Prozent des Branchenumsatzes ausmachen.

„Der Blick auf die Vertriebsstrukturen im Fahrradmarkt hat uns 2021 deutlicher als zuvor gezeigt, dass der Onlinehandel hier noch zurücksteht. Der Fachhandel profitiert neben der Beratung vor allem auch vom nachgelagerten Service, sprich Wartung und Reparatur der E-Bikes. Aber diese Struktur wird sich in den kommenden Jahren ändern. Der Distanzhandel wird auch in dieser Branche aufholen, die letzten Jahre sind krisenbedingt als Ausnahme zu sehen,“ so Christoph Lamsfuß, Senior Consultant am IFH Köln.

Die komplette Studie kann über den IFH Shop erworben werden.

Schlagworte: Fahrradhandel, IFH Köln, BBE Handelsberatung, Studie

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