Verbraucherumfrage

Sparen an allen Ecken und Enden

Weniger Spontankäufe, weniger Modeshopping, weniger Markenbewusstsein: Drei Viertel der Deutschen gehen vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation sparsamer mit ihrem Geld um, so eine neue, repräsentative Umfrage.

31.08.2022

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Blick aufs Kleingedruckte: Viele Verbraucher in Deutschland drehen in diesen Tagen jeden Euro zweimal um.

Eine Mehrheit der Verbraucher in Deutschland (64 Prozent) hat ihr Einkaufsverhalten in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren geändert. 70 Prozent der Befragten geben an, vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation nicht mit dem monatlich zur Verfügung stehenden Geld auszukommen. Rund jedem zehnten Teilnehmer (11 Prozent) fehlen bis zu 100 Euro im Monat. Jedem Fünften (20 Prozent) fehlen ganze 101 bis 200 Euro; sechs Prozent fehlen sogar über 500 Euro. Im Schnitt haben die Deutschen am Monatsende eine Lücke von 177 Euro im Portemonnaie. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Meinungsforscher von YouGov im Auftrag von Ebay.

Fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) sind darauf bedacht, sparsamer mit ihrem Geld umzugehen. 70 Prozent kaufen mit Zurückhaltung. 38 Prozent achten darauf, nur notwendige Mengen zu kaufen. 16 Prozent hingegen geben an, dass sie sogar mehr kaufen als in den Vorjahren, weil sie mit weiteren Preissteigerungen rechnen.

Als mögliche Ursache ihres veränderten Einkaufsverhaltens geben 67 Prozent der Befragten, die ihr Einkaufsverhalten geändert haben, an, dass alles teurer geworden ist und sie daher preiswerter einkaufen müssen. 40 Prozent stellen schon jetzt Engpässe in ihrem finanziellen Budget fest und 35 Prozent befürchten langfristige Engpässe. Jeder Vierte (24 Prozent) hatte schon einige Male deutlich vor Monatsende kein Geld mehr zur Verfügung.

Rabattaktionen sind beliebt

Fast die Hälfte der Sparer (48 Prozent) versucht, an möglichst vielen Stellen Geld einzusparen. Überlegtes Einkaufen und das Vermeiden von Spontankäufen geben 47 Prozent als konkrete Verhaltensänderung an. 42 Prozent versuchen, insgesamt preiswerter einzukaufen. 33 Prozent ersetzen teure Markenprodukte durch günstigere Handelsmarken und 29 Prozent geben an, weniger Produkte zu kaufen, sich also im Konsum insgesamt einzuschränken.

Als konkrete Sparmaßnahme im Alltag nutzt mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Sparer Rabattaktionen. 42 Prozent nehmen an Cashback-, Treuepunkt- oder Gutscheinaktionen teil und 41 Prozent gehen lieber zum Discounter statt zum teureren Supermarkt. 28 Prozent nutzen Vergleichsportale, um Angebote zu vergleichen und den günstigsten Preis zu finden.

Verzicht lieber bei Lebensmitteln als beim Auto

Gespart wird vor allem in den Bereichen Kleidung und Mode (23 Prozent), Lebensmittel (18), Urlaub (16) und Haushalt und Freizeitgestaltung (14). Auf die Mobilität mit dem Auto will nur jeder zehnte (elf Prozent) verzichten und im Bereich Wohnen und Sport schränken sich jeweils nur sieben Prozent der Sparwilligen ein.

Darüber hinaus wollen die Sparer auch bei Alltagsaktivitäten Geld einsparen, um am Monatsende mehr übrig zu haben. Neben dem sparsameren Einkaufen (89 Prozent) wollen 60 Prozent der Sparer auf ihren Energie- und Stromverbrauch im Alltag achten, und die Hälfte (51 Prozent) möchte sparsamer mit Wasser umgehen. Ein Viertel gibt an, beim Kauf von Produkten auch gebrauchte oder generalüberholte (refurbished) Ware in Betracht zu ziehen.

Gefragt nach Anschaffungen oder Investitionen, die ursprünglich für dieses Jahr geplant waren und aus finanziellen Gründen verschoben werden, stehen Urlaubsreisen an erster Stelle (22 Prozent), gefolgt von größeren Anschaffungen (14), Reparaturen im Haushalt (13) und dem Kauf von Elektrogeräten wie TV oder Smartphone (13).

72 Prozent der Deutschen können sich aktuell und zukünftig den Kauf von gebrauchten und generalüberholten Produkten vorstellen. An erster Stelle stehen hierbei Bücher (35 Prozent), gefolgt von Autos (29) und Fahrrädern (26) sowie Kleidung, Schuhe und Accessoires (26).

Schlagworte: Einzelhandel, Umfrage, Verbraucherumfrage

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