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Gastbeitrag

So schützen sich Onlinehändler vor Zahlungsausfällen

Laut einer Studie des Forschungsinstituts Ibi Research haben viele kleinere Handelsunternehmen Nachholbedarf im Mahn- und Inkassowesen - ein Problem im Hinblick auf die Liquiditätssicherung in Coronazeiten. Lösungen erläutert Thorsten Foesch vom Finanzdienstleister Demondo im Gastbeitrag.

Von Torsten Foesch, COO bei Demondo 05.08.2021

© Studio V-Zwölf / stock.adobe.com

Viele Händler haben einer Studie zufolge Nachholbedarf, wenn es um das Eintreiben ausstehender Forderungen geht.

Bereits im Jahr 2019 gaben 83 Prozent der deutschen Online-Händler in einer DIHK-Studie an, ins Ausland zu verkaufen. Eine weitere Händlerbefragung (Ibi Research, IHK, DIHK) aus dem September 2019 zeigt, dass zwei Drittel der deutschen Händler von einem Zuwachs des Cross-Boarder-Handels ausgehen. Es ist also unstrittig, dass das Auslandsgeschäft mittlerweile eine hohe Relevanz erlangt hat.

Doch neben den zusätzlichen Umsatzpotenzialen existieren auch hohe Risiken. So gaben über 50 Prozent der befragten Unternehmen an, sie würden mit Zahlungsstörungen oder -ausfällen wegen der krisenbedingt angespannten Wirtschaftslage rechnen. Trotz dieser Erkenntnis führte nur knapp die Hälfte der Händler eine Risikoprüfung der Kunden durch. Hierbei handelt es sich jedoch um eine wichtige Maßnahme, die Zahlungsausfällen in einer frühen Phase vorzubeugen vermag.

Um Forderungsausfälle im Cross-Boarder-Handel sowie im Inlandsgeschäft zu minimieren, sollten Händler das Forderungs- und Risikomanagement bereits bei der Gestaltung des Online-Shops und der Payment-Optionen integrieren. Hierfür existieren verschiedene Tools, die bedarfsgerecht kombiniert werden können.

Decision Engines und Blacklists

Zunächst gilt es, Zahlungsausfälle von Kunden mit vermutlich unzureichender Zahlungsfähigkeit auszuschließen. Hierfür existieren Dienstleister und Tools, die in die Verkaufsprozesse integriert werden können. Gleiches gilt für die Adressvalidierung und die Verifizierung von Identitäten. Die Herausforderung liegt allerdings darin, diese Prüfprozesse so ablaufen zu lassen, dass sie das Kundenerlebnis nicht beeinträchtigen. Im Optimalfall sind sie sehr performant und schlagen dem Nutzer seine individuellen Zahlungsoptionen automatisiert vor.

Weiterhin ist es von Bedeutung, in verschiedenen Varianten auftretende Betrugsversuche zu erkennen. Die Bandbreite reicht von falschen Identitäten über gestohlene Kreditkartendaten bis hin zu verfälschten Anschriften. Zur Verhinderung solcher Vorfälle können Händler etwa sogenannte Decision Engines einsetzen, die illegale Vorhaben anhand bestimmter Muster eigenständig identifizieren können.

Ebenso bietet es sich an, interne Prüfmechanismen im Shop zu implementieren. Dies kann etwa eine Blacklist sein, in der bekannte Betrüger oder wahrscheinlich zahlungsunfähige Kunden gelistet sind. Das gegensätzliche Prinzip verfolgt die Whitelist, welche ausschließlich geprüfte und für risikofrei befundene Kunden enthält. Auch ein Stammkunden-Check kann ergänzend durchgeführt werden.

Externes Forderungsmanagement als Alternative

Selbstredend stellen die skizzierten Maßnahmen einen nicht unerheblichen Aufwand dar - sowohl organisatorisch als auch finanziell. Gerade kleine und mittelständische Händler sollten daher genau abwägen, welche Risiken entsprechende Investitionen rechtfertigen.

Händler, die nicht über das Know-how oder die Ressourcen verfügen, um ein umfangreiches softwaregestütztes Forderungs- und Risikomanagement in ihre Shop-Umgebung zu implementieren, können auf ein externes Forderungsmanagement setzen. Übernommen wird diese Aufgabe von spezialisierten Dienstleistern, die über ein professionelles Risikomanagement mit leistungsstarken Prüfmechanismen verfügen.

Sollte trotz aller Kontrollen eine Zahlungsstörung eintreten, kann der externe Anbieter individuell auf den Schuldner zugeschnittene Lösungsoptionen anbieten. Hierdurch lässt sich der Komplettausfall von Zahlungen für den Händler in vielen Fällen verhindern.

Insgesamt zeigt die Faktenlage, dass Händler gerade in angespannten Situationen wie der Coronakrise nicht auf ein fundiertes Forderungsmanagement verzichten sollten. Mit Hilfe geeigneter Werkzeuge oder externer Dienstleister gelingt es Unternehmen, viele Risiken deutlich zu reduzieren.

Torsten Foesch ist Chief Operating Officer beim Finanzdienstleister Demondo. Das Unternehmen bietet Lösungen etwa in den Bereichen Payment, Rechnungsstellung und Inkasso.

Schlagworte: Forderungsausfälle, Studie

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