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Rückgang der privaten Konsumausgaben in Coronajahr 2020

Die Coronakrise hat den Privatkonsum in Deutschland im vergangenen Jahr gedämpft. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sanken die monatlichen Konsumausgaben gegenüber dem Jahr 2019 um 3 Prozent auf durchschnittlich 2507 Euro.

24.11.2021

© Africa Studio / stock.adobe.com

Trotz insgesamt sinkender Konsumausgaben stieg die Nachfrage nach bestimmten Produkten wie zum Beispiel Fahrrädern stark an.

Lockdowns und Begrenzungen der Personenzahl zum Beispiel in Freizeit- und Dienstleistungseinrichtungen führten den Angaben zufolge zu einem Rückgang der Ausgaben. Konjunkturmaßnahmen wie die befristete Mehrwertsteuersenkung und der Kinderbonus hätten sich dagegen positiv ausgewirkt.

Für den Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur gaben die Haushalte durchschnittlich 239 Euro pro Monat aus. Die Ausgaben waren damit insgesamt 16 Prozent geringer als 2019 (284 Euro). Dabei zeigten sich jedoch innerhalb dieses Ausgabenbereichs gegenläufige Tendenzen: Während die Haushalte für Pauschalreisen und für Veranstaltungen weniger ausgaben, investierten sie mehr Geld als im Vorjahr in ihre Ausstattung mit Computern sowie in Wohnmobile und Campingausrüstung. 

Die Ausgaben für Bekleidung waren ebenfalls rückläufig: 2020 kauften Haushalte im Schnitt für 93 Euro pro Monat Bekleidung und Schuhe ein und gaben damit 12 Prozent weniger aus als 2019 (106 Euro). Die Ausgaben im Bereich Verkehr lagen insgesamt bei durchschnittlich 325 Euro pro Monat. Dies waren rund sieben Prozent weniger als 2019 (351 Euro).

Hohe Ausgaben für Fahrräder

Hier spiegelt sich der Fahrradboom des Jahres 2020 auch in den Ausgaben wider: Während die Haushalte, unter anderem aufgrund von Homeoffice, weniger für Kraftstoffe sowie Bus und Bahn ausgaben, wendeten sie im Schnitt mehr Geld als im Vorjahr für Kraft- und Fahrräder (plus 55 Prozent), aber auch etwas mehr für den Kauf von Autos (plus 6 Prozent) auf. 

Den höchsten Ausgabenzuwachs gab es im Bereich Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände. Hierfür wendeten die Haushalte 2020 im Schnitt 160 Euro pro Monat auf und damit rund 13 Prozent mehr als 2019 (141 Euro). Angeschafft wurden in diesem Bereich vor allem größere und kleine Haushaltsgeräte, Heimtextilien und Einrichtungsgegenstände. 

Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur. Ökonomen befürchten, dass die gestiegenen Infektionszahlen den Konsum erneut dämpfen könnten, weil Verbraucher aus Sorge vor Ansteckungen zum Beispiel auf den Besuch von Restaurants verzichten. Zudem gibt es in den ersten Bundesländern wieder strengere Regeln zur Bekämpfung der Pandemie.

Schlagworte: Statistisches Bundesamt, Konsumausgaben

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