Inflation

Preissteigerungen treffen auf begrenztes Verständnis

Die Inflation nähert sich erneut der Acht-Prozent-Marke. Die hohe Inflation macht auch Marken zu schaffen. Deshalb zeigt die Mehrheit der Verbraucher Verständnis für moderate Preissteigerungen, so eine neue, repräsentative Umfrage – sofern diese klar kommuniziert werden.

14.09.2022

© Rene Schmidt/stock.adobe.com

In den Zeiten hoher Inflation erwarten Verbraucher aktive und ehrliche Kommunikation von Marken bezüglich etwaiger Preissteigerungen für Produkte.

Was erwarten Verbraucher in Deutschland zuzeiten hoher Inflation von Brands hinsichtlich ihrer Kommunikation, Preissteigerungen, Ehrlichkeit sowie Solidarität? Dazu befragte das Marketingunternehmen DCMN im August 2022 gut 2 000 Personen. Eine Mehrheit der Befragten von 81 Prozent (48 Prozent stimmen „stark” zu, 33 Prozent sind „einigermaßen” einverstanden) zeigt Verständnis für Preissteigerungen von Produkten und Dienstleistungen von Brands. Bei Jüngeren fällt die Toleranz geringer als bei den Älteren aus: 42 Prozent der 23- bis 35-Jährigen zeigen Verständnis für Preiserhöhungen. Bei den 56- bis 69-Jährigen sind es 56 Prozent.

Bezüglich Preissteigerungen in den Kategorien Lebensmittel und Getränke: Für 39 Prozent der Verbraucher sind Erhöhungen von bis zu zehn Prozent tolerierbar, für ein Drittel Steigerungen von bis zu fünf Prozent. 28 Prozent der Befragten würde höhere Steigerungen dulden. Bei allen Befragten gilt: Sollten die Preissprünge den selbst gesetzten Rahmen sprengen, würden Verbraucher zu günstigen Alternativen, wie Discounter-Marken und No-Name-Marken, wechseln.Ein Großteil der Umfrageteilnehmer erwartet zudem Solidarität der Marken mit ihren Konsumenten zuzeiten hoher Inflation. Hier sind 68 Prozent (35 Prozent stimmen „stark” zu, 33 Prozent sind „einigermaßen” einverstanden) der Meinung, dass Brands Preise aus Solidaritätsgründen nicht erhöhen und auf Gewinn verzichten sollten.

Shrinkflation wird abgestraft

Hinter Shrinkflation verbirgt sich das Verkleinern der Portionierungsgrößen von Verbrauchsgegenständen, um Inflation zu verbergen. Es erfolgt also eine indirekte Preissteigerung: Verbraucher erhalten weniger Produkt zum ursprünglich vertrauten Preis. 82 Prozent (58 Prozent stimmen „stark” zu, 24 Prozent sind „einigermaßen” einverstanden) bezeichnen diese Maßnahme von Marken als „unehrlich”. 80 Prozent erwarten bei Preiserhöhungen eine ehrliche Kommunikation – 47 Prozent stimmen dem „stark” zu, 33 Prozent sind damit „einigermaßen” einverstanden. Hier gibt es wieder einen signifikanten Unterschied zweier Altersgruppen: Während nur 42 Prozent der 23- bis 35-Jährigen ehrliche Kommunikation erwarten, sind es bei den 56- bis 69-Jährigen 56 Prozent.

In den Augen der Konsumenten sollen Brands zudem ihren Einfluss auf den Politikbetrieb nutzen, um Entlastungsmaßnahmen für die Bevölkerung einzufordern. Der Zustimmungswert von 59 Prozent teilt sich hierbei wie folgt auf: 27 Prozent stimmen dem „stark” zu und 32 Prozent sind damit „einigermaßen” einverstanden.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher selbst in Zeiten zurückgefahrenen Konsums aufgrund der hohen Inflation aktive und ehrliche Kommunikation von Marken erwarten. Schließlich öffnen Kundinnen und Kunden ihr Portemonnaie für jene Brands, die ihnen am meisten am Herzen liegen und mit denen sie sich emotional verbunden fühlen. Letztlich geht es darum, dass Menschen ihr Geld für Marken ausgeben wollen, die sie kennen, mögen und denen sie vertrauen. Das bedeutet nicht nur, dass man weiterhin Geld in Markenaktivitäten investieren muss. Unternehmen müssen auch herausfinden, wie sie ihre Marke während des aktuellen Konsumklimas vermenschlichen können”, kommentiert Shaheen Maassen, Head of Brand Strategy DCMN.

Schlagworte: Einzelhandel, Preisgestaltung, Coronakrise, Umfrage, Verbraucherumfrage

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