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Krankheitsprävention: Fit für den Job

Schon kleine Maßnahmen können helfen, die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter zu verbessern und Belastungen zu reduzieren. Ein auf den Handel zugeschnittenes Projekt in Sachsen zeigt, wie es geht.

Von Martin Jahrfeld 17.06.2016

Kein Personalchef würde widersprechen: Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter sind die Basis für den Erfolg eines jeden Unternehmens. In der Realität kann dieser Anspruch allerdings längst nicht immer eingelöst werden. Hohe Belastungen im betrieblichen Alltag, ein wachsender Krankenstand und die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft stellen gerade kleine und mittlere Händler zunehmend vor Probleme. Denn vor allem kleinere Unternehmen verfügen häufig nicht über hinreichende innerbetriebliche Ressourcen, um die Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit ihres Personals zu erhalten und berufsbedingten Krankheiten und Verschleißerscheinungen vorzubeugen. Abhilfe verspricht das Projekt „gesund Handeln“, das Händler dabei unterstützt, die physische und psychische Gesundheitssituation ihrer Mitarbeiter zu verbessern und ihre Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu erhalten.

Eine erste Bilanz dieses Projektes konnten in diesem Jahr die Händler des Handelsverbands Sachsen ziehen, wo die Initiative bereits im Jahr 2013 an den Start ging und seitdem in 21 Unternehmen erprobt wurde. Die über 500 Beschäftigten der teilnehmenden Firmen konnten seit Projektbeginn ein breites Spektrum an Angeboten nutzen. Nachdem zusammen mit den Händlern zunächst Handlungsfelder zur psychischen und physischen Gesundheit festgelegt worden waren, konnten die Mitarbeiter gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Ergonomieberatungen, berufsspezifische Ausgleichsübungen, Kommunikationstrainings, Ernährungsberatungen oder Seminare zur Stressbewältigung in Anspruch nehmen, wobei alle Leistungen für die jeweiligen Unternehmen individuell angepasst wurden. Für den Handel wurden viele Maßnahmen vor allem auf weibliche Beschäftigte zugeschnitten: Nach einer Situationsanalyse galt es unter dem Stichwort Verhältnisprävention, mittels passgenauer Lösungen zunächst ein gesundes und motivierendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Die darauf folgenden Angebote konzentrierten sich dann auf die Verhaltensprävention und die Verbesserung der Kompetenzen des Einzelnen.

Chefs haben Vorbildfunktion

Ziel des Projektes war es, Umfeld- und Verhaltensänderungen auf allen Ebenen der Unternehmen anzustoßen. Bereits durch kleine Maßnahmen, wie eine angepasste Arbeitsplatzgestaltung, konnten auf diese Weise beispielsweise Rückenschmerzen oder Stresserfahrungen reduziert werden. Weiterer wichtiger Erkenntnisgewinn für die Unternehmen: Führungspersonen nehmen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung eine Vorbildfunktion ein und sollten diese aktiv gegenüber ihren Mitarbeitern kommunizieren. „Gespräche und Anerkennung sind für die Beschäftigten enorm wichtig und können gesundheitswirksame Effekte erzielen“, betont Projektteilnehmer Bernd Melzer, Geschäftsführer des Laufsportladens in Dresden.

Das Projekt „gesund Handeln“ geht auf eine Idee des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zurück und ist Teil der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“, in der sich Bund, Länder, Verbände, Gewerkschaften, Unternehmen, Sozialversicherungsträger und Stiftungen zusammengeschlossen haben, um die Arbeitsqualität in Deutschland zu verbessern.

David Tobias, Leiter Betriebsberatung beim Handelsverband Sachsen, empfiehlt das Projekt anderen Landesverbänden zur Nachahmung. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten als Grundlage für ähnlich gelagerte Projekte dienen. Das Projektteam „Gesunde Arbeit Sächsischer Handel“ (GASH) stehe bei Bedarf zur Verfügung. Nicht zuletzt sei eine effiziente Gesundheitsprävention für die Branche ein wichtiger Imagefaktor: „Der Handel stellt in Sachsen jeden zwölften Arbeitsplatz und ist ein bedeutender Ausbilder. Als attraktive Arbeitgeber investieren die Handelsunternehmen permanent in die Weiterentwicklung von Arbeitsbedingungen. Das Projekt ist insofern ein wertvoller Beitrag, um die Zufriedenheit von Mitarbeitern zu steigern“, erklärt Tobias.


Rentenversicherung hilft beim Wiedereinstieg in den Betrieb

Wenn Mitarbeiter nach mehr als sechswöchiger Erkrankung wieder im Betrieb einsteigen wollen, ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten. Doch ebenso wie das Thema Gesundheitsförderung, bedeutet auch die Aufgabe der Wiedereingliederung für kleinere und mittlere Unternehmer häufig eine schwierige Herausforderung: Wie kann das Eingliederungsmanagement organisiert werden? Welche arbeitsrechtlichen Aspekte sollten beachtet werden?

Einzelhändler, die sich bei diesen Themen unsicher fühlen, können einen kostenlosen Firmendienst der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Anspruch nehmen, der über sämtliche Aspekte der Maßnahme aufklärt. So informiert der Service nicht nur über rechtliche Aspekte, sondern auch über Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit von erkrankten Mitarbeitern. Die Deutsche Rentenversicherung unterstützt Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Einschränkungen dabei, die Arbeitsfähigkeit im Betrieb langfristig zu erhalten. Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation werden etwa Arbeitsplätze technisch so ausgestattet, dass Betroffene trotz persönlicher Einschränkungen dort weiterhin arbeiten können.

Der DRV-Service ist insbesondere für kleinere Unternehmen lohnenswert: In Deutschland scheiden jedes Jahr mehrere Hunderttausend Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend oder dauerhaft aus dem Erwerbsleben aus, wodurch vor allem mittelständische Firmen langjährige Fachkräfte verlieren.

Kontakt: montags bis freitags 9 bis 15 Uhr, Tel.: 0800 1000 453 oder Mail: firmenservice@deutsche-rentenversicherung.de

Schlagworte: Gesundheit, Prävention, betriebliche Gesundheitsförderung, Gesundheitsvorsorge

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