Online-Möbelhandel profitiert in der Coronakrise

 

Dem Onlinehandel mit Möbeln, der bereits im letzten Jahr überdurchschnittlich wachsen konnte, hat die Coronakrise einen weiteren Schub gegeben. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Möbel 2019“, die das EHI Retail Institute im Auftrag des Mittelstandsverbundes ZGV durchgeführt hat.

 

Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland gaben demnach 2019 im Durchschnitt pro Kopf 421 Euro für neue Möbel aus. Die Konsumlaune der Deutschen hat dem Möbelhandel nach einem eher stabilen Jahr 2018 im vergangenen Jahr (Umsatzzuwachs 2018: 0,3 Prozent) ein deutliches Umsatzplus von 2,3 Prozent beschert. Allerdings hat die Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 zwar den Onlinehandel beflügelt, der Umsatz stieg in den Monaten März und April um 25 Prozent. Der stationäre Möbelhandel dagegen erlebte einen massiven Umsatzeinbruch um 30 bis 40 Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten.

 

Onlineabsatz ist schon vor Corona gewachsen

Der Umsatz mit Möbeln betrug 2019 insgesamt 34,95 Mrd. Euro. Gegenüber den Ergebnissen des Vorjahres (34,14 Mrd. Euro) wurde somit eine Umsatzsteigerung von 810 Mio. Euro bzw. 2,3 Prozent erreicht. Damit bewegt sich der Möbelhandel in etwa auf dem Niveau des gesamten Einzelhandels, der 2019 ein nominales Wachstum von circa 3 Prozent erwirtschaftet hat. Gut drei Viertel des Umsatzes mit Möbeln wurden 2019 über den Möbelfachhandel generiert, branchenfremde Anbieter wie Bau- und Heimwerkermärkte sicherten sich ein knappes Viertel des Gesamtumsatzes. 

 

Der Kauf von Möbeln über das Internet erfreute sich schon vor der Coronakrise einer stetig wachsenden Beliebtheit. Auch das vergangene Jahr konnte der Onlinehandel mit Möbeln mit einem satten Umsatzplus von gut 11 Prozent im Vorjahresvergleich abschließen. Insgesamt wurden 2019 im E-Commerce mit Möbeln 4,72 Mrd. Euro erwirtschaftet.

 

Die jährlich erscheinende Möbelmarkt-Studie des EHI wird im Auftrag des ZGV Mittelstandverbundes erstellt. Sekundärquellen dritter Marktforschungsinstitute werden dabei zu einer Gesamtanalyse zu Marktvolumen und Distributionsstruktur des deutschen Möbelhandels zusammengefasst. Die vollständige Studie kann im EHI-Shop bestellt werden. EHI-Mitglieder erhalten die Studie kostenlos.

 

Zur News-Übersicht geht es hier.

Mehr Nachrichten zur Coronakrise

Coronakrise

Vorliebe für Onlinekäufe hält an

Onlinekäufe sind in der Coronakrise nach wie vor beliebt und werden teilweise dem stationären Kauf vorgezogen. Möglichkeiten zur Online-Informationssuche und für personalisierte Angebote werden vor allem von der jüngeren Zielgruppe zunehmend genutzt, so eine neue Umfrage.

Innenstädte

Gutachten fordert liberale Regelung der Sonntagsöffnung

Der Einzelhandel ist für vitale Städte unverzichtbar. Das EHI hat für das Herbstgutachten 2020 des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, die Lage der Handelsimmobilien analysiert – und mahnt mehr Kooperation und schnellere Genehmigungen an.

Coronapandemie

Wie die neue Normalität beim Einkaufen aussieht

30 Prozent der deutschen Großstädter kaufen weniger im stationären Einzelhandel ein, besonders der Lebensmittel-Onlinehandel ist ein Krisengewinner und bewusster Konsum liegt im Trend - das sind Ergebnisse einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft (PwC).

Gastbeitrag

Worauf es nach Corona bei der Kundenbindung ankommt

Laut einer aktuellen ifo-Umfrage sieht rund jeder fünfte Einzelhändler seine Existenz durch die Corona-Krise gefährdet. Umsätze schwinden, die Kundenbindung droht verloren zu gehen. Wie sich das verhindern lässt, erklärt Bernhard Egger vom Softwareunternehmen BSI im Gastbeitrag.

Initiative ZukunftHandel

Wie HDE und Google gemeinsam die Digitalisierung des Handels vorantreiben

Die Coronakrise trifft viele Einzelhändler in Deutschland hart – vor allem jene, die nur wenig digitalisiert sind. Vor diesem Hintergrund bieten der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Internet-Konzern Google ein Digitalisierungsprogramm an: die Initiative ZukunftHandel.