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Karstadt-Kaufhof-Pläne schüren Angst vor öden Innenstädten

 

62 Niederlassungen will der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof dicht machen, außerdem 20 Filialen von Karstadt Sports. Das löst auch bei den betroffenen Kommunen Sorgen aus.

 

Zunächst hatte das Unternehmen angekündigt, 62 seiner 172 Häuser zu schließen. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5.317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28.000 Beschäftigte. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen. Am Samstag wurde dann bekannt, dass auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports schließen sollen.

 

Welche Filialen das sind, war zunächst nicht bekannt. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" sollen unter anderem die Standorte in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Hamburg und München sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen geschlossen werden. Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof hatte die Maßnahmen am Freitag als unvermeidlich bezeichnet.

 

Kommunen sind besorgt

Angesichts der angekündigten Filial-Schließungen warnen Kommunen und Politik nun vor einem Aussterben der Innenstädte. "Das ist ein Tiefschlag für den Standort, und auch für unsere Innenstadt würde das einen großen Einschnitt bedeuten", hatte der Oberbürgermeister des Karstadt-Stammsitzes Essen, Thomas Kufen (CDU), in einer ersten Reaktion am Freitag mitgeteilt. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, forderte Kommunen, Unternehmen, Handel und Vermieter zu gemeinsamen Anstrengungen auf, auch um weitere Schließungen zu verhindern. Der "Passauer Neuen Presse" sagte Landsberg, eine zentrale Rolle komme den Immobilieneigentümern zu.

 

Der Center-Manager ECE als einer der großen Vermieter kündigte weitere Gespräche an. "Solange noch nichts endgültig entschieden ist, wollen wir versuchen, weiter mit Karstadt Kaufhof zu verhandeln und für die Standorte zu kämpfen", sagte Steffen Eric Friedlein, Geschäftsführer Vermietung der ECE. 12 der 172 Standorte des Konzerns befinden sich - oftmals schon seit Jahrzehnten - in verschiedenen von der ECE betriebenen Shopping-Centern und seien zu einem großen Teil von den Schließungsplänen betroffen.

 

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