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Regierung hält an Bonpflicht zum Jahresanfang fest

Trotz der Kritik von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Umweltverbänden müssen sich Händler und Konsumenten zu Jahresbeginn auf die Bonpflicht einstellen. "Es bleibt (...) dabei, dass zum 1. Januar diese Belegpflicht in Kraft treten wird", sagt ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Der Handel habe mehr als drei Jahre Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagt: "Dieses Gesetz hat seine Berechtigung."

 

Mit dem 2016 verabschiedeten Kassengesetz will die Regierung Steuerbetrug etwa durch manipulierte Ladenkassen bekämpfen. Altmaier dringt auf Änderungen, so dass nicht in jedem Fall Kassenbons ausgegeben werden müssen. Ein Sprecher des Wirtschaftsressorts betont, dazu sei keine Verordnung und kein parlamentarisches Verfahren nötig. "Es gibt die Möglichkeit, das untergesetzlich zu machen."

 

Altmaier sagt im ZDF-"Morgenmagazin": "Wenn ich ein Brötchen kaufe, dann schau ich nicht auf dem Bon nach, ob es einen Betrug gibt." Er lasse den Bon meistens liegen, so wie 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Der Minister sei ursprünglich davon ausgegangen, dass eine existierende Ausnahmevorschrift auf anonyme Massengeschäfte wie etwa beim Bäcker angewendet werde, heißt es vom Sprecher des Wirtschaftsressorts. Allerdings sei eine Anwendungsvorschrift sehr restriktiv ausgefallen, sagt er mit Blick auf das Finanzressort.

 

Warnung vor Folgen für die Umwelt

Kritik zur neuen Bonpflicht kommt auch vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). "Die Kassenbonpflicht produziert vor allem Müllberge aus nicht recycelbaren und gesundheitlich problematischen Kassenbons aus Thermopapier", sagt der BUND-Abfallexperte Rolf Buschmann. Kriminelle Energie könne man nicht mit einem Kassenzettel verhindern. "Wer betrügen will, schafft es auch trotz der neuen Bonpflicht."

 

Ein Sprecher des Umweltministeriums merkt zu den auch von Altmaier angeführten Bedenken, dass die Kassenbons aus Thermopapier umweltschädlich sind, an, dass es auch umweltschonendes "farbentwicklerfreies Papier" gebe. Zudem seien Einwegverpackungen ein viel größeres Umweltproblem im Handel.

 

Die FDP hat nach eigenen Angaben ein Änderungsgesetz vorgelegt. "Niemand will, dass ab dem kommenden Jahr eine Bonpflicht eingeführt wird, da sind wir uns mittlerweile alle einig. Egal, ob große Supermarktkette oder die Bäckerei von nebenan, jedes Unternehmen muss sich auf einen irren bürokratischen Aufwand einstellen", sagt Christian Dürr, FDP-Vizefraktionschef im Bundestag.

 

Handelsketten setzen auf umweltfreundliches Papier

Deutschlands große Handelsketten wollen negative Folgen der Papierflut durch umweltfreundlicheres Kassenzettel-Papier eindämmen. Edeka kündigt an, ab kommendem Jahr nach und nach "besonders umweltfreundliches Thermopapier" für Kassenbons einzuführen. Bislang setzt der Händler bereits Papier ohne umstrittene phenolhaltige Weichmacher ein, das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.

 

Konkurrent Rewe setzt nach eigenen Angaben seit 2012 nur noch phenolfreies Papier ein. Die Kassenzettel gehörten dennoch nicht in die Papier-, sondern in die Restmülltonne, betont ein Sprecher. Die bisher auf dem Markt erhältlichen, besser recyclingfähigen Alternativen hätten im Praxistest noch Probleme gezeigt. Die Drogeriemarktkette Rossmann kündigt an, ab Januar 2020 auf jegliche phenolhaltige Stoffe bei Kassenbons zu verzichten. Aldi Nord setzt nach eigenen Angaben seit Jahren auf phenolfreies Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft, das als Altpapier entsorgt werden kann.

 

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