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E-Commerce

Durcheinandergewirbelte Kaufgewohnheiten

Die Gruppe der über 65-Jährigen kauft mittlerweile fast so häufig online ein, wie die jüngeren Generationen. Auch die Motivationen fürs Onlineshopping sowie die Produktpalette haben sich infolge des pandemiebefeuerten Onlinebooms verändert, so eine repräsentative Erhebung.

26.04.2022

© NoonBora/stock.adobe.com

Die Produktpalette bei Online-Einkäufen hat sich laut Erhebung infolge der Pandemie noch einmal erweitert. Bei Weißwaren, wie Waschmaschinen, ist die Steigerung um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr am größten.

88 Prozent der befragten Konsumenten in Deutschland gaben an, dass sie in den letzten 28 Tagen mindestens einmal online gekauft haben – selbst in der Altersgruppe ab 65 lag die Angabe bei 85 Prozent. Das ist eine der Erkenntnisse aus der Befragung von rund 1.350 Konsumenten in Deutschland, die von dem Marktforschungsunternehmen Kantar Sifo im Auftrag des europäischen Zahlungsdienstleisters Nets Group und des PayTech-Unternehmens Nexi Group durchgeführt wurde. Laut Befragung haben sich die Gründe für das Onlineshopping verändert: War es vor der Pandemie insbesondere die Hoffnung auf Preisersparnis, spielen heute Bequemlichkeit, Schnelligkeit und Komfort die größere Rolle.

Physische Produkte Umsatzbringer Nummer Eins

Das hohe Niveau der gesamten, branchenübergreifenden E-Commerce-Umsätze im Pandemie-Jahr 2020 hat sich im vergangenen Jahr noch einmal gesteigert. 190 Milliarden Euro Umsatz waren es in Deutschland im Jahr 2021 und damit 17 Prozent oder rund 28 Milliarden Euro mehr als im Boomjahr 2020, so ein aktueller Report.Wenig überraschend ist die beinahe Verdopplung der Umsätze rund um Dienstleistungen aus dem Segment Travel (41,9 Milliarden Euro), schließlich war der Reisemarkt mit Beginn der Pandemie 2020 nahezu zum Erliegen gekommen. Auch das Dienstleistungssegment (24,7 Milliarden Euro) ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gewachsen. Weiterhin sind jedoch physische Produkte die mit Abstand größten Umsatzbringer im Onlinehandel, mit rund 124,1 Milliarden Euro.

„Der E-Commerce hat einen neuen Reifegrad erreicht, beschleunigt durch die Pandemie: Die Zeit der reinen Schnäppchenjagd ist ebenso vorbei, wie die Phase, als der Online-Einkauf hauptsächlich von jungen Menschen genutzt wurde“, so Robert Hoffmann, CEO von Nets Merchant Services und Concardis. „Die Menschen kehren nicht einfach zurück zu ihrem Kaufverhalten vor der Pandemie: Sie nutzen bewusst die Vorteile des Onlinehandels für sich und haben ihr Konsumverhalten nachhaltig verändert. Der E-Commerce wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung zunehmen.“

Das sei ein klarer Handlungsauftrag an den stationären Handel: „Wer heute rein auf stationäres Geschäft setzt, wird Kunden und damit Umsätze verlieren“, sagt Hoffmann. „Die Lösung für lokale Händler sind hybride Modelle, die den Service und die Präsenz vor Ort bieten und dabei zusätzliche Zielgruppen und Vorteile im Unified Commerce ermöglichen.“ 

Die Produktpalette, was online verkauft und vor allem gekauft werde, habe sich während der Einschränkungen durch die Pandemie noch einmal erweitert. „Wo viele vorher Vorbehalte hatten, bestimmte Produkte online zu kaufen, und sie vorab vor Ort lieber prüfen oder sich beraten lassen wollten, werden heute Matratzen oder Möbel im Onlineshop gekauft“, so Hoffmann. Nach Kleidung (26,9 Milliarden Euro) waren Weißwaren (12,8 Milliarden Euro) und elektronische Geräte (11,2 Milliarden Euro) die Produkte mit den höchsten Umsätzen im Onlinehandel. Insbesondere bei den Weißwaren ist die Steigerung um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr am größten.

Bevorzugte Zahlungsmethoden

Bei der Wahl der Zahlungsmethode im E-Commerce haben sich E-Wallets (39 Prozent), der Kauf auf Rechnung (23 Prozent) und die Kreditkarte (zehn Prozent) in Deutschland als beliebteste Zahlungsarten etabliert – auch hier zeigt sich in allen Altersgruppen jeweils ein ähnliches Niveau. Die Befragten gaben an, dass sie die Zahlungsarten besonders deshalb nutzen, weil sie sie für einfach, sicher und schnell halten.

Der "Nets E-Com Report 2021" betrachtet jeweils für die einzelnen Länder, in denen die Nets Group tätig ist, welche Umsätze in welchen Segmenten gemacht wurden, wie die Altersstrukturen oder Geschlechterpräferenzen sich beim Onlineshopping unterscheiden und auf was es beim Check-out ankommt.
Der gesamte Report kann hier heruntergeladen werden.

Schlagworte: E-Commerce, Onlinehandel, Studie

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