Mittelstand fordert Beteiligung an Corona-Öffnungsstrategie

 

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand fordert Bund und Länder auf, den Mittelstand eng in die Erarbeitung einer Öffnungsstrategie einzubinden. Nur aus der unternehmerischen Praxis heraus könnten die erforderlichen Impulse formuliert werden, die ein Wiederhochfahren der Wirtschaft gelingen lassen. Dabei habe der Gesundheitsschutz oberste Priorität, heißt es in einer Mitteilung.

 

Die Öffnungsstrategie dürfe nicht hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden, denn sie müsse die Expertise der mittelständischen Betriebe und ihrer Verbände berücksichtigen. Gerade die derzeit geschlossenen Unternehmen wüssten, welche konkreten Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens vor Ort geeignet und realistisch umsetzbar sind. Zudem gelinge das Wiederhochfahren der Wirtschaft nicht auf Knopfdruck, sondern müsse sorgfältig geplant werden.
 

Forderung nach langfristiger Strategie

Weiter heißt es: "Das situative politische Handeln muss durch eine mittel- bis langfristig tragfähige Strategie ersetzt werden, die sich an realistischen und fundierten Indikatoren orientiert. Verlässlichkeit und Praxistauglichkeit sind dabei entscheidend. Dazu gehört auch ein stärker evidenzbasierter Ansatz." Der Mittelstand brauche neben einer Perspektive zur Öffnung dringend politische Signale der Zuversicht, damit möglichst viele Unternehmen durch die Krise kommen und durchhalten. 

 

Der Mittelstand in Deutschland repräsentiert die rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen aus Handel, Handwerk, dem Dienstleistungssektor, Gastronomie und Hotellerie, den Freien Berufen und der Industrie sowie, als wichtigste Finanzierungspartner der kleinen und mittleren Unternehmen, die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Zur Arbeitsgemeinschaft Mittelstand gehört auch der Handelsverband Deutschland (HDE), die Spitzenorganisation des besonders von der Krise betroffenen deutschen Einzelhandels.

 

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