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Cash Management

Mit Bargeld auf Nummer sicher

Die Digitalisierung am Point of Sale scheint auf den ersten Blick am analogen Bargeld zu scheitern. Gerade aus Sicherheitsgründen könnte man auf Cash am PoS doch gut und gerne verzichten – aber geht das wirklich?

Von Thomas Rausch, Sales Director, Glory Deutschland 08.10.2021

© GLORY Paul Günther

Bargeldzahlung auch am Self-Checkout: Bei Edeka Grümmi kassieren Cash-Recycling-Systeme Münzen und Scheine.

Zwar hat die Pandemie den Trend zu bargeldlosen Zahlungen beschleunigt, doch mit einem Umsatzanteil von knapp 41 Prozent ist Bargeld laut der aktuellen Online-Payment-Studie des EHI nach wie vor gefragt und beliebt. Doch wenn schon Cash, dann aber bitte sicher, sollte daher für Händler die Devise lauten. Mögliche Lösungen finden sich in der Bargeldautomatisierung. Im besten Fall werden dabei sowohl eine sichere Verarbeitung von Scheinen und Münzen als auch eine hygienische kontaktlose Bezahlung ins Visier genommen, die seit der Pandemie ebenso sicherheitsrelevant sein dürfte.

Bargeld dominiert weiterhin

Der Trend ist eindeutig: Von Jahr zu Jahr nimmt der Anteil der Barzahlungen am Gesamtumsatz im stationären Handel ab. Bargeldlos geht es aber längst nicht zu: Betrachtet man die Anzahl der Transaktionen, dominiert laut einer aktuellen Studie von Bearing Point Cash in Deutschland mit 66 Prozent noch immer. So muss eine beachtliche Summe von etwa 200 Milliarden Euro jährlich in Münzen und Scheinen im Handel bewegt werden. Die Verarbeitung, Verwahrung und der Transport von Bargeld stellen deshalb eine wichtiges Sicherheitsthema dar, das Personal bindet, Kosten verursacht und Risiken birgt. Die Frage ist daher: Wie können Händler diese Prozesse sicherer gestalten?

Von der Kassenlade bis zum Kassenbüro

Sicherheit bei der Bargeldverarbeitung fängt im Frontoffice, also an der Kassenlade, an. An dieser Stelle geht es jedoch weniger um das Risiko, Falschgeld zu vereinnahmen, sondern vielmehr um die händischen Bargeldbewegungen: Bei Schichtende trägt das Kassenpersonal die Schublade in das Backoffice. Die Wegstrecke dahin – und auch die Bargeldsumme unter dem Arm – kann beachtlich sein, zum Beispiel bei großzügig angelegten Bau-, Möbel- oder Hypermärkten. Zum Glück sind Überfälle eher selten, wenn gleich nicht ausgeschlossen. Doch solange das Kassenpersonal den Kassenabschluss nicht durchführen konnte und sicher ist, dass sich keine Differenzen ergeben haben, bleibt die Lage angespannt.

In manchen Handelsbereichen ist Kassenschwund leider üblich: Bäckereibetreiber zum Beispiel beklagen häufig alltägliche Kassendifferenzen, die sich über das Jahr aufsummieren. Bargeld, das durch die Hände von Mitarbeitenden geht, ist also per se ein Risikofaktor. Ebenso in der Filiale gelagertes Bargeld. Sicher ist das Bargeld aus Sicht des Händlers erst dann, wenn es von der Bank auf seinem Konto gutgeschrieben wurde. Umso weniger Cash in der Filiale also bewegt wird und je weniger Zugriff darauf besteht, desto sicherer ist es.

Geschlossener Bargeldkreislauf

Eine deutliche Verringerung der Risiken können Händler durch den Einsatz von Cash-Management-Systemen und Bargeld-Recycling-Lösungen erzielen. Zwar ist damit die Gefahr durch Kriminelle nicht vollständig gebannt, sie tragen aber aus vier Gründen entscheidend zu ihrer Minimierung bei:

1. Die Mitarbeitenden kommen mit Münzen und Scheinen nicht mehr in Berührung.

2. Das Bargeld verbleibt in einem geschlossenen Kreislauf, in dem jede Bewegung digital verfolgt, der Bestand sichtbar ist und softwarebasiert gesteuert wird.

3. Beim Einsatz mehrerer Systeme können diese über eine zentrale Backoffice-Lösung verwaltet werden. Zudem ist das Bargeld hier in einem gesicherten Tresor oder einer Sammelkassette verwahrt. Ausschließlich autorisiertes Personal oder ein beauftragtes Werttransportunternehmen können darauf zugreifen.

4. Der Bargeldbestand in der Filiale wird durch das Cash-Recycling verringert, da sie nach automatischer Prüfung als Wechselgeld oder im Zuge von Cash-Back-Auszahlungen wieder ausgegeben werden.

5. Die Mitarbeitenden sind von der Kassenverantwortung entlastet. Dieser Vorteil wird häufig unterschätzt, die positiven Effekte nach der Einführung automatisierter Bargeldverarbeitung erscheinen dann aber häufig umso deutlicher.

Sicherheitsfaktor Hygiene

Hygiene hat durch die Pandemie enorm an Bedeutung gewonnen. Seither ist sie Teil wichtiger Sicherheitsregeln und damit verstärkt im Bewusstsein der Kunden verankert. Wo frische Lebensmittel verarbeitet werden, war dies auch vorher bereits der Fall: An der Frischetheke, in Metzgereien oder auch Bäckereien haben Kunden die Kombination aus Kontakt mit Lebensmitteln und Bargeld beim Kassieren schon lange als unhygienisch empfunden. Da Checkout und Kundenservice hier auf den gleichen Kontaktpunkt zusammenfallen, können diese Bereiche von Cash-Recycling unmittelbar profitieren.

Bargeldmanagementsysteme sind Teil einer Gesamtlösung, die aus Hardware und Software besteht. Dank des stets aktuellen Kassenbestands und der manipulationssicheren digitalen Aufzeichnung gehören Differenzen der Vergangenheit an. Das System ermöglicht eine tagesaktuelle Wertstellung der Einnahmen bei der Bank. Die Wartezeit, bis der Händler über seine Einnahmen disponieren kann, wird somit deutlich verkürzt – ebenfalls eine zusätzliche Sicherheit für den Händler.

Zur Person

Thomas Rausch verantwortet seit 2018 die gesamte Vertriebsorganisation beim Payment-Experten Glory in Deutschland. Zu seinen Hauptaufgaben zählen neben der kaufmännischen Betreuung der Kunden auch die Erarbeitung von Lösungskonzepten. Weiterhin fällt die Neukundenakquise in seinen Verantwortungsbereich.

Nutzen von Cash-Management-Systemen im Front- und Backoffice

Frontoffice: Durch dem Kunden zugewandte Cash-Recycling-Lösungen kommt das Kassenpersonal gar nicht mehr mit Bargeld in Kontakt. Kunden bezahlen mit Banknoten und Münzen direkt am System und erhalten automatisch ihr passendes Wechselgeld. Das Geld wird direkt bei der Eingabe geprüft und Falschgeld abgewiesen. Der Transport ins Backoffice am Schichtende kann so vermieden und auf Zeiten verlagert werden, in denen die Sicherheitslage besser ist, also nach Ladenschluss.

Backoffice: Doch auch der Einsatz eines Cash-Recyclers ausschließlich im Backoffice beeinflusst die Risikosituation positiv. Auch dort gelangt Falschgeld gar nicht erst in den Bestand, sondern wird abgewiesen. Das System zählt die Einnahmen und sortiert das Bargeld. Da der Kassenbestand exakt vorliegt, kann daraus gleich das Wechselgeld geschöpft werden.

Front- und Backoffice kombiniert: Werden Cash-Management-Systeme auf allen Ebenen genutzt, entsteht ein sicherer geschlossener Bargeldkreislauf. Über Transferkassetten gelangt das Bargeld vom POS ins Kassenbüro und wird dort in das Backoffice-System mit Tresorverwahrung überführt. Von zentraler Stelle können Bargeldbestände eingesehen und gesteuert und so auch der Werttransport bedarfsgerecht beauftragt werden. Dank der integrierten Sicherheitsverfahren erhalten nur berechtigte Personen auf die im System gelagerten Bestände Zugriff, beispielsweise Angestellte in leitenden Positionen und die Mitarbeitenden eines Werttransportunternehmens. Dadurch wird so wenig Bargeld wie möglich transportiert.

Schlagworte: Point of Sale, Bargeld, Bargeldlos bezahlen

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