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HDE-Prognose Weihnachtsgeschäft

Kassen klingeln vor allem online

Das Weihnachtsgeschäft wird dem Einzelhandel auch in diesem Jahr ordentlich Umsatz bringen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht sogar von einem Gesamtwachstum im Vergleich zum Vorjahr von 1,2 Prozent aus. Es profitieren jedoch vor allem Onlinehändler.

Von Jens Gräber 05.12.2020

© Sven Simon / DPA Picture Alliance

Leere Fußgängerzonen machen dem Handel in der Vorweihnachtszeit zu schaffen.

Rund 200 000 vorübergehende Ladenschließungen im Frühling, ein Umsatzverlust von elf Milliarden Euro, eine anhaltend hohe Sparneigung der Verbraucher und ein durch den teilweisen Lockdown im November ausgebremster Erholungsprozess – so skizziert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die Lage großer Teile der Einzelhandelsbranche im Krisenjahr 2020. Kein Wunder, dass auch die Erwartungen der Händler an das Weihnachtsgeschäft nach seinen Worten „gedämpft“ ausfallen.

Dass Einzelhändler der HDE-Forderung gemäß im November weiterhin öffnen durften, sei zwar zu begrüßen, so Genth: „Die Politik erkennt damit an, dass der Handel während der Pandemie einen guten Job macht.“ Gleichzeitig aber riefe sie die Menschen auf, zu Hause zu bleiben, was eine sinkende Verbraucherstimmung, geringere Frequenzen in den Innenstädten und somit Umsatzeinbußen im stationären Handel nach sich zöge.

Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent

Tatsächlich planen einer HDE-Umfrage zufolge 53 Prozent der Verbraucher, in der Vorweihnachtszeit seltener einkaufen zu gehen. Weniger Geld für Geschenke ausgeben wollen sie zwar nicht: 245 Euro sind es im Schnitt, ein laut HDE im Vergleich zu den Vorjahren „stabiler“ Wert. Fast die Hälfte der Befragten will allerdings in diesem Jahr mehr Geschenke online kaufen, der HDE prognostiziert auf diesem Kanal ein Wachstum von satten 19 Prozent.

Zwar gibt es auch Branchen, die unabhängig vom Absatzkanal ihren Umsatz laut Prognose steigern werden – darunter Baumärkte, Lebensmittel- und Möbelhändler. Oft stellt sich die Situation aber anders dar: Im Modehandel etwa rechnen Onlineplayer wie Zalando mit Umsatzrekorden, während viele stationäre Läden, die klassischerweise in den Innenstädten liegen, um ihre Existenz fürchten. „Der November hat für unsere Mitglieder dramatisch begonnen mit Umsatzeinbrüchen von 30 bis 80 Prozent“, unterstreicht Steffen Jost, Präsident des Handelsverbands Textil (BTE), den Ernst der Lage.

Teilung in Gewinner und Verlierer

Die während der Coronapandemie beobachtete Zweiteilung des Handels in Gewinner und Verlierer dürfte sich damit auch im besonders wichtigen Weihnachtsgeschäft fortsetzen. Wichtig deshalb, weil viele Einzelhändler in dieser Zeit mehr als ein Fünftel ihres Jahresumsatzes erzielten, wie HDE-Chef Genth erklärt.

Die Politik müsse angesichts dessen gegensteuern und den stationären Handel unterstützen, fordert er. Nötig seien etwa verlässliche Regelungen für verkaufsoffene Sonntage. Diese könnten in der Adventszeit helfen, die Weihnachtseinkäufe zu entzerren, argumentiert Genth – und so einen Teil der stationären Umsätze retten.

Schlagworte: Weihnachtsgeschäft, HDE-Prognose

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