Kartellamt: Handel geht überwiegend fair mit Lieferanten um

 

Die deutschen Lebensmittelhändler verhalten sich ganz überwiegend fair und vertragstreu gegenüber ihren Lieferanten. Das ist das Ergebnis einer Marktbefragung des Bundeskartellamts, über die die Lebensmittel Zeitung berichtet.

 

Die Behörde hat demnach während ihrer Ermittlungen zum Fusionsverfahren SCP/Kaufland 400 Hersteller unter anderem zu den 15 einzelnen Verhaltensweisen befragt, die mit der EU-Richtlinie gegen "unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette" verboten werden sollen. Hersteller sollten zudem ihr Verhältnis zu zwölf Lebensmittelhändlern mit einer Gesamtnote bewerten. Ergebnis: Das Geschäftsgebaren von Bartels-Langness, Aldi Nord/Süd, Tegut, Bünting, Norma, Globus, Rewe, Edeka und Kaufland/Lidl wird überwiegend positiv bewertet.

 

Was die als unfair kritisierten Praktiken angeht, so wurden Listungsgebühren, Preisnachlässe im Rahmen von Aktionen sowie Zahlungsverlangen für Werbemaßnahmen und für die Vermarktung am häufigsten als problematisch benannt. Allerdings bewerten laut Bericht auch in diesem Bereich nur knapp 20 Prozent der Befragten die Verhaltensweisen als "negativ" beziehungsweise "sehr negativ". Die von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf die Schwarze Liste gesetzte Übernahme von Retourenkosten durch den Lieferanten wird sogar nur von 0,2 Prozent der Befragten als negativ bewertet, kein einziges Mal mal als sehr negativ. Bei Addition der Negativ-Bewertungen kommen auch die übrigen Handelspraktiken aus der UTP-Richtline allenfalls knapp über die Fünf-Prozent-Marke.

 

Die Vorstände großer deutscher Lebensmittel-Handelsketten hatten Ende des vergangenen Jahres bereits gemeinsam mit den Präsidenten des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des Bundesverbandes des Lebensmittelhandels (BVLH) Vorwürfe über einen unfairen Umgang mit Erzeugern zurückgewiesen. Sie fühlten sich durch Äußerungen von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) diskreditiert, hieß es in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

 

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