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Interview

„Über den Tellerrand hinauszuschauen, hat noch nie geschadet“

Crowdfunding rückt den Kundenwunsch in den Fokus. Warum das wichtig ist und wie ein Unternehmen ihn ergründen kann, erklärt Sebastian Bayer, Geschäftsführer Ressort Marketing und Beschaffung bei dm.

Von Nadine Filko 25.09.2020

© dm

Sebastian Bayer, verantwortlich für Marketing und Beschaffung bei dm.

Warum hat sich dm dazu entschieden, mit Start-ups zusammenzuarbeiten?

Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Konzepten und Produkten, die unser Sortiment im Sinne unserer Kunden weiterentwickeln. Mal spielen die Themen Nachhaltigkeit oder Qualität eine Rolle, manchmal ist der Preis ausschlaggebend. Start-ups bringen frische Ideen und Konzepte, da sie Dinge häufig aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Diese Innovationen sind spannend für unsere Kunden und für uns. Sind die Konzepte zukunfts- und kundenorientiert sowie umsetzbar, dann nehmen wir deshalb auch immer wieder Artikel wie die drei Gewinnerprodukte unseres Crowdfundings Smoothie Bowls, Proteinshakes und Bio-Tampons auf. Damit stellen wir sicher, dass sich das dm-Sortiment kontinuierlich weiterentwickelt.

Wieso der Crowdfunding-Ansatz mit Startnext?

Der Wettbewerb dmSTART! hat uns die einmalige Möglichkeit eröffnet, zahlreiche innovative Jungunternehmer, ihre Ideen und Produkte kennenzulernen. Mit Startnext hatten wir zudem noch einen sehr professionellen Partner an unserer Seite. Durch das Crowdfunding waren die Kunden aktiv am Entscheidungsprozess beteiligt, indem sie ihren Favoriten unterstützten. Uns ist der direkte Austausch mit unseren Kunden in den dm-Märkten oder über die sozialen Medien sehr wichtig. Ihre Rückmeldung lassen wir in die Produktentwicklung mit einfließen. Um Trends frühzeitig zu erkennen, stehen wir darüber hinaus im ständigen Austausch mit verschiedenen Herstellern, Industriepartnern und der Wissenschaft.

Wie genau sah der Crowdfunding-Prozess aus?

Der Wettbewerb lief in drei Stufen ab: Bewerbungsphase, Vorbereitungsphase und Finanzierungsphase. Von April bis Juni 2018 konnten sich Start-ups auf Startnext mit ihrem Produkt für den Contest bewerben. Die Bewerbungen hat im Anschluss die Jury gesichtet und eine Auswahl aus 20 spannenden Projekten getroffen. Während der Vorbereitungsphase zwischen Juni und Juli konnten die 20 hinter den Projekten stehenden Jungunternehmer ihre Kampagne auf Startnext vorbereiten. Dabei durften sich alle Teilnehmer mit zwei Personen für eine zweitägige Gründerakademie in Karlsruhe anmelden und zusätzlich an Webinaren teilnehmen. In der Finanzierungsphase vom 23. Juli bis 14. September ging es schließlich darum, das Fundingziel auf der Plattform zu erreichen. Die drei Gewinner Oatsaome, Nupro und The Female Company erhielten im Anschluss die Möglichkeit, einen Lieferantenvertrag mit dm abzuschließen und mit ihrem Produkt einen Listungsplatz in bis zu 2.000 dm-Märkten und beziehungsweise oder im dm-Onlineshop zu erhalten.

Wie ressourcenintensiv war die Umsetzung dieser drei Phasen?

Wir bei dm pflegen schon immer einen sehr intensiven Austausch mit unseren Partnern. Somit war es für uns selbstverständlich, dass wir den Start-ups jederzeit für Fragen und Anregungen beratend zur Seite stehen. Diese Zeit ist für uns gut investiert, da beide Seiten unter anderem von den Gesprächen profitieren. Wir begleiten junge Unternehmen auf ihrem Weg und können sie mit unserer jahrelangen Expertise gezielt unterstützen.

Sind weitere Kooperationen im Stile eines Crowdfundings geplant?

Eine Wiederholung von dmSTART! ist bislang nicht geplant. Die Gewinner der ersten Kampagne wurden erst 2019 in das Sortiment aufgenommen. Jetzt müssen wir gemeinsam die Entwicklung der neuen Marken gestalten und sehen, ob sie nachhaltig verläuft. Sicher ist dann eine erneute Auflage denkbar. Dabei gilt: Wie bei allen anderen Artikeln, gibt es auch bei jenen von Start-ups erfolgreiche und weniger erfolgreiche Produkte. Start-ups werden bei uns dennoch weiterhin eine Plattform finden, um ihre Marken bekannter zu machen.

Was verspricht sich dm davon?

Um unseren Kunden ein attraktives Sortiment anzubieten, arbeiten wir gerne mit jungen Menschen zusammen, die mit ihren Start-ups frische und kreative Ideen für neue Produktkonzepte verfolgen. Ein solches Start-up ist beispielsweise Langhaarmädchen mit ihren Hairstylingprodukten. Die Gründerinnen bringen nicht nur eine Vision mit, sondern als Friseurmeisterinnen auch viel Expertise im Bereich Frisuren und Styling sowie Kenntnisse über die idealen Anforderungen und Leistungen der Produkte. Von unserer Seite kam in erster Linie Know-how in Sachen Brand Management und Produktentwicklungs- sowie Vermarktungskompetenz. Hier wurden die Stärken des jeweiligen Partners optimal eingesetzt. Dabei haben wir insgesamt viele positive Erfahrungen mit einer offenen Herangehensweise und innovativen Ideen sowie Produkten gesammelt. Über den Tellerrand hinauszuschauen, hat noch nie geschadet.

Schlagworte: dm, Interview

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