Umfrage

Inflation bleibt größte Sorge – weit vor Corona

Die rasch steigenden Preise beunruhigen die Verbraucher in Deutschland zurzeit deutlich mehr als der Ukraine-Krieg, so eine aktuelle, repräsentative Umfrage. Die Corona-Pandemie spielt hingegen kaum noch eine Rolle.

19.07.2022

Banger Blick ins Portemonnaie: Die Verbraucher halten ihr Geld zurzeit lieber zusammen.

Die schnell steigenden Preise in fast allen Lebensbereichen machen den Menschen in Deutschland zurzeit größere Sorgen als alles andere. Selbst der Krieg in der Ukraine kann da nicht mithalten, erst recht nicht die Corona-Pandemie. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey hervor.

Rund 48 Prozent Befragten gaben an, ihre größte Sorge sei aktuell die Inflation - ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem April. Damals hatten 40 Prozent der Befragten die Preissteigerungen als Hauptsorge genannt. "Die Sorge der Konsumenten vor weiteren Preissteigerungen verfestigt sich", so McKinsey-Partner Marcus Jacob. Die Angst vor dem Ukraine-Krieg ist dagegen in den vergangenen Monaten geringer geworden. Hatte noch im April jeder dritte Befragte (34 Prozent) die Invasion der Ukraine als größte Sorge bezeichnet, so tat dies im Juni nur noch jeder Vierte (24 Prozent). Trotz der aktuell hohen Infektionszahlen nannte nicht einmal jeder Zwanzigste (vier Prozent) die Corona-Pandemie als seine größte Sorge.

Handelsmarken sind gefragt

Die steigenden Preise haben der Umfrage zufolge bereits spürbare Auswirkungen auf den Alltag vieler Menschen. "Die große Mehrheit - 73 Prozent - hat das Einkaufsverhalten bereits verändert, um zu sparen", berichtete Jacob. Statt teurer Markenartikel landen häufiger die Eigenmarken der Handelsketten in den Einkaufswagen. Statt im Supermarkt oder im Fachgeschäft wird häufiger beim Discounter eingekauft. "Dieser Trend beschleunigt sich", so Jacob.

Weil mehr Geld für Benzin und Lebensmittel ausgegeben werden muss, wird McKinsey zufolge außerdem bei den Ausgaben für Bekleidung und Schuhen, aber auch für Möbel oder Elektronik gespart. Und es wird weniger auf die hohe Kante gelegt. Immerhin 59 Prozent der Befragten gaben bei der Umfrage an, sie würden inzwischen genauer auf den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden achten.

Die Unternehmensberatung McKinsey befragt im Rahmen ihres Consumer Sentiment Surveys seit Beginn der Covid-19-Pandemie regelmäßig Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Für die aktuelle Umfrage wurden vom 8. bis 12. Juni bundesweit mehr als 1000 Menschen befragt.

Schlagworte: Einzelhandel, Umfrage, Coronakrise, Verbraucherverhalten

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