Anzeige
Anzeige

HDE fordert zielgenaue Maßnahmen zur Eindämmung der dritten Coronawelle

09.04.2021

Mit Blick auf die für die kommende Woche angekündigte Änderung im Infektionsschutzgesetz fordert der Handelsverband Deutschland (HDE), die dritte Welle mit zielgenauen Maßnahmen wirksam einzudämmen. Einen möglichen weiteren Lockdown mit Geschäftsschließungen sieht der Verband kritisch, auch weil der Einkauf mit Hygienekonzept nachgewiesenermaßen kein Treiber der Pandemie sei. Positiv bewertet der HDE den Schritt hin zu einem einheitlicheren Rechtsrahmen für das gesamte Bundesgebiet.

„Es ist gut, dass durch einen bundeseinheitlichen Rahmen mehr Übersichtlichkeit und Klarheit in die Regelungen kommen soll. Entscheidend für uns alle ist die rasche Eindämmung der dritten Welle. Dafür sind auch unpopuläre Entscheidungen erforderlich, um die Ansteckungsgefahr genau dort zu reduzieren, wo derzeit die meisten Infektionen stattfinden. Ein erneuter an regionale Inzidenzen geknüpfter Lockdown mit Geschäftsschließungen wäre nur ein ratloses Signal der Verzweiflung. Längst ist klar, dass der Einkauf mit Hygienekonzept nur ein geringes Infektionsrisiko birgt“, argumentiert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die Politik solle nach einem Jahr Pandemie endlich zu zielgenauen Maßnahmen gegen das Virus finden. Gefordert sei jetzt eine grundlegende Neuausrichtung der Coronapolitik, die den generellen Lockdown durch ein evidenzbasiertes Konzept zielgenauer Einzelmaßnahmen, die an den tatsächlich nachgewiesenen Infektionsquellen anknüpfen, ersetzen. Der HDE verweist auf eine aktuelle Studie der TU Berlin, der zufolge es vor allem bei privaten Besuchen, bei der Arbeit oder in Schulen zu Ansteckungen komme. Zudem betont der HDE die Notwendigkeit einer verbindlich festgelegten Öffnungsstrategie, die klar festschreibt, unter welchen konkreten Bedingungen die Beschränkungen wieder zurückgenommen werden. „Wenn die Geschäfte wieder geschlossen werden, dann muss es ein Licht am Ende des Tunnels geben“, so Genth.

Erneute Kritik an staatlicher Krisenhilfe

Zudem sei die finanzielle Not bei vielen Handelsunternehmen nach wie vor groß, die staatlichen Hilfen kämen aufgrund von lange bekannten Fehlern nicht ausreichend dort an, wo sie gebraucht werden. Eine aktuelle HDE-Umfrage aus der vergangenen Woche unter 750 Nicht-Lebensmittelhändlern zeigt, dass knapp 60 Prozent dieser Betriebe ohne weitere staatlichen Hilfen damit rechnen, ihr Geschäft in diesem Jahr aufgeben zu müssen.

Genth: „Es ist allerhöchste Zeit, inhabergeführten Handelsunternehmen endlich die Möglichkeit zur Auszahlung eines Unternehmerlohns einzuräumen. Ansonsten droht vielen Unternehmern der Gang zum Sozialamt.“ Zusätzlich solle die monatliche Begrenzung der Überbrückungshilfe III auf 1,5 beziehungsweise drei Millionen Euro gestrichen und die EU-Beihilfegrenze von derzeit maximal zwölf Millionen Euro erhöht werden. Ansonsten bekämen größere, filialisierte Handelsunternehmen nicht ausreichend Unterstützung, um diese Krise zu überstehen.

Zur News-Übersicht geht es hier.

Mehr Nachrichten zur Coronakrise

Shoppingcenter

Branche im Wartemodus

Die Folgen der Corona-Pandemie bereiten dem stationären Handel große Schwierigkeiten. Das betrifft auch den Shoppingcenter-Markt, der aktuell kaum Dynamik aufweist. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland nur vier Neueröffnungen, so ein neuer Report des EHI.

Studie

Krise befördert Sterben der Innenstädte

Die Verbraucher in Deutschland gewöhnen sich zunehmend daran, Bekleidung sowie Haushaltswaren und -geräte im Internet zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung des ifo-N26-Wirtschaftsmonitors.

Handelsimmobilien

Wie der Lockdown den Retail-Investmentmarkt bremst

Der andauernde Lockdown und die ungewissen Zukunftsaussichten für den stationären Einzelhandel haben das Transaktionsvolumen auf dem Retail-Investmentmarkt im ersten Quartal um gut 69 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum abfallen lassen.

Coronapandemie

Was Verbraucher nach der Krise vom Innenstadthandel erwarten

Nach einer Aufhebung des Lockdowns wollen viele Verbraucher die Stadtzentren nicht mehr nur zum Shoppen aufsuchen, sondern sie zum Beispiel häufiger als Treffpunkt nutzen. Doch die Bedeutung des Innenstadthandels bleibt hoch, die Erwartungen der Kunden steigen sogar noch.

Coronapandemie

Immer mehr Handelsketten verkleinern ihre Filialnetze

MediaMarktSaturn schließt 13 Filialen. Douglas will sogar fast jede siebte Filiale dicht machen. Der Online-Boom reißt immer größere Lücken in den Einkaufsstraßen und Shoppping-Centern.