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Handelsverband Spielwaren "fassungslos" über Coronabeschlüsse

05.03.2021

Die Kritik des Handelsverbands Spielwaren (BVS) an den jüngsten Coronabeschlüssen fällt scharf aus: Bundeskanzlerin, Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ignorierten weiterhin die Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts, der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW), der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sowie Empfehlungen von Hygieneexperten, wonach vom Einkaufen im Einzelhandel keine erhöhte Infektionsgefahr durch das Coronavirus ausgeht.

Die Politik präsentiere einen nicht nachvollziehbaren Plan und verzögere die längst fällige Öffnung der Geschäfte weiter, heißt es. Der BVS-Vorsitzende Wieland Sulzer rechnet mit dem Verschwinden vieler traditioneller Spielwarengeschäfte und erklärt: „Das Drama dabei ist, dass unsere Zwangsschließung nicht einmal Leben rettet. Sicheres Einkaufen ist tagtäglich möglich. Wenn der Lockdown - wie geplant - bis nach Ostern verlängert wird, weitet sich das Sterben in den Innenstädten aus."

Der mittlerweile fast drei Monate andauernde Lockdown im Einzelhandel kostete die betroffenen über 3.000 stationären Spielwaren-Einzelhändler laut BVS schon insgesamt über 300 Millionen Euro. Für immer mehr Unternehmer sei die Entwicklung existenzbedrohend. „Alle Studien und Stellungnahmen, nach denen das Einkaufen im Einzelhandel sicher ist, wurden erneut ignoriert", kritisiert der BVS-Geschäftsführer Steffen Kahnt. „Den Preis hierfür zahlen nicht nur die geschlossenen Unternehmen vor Ort, sondern auch jeder Bürger. Wenn Unternehmen verschwinden, müssen Kommunen demnächst mit weniger Steuereinnahmen auskommen. Künftig wird es wegen der verheerenden Zwangsschließungen zu weiteren Kürzungen bei Schulen, Kindergärten und Schwimmbädern kommen", Kahnt weiter.

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