Anzeige

Handelsverband fordert schnelle Nothilfen für Einzelhändler im Lockdown

24.03.2021

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert die Bundesregierung angesichts der erneuten Verlängerung des Lockdowns für den Nicht-Lebensmittelhandel auf, ihre aktuelle Ankündigung für mehr Coronahilfen jetzt auch schnell umzusetzen. Ansonsten drohe eine Pleitewelle, die viele Innenstädte nicht verkraften könnten.

„Die vom Lockdown betroffenen Händler haben keine Zeit mehr. Es darf jetzt nicht wieder ein endloses Tauziehen zwischen Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium geben. Wenn die Bundesregierung dieses Mal nicht schnell und passgenau liefert, ist es für bis zu 120.000 Geschäfte zu spät“, mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nachdem die Coronanotbremse noch einmal bestätigt wurde, drohe dem Nicht-Lebensmittelhandel angesichts steigender Inzidenzen sogar die Möglichkeit für den Einkauf mit Terminvereinbarung wieder wegzufallen. Genth: „Das können viele Handelsunternehmen nicht mehr stemmen.“

Wie kritisch die Situation für viele Händler ist, zeigt auch eine in der vergangenen Woche durchgeführte HDE-Umfrage unter knapp 1.000 Unternehmen. Demnach sehen sich 54 Prozent der Bekleidungshändler und 58 Prozent der Händler mit Schuhen und Lederwaren in Insolvenzgefahr. „Es droht der massive Verlust von Arbeitsplätzen und kommunalen Steuereinnahmen sowie dauerhaft verödete Stadtzentren. Wer jetzt nicht gegensteuert, zerstört unsere Innenstädte“, so Genth weiter.

Kritik an bisheriger Nothilfe

Die bisherige Nothilfe für die Einzelhändler im Lockdown kritisiert der HDE schon seit Monaten als lückenhaft, zu bürokratisch und zu langsam. Nach wie vor fehle beispielsweise die Möglichkeit zur Auszahlung eines Unternehmerlohns, heißt es. In der Folge wüssten viele Geschäftsinhaber nicht mehr, wie sie ihre privaten Ausgaben weiter bestreiten sollen. Hier drohe oft der Gang zum Sozialamt.

Zudem müssten die monatlichen Höchstbeträge und die EU-Grenzen für größere Handelsunternehmen angehoben werden. „Die Überbrückungshilfen waren nie für eine so lange Zeit konzipiert. Deshalb muss die Bundesregierung hier jetzt schnell aufstocken. Eine rasche Hilfe könnte die Verdoppelung der Auszahlungssummen für den März sein“, so Genth. Weitere Verzögerungen bei den Coronahilfen seien nach einem Jahr Pandemie nicht mehr zu verstehen und inakzeptabel.

Zur News-Übersicht geht es hier.

Mehr Nachrichten zur Coronakrise

Studie

Coronakrise beschleunigt Strukturwandel im Handel

Neue Zahlen des IFH Köln und der Kölner Universität zeigen: Pandemiebedingt wird der Strukturwandel im Handel circa sieben bis acht Jahre früher erfolgen. Geschäftsaufgaben, Onlinewachstum und Formatverschiebungen erfolgen mit nie dagewesener Dynamik.

Coronapandemie

Was Konsumenten bequemes Einkaufen wert ist

Eine Umfrage des IFH Köln und der Kölner Universität zeigt: Bequemlichkeit ist ein wesentlicher Treiber des Konsums. So würden Verbraucher bis zu 15 Euro monatlich zahlen, um Zugang zum Angebot des Onlineriesen Amazon zu erhalten. Nachhaltigkeit steht ebenfalls hoch im Kurs.

Coronapandemie

Oster-Lockdown: Lebensmittelhandel befürchtet lange Schlangen

Die Karwoche ist eine der umsatzstärksten Wochen im deutschen Lebensmittelhandel. Weil jetzt einer der Verkaufstage wegfällt, rechnet der Handel mit noch mehr Ansturm an den verbleibenden Tagen. Der Handel reagiert mit Unverständnis und kritisiert den Oster-Lockdown als kontraproduktiv.

Coronakrise

Wie sich das Einkaufsverhalten im ersten Pandemie-Jahr verändert hat

Ein Jahr Coronakrise hat das Einkaufsverhalten der deutschen Konsumenten verändert: Durch wiederkehrende Lockdowns, vermehrtes Homeoffice und Social Distancing hat sich in Deutschland eine neue Form des Wohlfühlkonsums durchgesetzt.

Pandemie

Wie Coronatest-Angebote des Handels bei Verbrauchern ankommen

Corona-Schnelltests sind derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Im Einzelhandel sind die Tests bereits zu erwerben, zudem planen einige Händler, für Bürger kostenlose Testzentren aufzubauen. Eine aktuelle Umfrage deutet darauf hin, dass diese Angebote positiv auf das Markenimage wirken.