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Handelsketten wehren sich gegen härteren Lockdown

14.04.2021

Mehrere große deutsche Textilhändler wehren sich gegen die Pläne der Bundesregierung, im Infektionsschutzgesetz bei hohen Inzidenzzahlen einen härteren Lockdown für den Einzelhandel festzuschreiben. "Der Politik fällt wieder einmal nichts anderes ein, als den Einzelhandel zu schließen. Das ist keine Strategie – das sind willkürliche Maßnahmen, die auf dem Rücken einzelner Branchen und der Mitarbeiter ausgetragen werden", sagte der Chef des Modeunternehmens s.Oliver, Claus-Dietrich Lahrs, der Deutschen Presse-Agentur.

Lahrs klagte, auch im neuen Entwurf zum Infektionsschutzgesetz werde der Handel pauschal als Infektionstreiber eingeordnet. Dabei sei längst klar, dass dies jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehre.

Der Chef der Textilkette Ernstings family, Timm Homann, sprach von einem "Totalversagen des politischen Krisenmanagements". Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes werde mit Argumenten begründet, die längst widerlegt seien. Für den Handel bedeuteten die Pläne der Bundesregierung eine weitere komplett verlorene Saison mit unverkaufter Ware und horrenden Kosten. Gleichzeitig gebe es keine seriösen Hilfestellungen für den Handel. "Was hier passiert, kommt einer Enteignung gleich", sagte Homann. Jetzt könne nur die Judikative "diesen Irrsinn beenden".

Verluste von 30 Millionen Euro pro Woche

Der Chef des Textil-Discounters Kik, Patrick Zahn, sagte, er sei bereit, einen kurzfristigen harten Lockdown mitzutragen. "Aber so wie die Änderungen im Infektionsschutzgesetz nun angelegt sind, ist es keine wirkliche Perspektive aus dem Lockdown heraus." Schon wieder würden einige Branchen unverhältnismäßig hart getroffen, während weite Teile der Wirtschaft uneingeschränkt oder mit nur sehr geringen Einschränkungen weiterarbeiten könnten.

"Wir verlieren im Lockdown im Durchschnitt rund 30 Millionen Euro pro Woche. Bislang haben wir in der Pandemie rund 200 Millionen Euro an Eigenkapital eingebüßt", klagte Zahn. Dies schwäche die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die Politik werde sich der Frage stellen müssen, wer für die immensen Schäden aufkomme, die durch scheinbar völlig kopfloses Krisenmanagement entstünden.

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