Wachsendes Geschäft mit Touristen

Deutschland ist ein beliebtes Reiseziel. In zehn Jahren hat sich die Zahl der Shoppingtouristen fast um die Hälfte vergrößert. Bei den Nicht-EU-Touristen, die in den Genuss von Tax-Free-Shopping kommen, beträgt das Wachstum sogar 75 Prozent, so eine neue Studie.

21.05.2019

© David Prado/Stock Adobe

Die konsumfreudigen Chinesen stellen mit einem Anteil von 40,8 Prozent an den Tax-Free-Umsätzen in Deutschland die wichtigste Gruppe der Shopping-Touristen dar.

„Gerade kleinere stationäre Einzelhändler kämpfen gegen Onlineriesen. Großes Potenzial haben in diesem Zusammenhang internationale Shoppingtouristen. Sie suchen auf ihren Reisen vor allem Erlebnisse, die sie zu Hause und online nicht erfahren können“, sagt Jürgen Strobl, Managing Director des Tax-Free-Shopping-Dienstleisters Global Blue Deutschland, in dessen Auftrag das EHI die Studie „Shopping-Tourismus“ durchgeführt hat. 

Im Jahr 2008 freuten sich deutsche Händler über 15,7 Millionen ausländischer Touristen. Zehn Jahre später ist diese Zahl bereits um 45 Prozent auf 22,9 Millionen gestiegen. Die Anzahl der Nicht EU-Touristen und damit Tax-Free-Shoppern ist im selben Zeitraum um 75 Prozent auf 16,1 Millionen angewachsen. Dementsprechend ist der Umsatz mit Tax-Free-Einkäufen von knapp einer Milliarde auf fast 2,6 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen – Wachstumsraten, die für den Einzelhandel insgesamt in Deutschland geradezu paradiesisch sind. Eine Besonderheit stellt das Jahr 2015 dar. Durch verschärfte Importzölle in China war es zu Vorwegnahme-Effekten gekommen, die dem deutschen Handel die Rekordsumme von 3,6 Milliarden Euro für Tax-Free-Einkäufe in die Kassen spülte, so die Studienautoren.  

Konsumfreude und Konzentration

Die konsumfreudigen Chinesen stellen mit einem Anteil von 40,8 Prozent an den Tax-Free-Umsätzen in Deutschland die wichtigste Gruppe der Shopping-Touristen dar. Es folgen Russland mit zwölf Prozent und die Golfstaaten mit 10,9 Prozent. Die Shoppingtouristen zieht es hauptsächlich in die deutschen Metropolen München, Berlin und Frankfurt. Diese Städte vereinen mehr als 50 Prozent der Umsätze auf sich.

Die wichtigsten Warengruppen sind Uhren und Schmuck sowie Mode, die zusammen mehr als 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Soziale Medien wie Facebook, Instagram oder WeChat zeigen besonders der jungen Generation zunehmend, dass Shopping mehr als Markenluxus ist und stellt den Erlebniswert in den Vordergrund – eine Chance für breitere Händlergruppen am Potenzial des Tax-Free-Shoppings zu partizipieren. 

Wo Potentiale liegen und mit welchen Maßnahmen Einzelhändler Shoppingtouristen erreichen können, erklärt ein Whitepaper, das hier zum kostenlosen Download bereit steht. 

Schlagworte: Einzelhandel, Handel, Studie, Touristen, EHI Retail Institute

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