Kundenbindung per Cashback

Über elf Millionen in Deutschland lebende Verbraucher entscheiden sich inzwischen oftmals für den Bargeldbezug an der Ladenkasse. Über ein Viertel (27 Prozent) wählt sogar seine Einkaufsstätte danach aus, ob Cashback angeboten wird oder nicht, so eine neue Studie.

21.05.2019

© Glory

Bargeld an der Ladenkasse abzuheben, ist bequem und spart Zeit.

Insbesondere auf dem Land, wo die Dichte an Geldautomaten geringer ist, gewinnt Cashback an Bedeutung. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „Cash Back Nutzung in Deutschland“ des Marktforschungsunternehmens Kantar, die im Auftrag des Bargeld-Dienstleisters Glory durchgeführt wurde. Eines der Untersuchungsziele war es herauszufinden, wie sich eine bargeldliebende Gesellschaft, in der über die Hälfte (53 Prozent) der Shopper im stationären Handel bevorzugt bar bezahlt, mit Bargeld versorgt. 

„Für Händler ist der Trend zur ‚Ladenkasse als Bargeldquelle‘ eine gute Nachricht“, betont Thomas Rausch, Sales Director Germany von Glory. „Denn sie können diese Entwicklung gewinnbringend für sich nutzen: Einerseits um ihre Bargeldbestände drastisch zu reduzieren, und somit Kosten bei der Bargeldverarbeitung einzusparen – andererseits um durch Cashback als Serviceangebot ihre Attraktivität für Kunden zu steigern." 

Komfortabel an der Kasse

An rund 50.000 Ladenkassen in etwa 20.000 Geschäften in Deutschland wird Cashback angeboten, so die Studienautoren. Vier von fünf (79 Prozent) der im Januar 2019 befragten Verbraucher kennen diesen Service bereits und fast ein Viertel (24 Prozent) nutzt die Möglichkeit des Bargeldbezugs am POS gelegentlich bis regelmäßig. Am häufigsten werden dabei Beträge bis 100 Euro abgehoben. Ein Viertel der Bezüge machen Beträge über 100 bis 200 Euro aus. 

Besonders zu schätzen wissen die Cashback-Nutzer, dass der Service den Weg zum Geldautomaten überflüssig macht (63 Prozent), keine Gebühren anfallen (54 Prozent) – wie es hingegen an vielen Geldautomaten der Fall ist – sowie die Zeitersparnis (22 Prozent), wenn sich Einkauf und Bargeldbezug verbinden lassen. Die Gebühren sind laut der Umfrage für die Landbevölkerung weniger relevant als für die Städter (17 vs. 25 Prozent). Ihnen ist es offensichtlich wichtiger, überhaupt auf eine nahegelegene Bargeldquelle zugreifen zu können. Umso verständlicher ist es, dass mit 28 Prozent regelmäßiger Nutzer die Akzeptanz für Cashback auf dem Land am höchsten ist. Und von denjenigen, die Cashback noch nicht kennen, würde jeder Zweite (49 Prozent) den Service nutzen, wenn er in den Geschäften angeboten wird, in denen er bevorzugt einkauft. In der Stadt liegt der Vergleichswert bei 39 Prozent. 

Junge Intensivnutzer

Ein genauerer Blick auf die Studienergebnisse zeigt zudem, dass Cashback nicht nur ein Serviceplus für die jüngere Generation ist. Zwar nutzen junge Verbraucher bis 30 Jahre Cashback intensiver – 30 Prozent sogar bei jedem zweiten bis dritten Einkauf – doch auch Ältere greifen regelmäßig auf den Bargeldservice an der Kasse zurück. Immerhin 35 Prozent der 51- bis 64-Jährigen nutzen bei jedem vierten bis fünften Einkauf die Möglichkeit, Bargeld am PoS zu beziehen. Jüngere heben dabei häufiger kleinere Summen ab, während ältere Nutzer Beträge bis 200 Euro bevorzugen. Der höchste Anteil der Cashback-Nutzer findet sich unter den 31- bis 40-Jährigen – insbesondere bei den Vollzeitbeschäftigten, die vermutlich durch Job und Familie stark eingebunden sind: Ein Drittel (32 Prozent) im „Hochleistungsalter“ nutzt den Bargeldservice gelegentlich oder regelmäßig. 

Sofern es dem Handel gelingt, vorhandene Nutzungsbarrieren abzubauen, könne Cashback noch stärker genutzt werden, so die Studienautoren. Denn mehr als die Hälfte der Verbraucher kennt Cashback zwar, nutzt es aber nicht. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. So geben Jüngere oft an, dass in den Geschäften nicht erkennbar sei, ob der Service angeboten wird. Bei älteren Verbrauchern sind es meist Sicherheitsbedenken, die sie von der Nutzung abhalten. Sie empfinden die Bargeldmitnahme an der Kasse nicht als anonym genug. Wäre die Privatsphäre besser geschützt, würde fast jeder Zweite (44 Prozent) Cashback häufiger nutzen. Für Bewohner auf dem Land spielt auch die Entfernung zur nächsten Bankfiliale eine Rolle: 30 Prozent würden Cashback öfter in Anspruch nehmen, wenn der Weg zur Filiale weiter wird. 
 

Schlagworte: Einzelhandel, Point of Sale, Payment, Bargeld, Studie

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