ECR Award 2015: So sehen Sieger aus

In vier Kategorien ist zum 13. Mal in Bonn der begehrte ECR Award vergeben worden. Preise konnten unter anderem Netto, Edeka, Vion, Rewe Group, Lorenz Bahlsen Snack-World und Mars Deutschland abräumen.

Von Jérôme Hördemann 24.09.2015

© GS1 Germany

Die Preisträger in der Kategorie Einzelunternehmen: Mars Deutschland.

Auch bei der 13. Auflage des ECR Awards am Dienstagabend im Kameha Grand Bonn zeichnete GS1 Germany wieder ausgewählte Unternehmen und Persönlichkeiten aus Industrieg und Handel aus. Die Gemeinsamkeit der Preisträger: Alle bestechen mit herausragenden Konzepten für “Efficient Consumer Response” (ECR), das heißt für partnerschaftlich optimierte Wertschöpfungsketten im Sinne der Verbraucher. In den folgenden Kategorien wurden die Preise im Rahmen einer feierlichen Gala mit rund 400 Gästen vergeben:

Unternehmenskooperation Supply Side:
Mit einem konsequent umgesetzten Cross-Docking-Konzept haben die Partner Vion, Netto und Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen einen Meilenstein für die komplexe Ultrafrische-Logistik gesetzt. Gemeinsam mit den weiteren Partnern Friki, Euro Fine Fish, Erich Geiger Gruppe und Artland sowie den Speditionen Eurofresh und G&P haben sie die Lieferkette für hochsensible 2 Grad-Produkte flächendeckend optimiert. Und das mit messbaren Effekten: um 50 Prozent gestiegene Lkw-Auslastung, 60 Prozent weniger Rampenkontakte, um 15 Prozent erhöhte Lieferperformance und Halbierung des CO2-Ausstoßes. Im Sommer 2010 gestartet, ist das Projekt Anfang 2015 ins bundesweite, operative Geschäft übergegangen. Für die enormen Bündelungseffekte und den ganzheitlichen Kooperationsansatz gab es die volle Anerkennung der Jury.

Unternehmenskooperation Demand Side:     
Getreu dem Motto „Kontinuität zahlt sich aus“ hat die Rewe Group Buying gemeinsam mit Lorenz Bahlsen Snack-World im Jahr 2008 eine Category Management-Kooperation gestartet, die heute zu den deutschlandweit erfolgreichsten zählt. Ziel war es, die Warengruppe der salzigen Snacks konsequent an den Bedürfnissen der Shopper auszurichten. Das nachhaltig umgesetzte Konzept überzeugte Jury und Verbraucher: Bis 2014 ist der Umsatz von salzigen Knabbereien bei Rewe um durchschnittlich 13 Prozent pro Jahr gestiegen und damit beinahe doppelt so stark wie im Snackmarkt insgesamt. Der Rollout gelang bis 2014 in rund 3.000 Rewe-Filialen. 2.000 Umbauten fanden dabei in einem Zeitraum von nur sechs Wochen statt – der bundesweit bislang umfassendste Rollout seiner Art.

Einzelunternehmen:
Mars Deutschland
 ist überzeugt: „Gegenseitiger Nutzen ist gemeinsamer Nutzen – gemeinsamer Nutzen ist von Dauer“. ECR ist darum ein wichtiger Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie und der Kooperationsgedanke gelebte Praxis in der täglichen Arbeit. Ob regelmäßiger, weit über das branchenübliche Maß hinausgehender Austausch mit Geschäftspartnern, gezielter Aufbau von Category Management-Wissen, Erhöhung der Regalverfügbarkeit, Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs für nachhaltige Produktion, konsequente Zusammenarbeit mit dem Handel oder Messung der Liefer-Performance – mit verschiedenen Maßnahmen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag, die gesamte Wertschöpfungskette im Sinne des Verbrauchers kooperativ zu optimieren. Ein preiswürdiges Engagement, so die Jury.

Unternehmenspersönlichkeit:  
Seit vielen Jahren setzt die Edeka Minden-Hannover Zeichen bei der Kooperation zwischen Handel und Industrie im Sinne des ECR-Gedankens. Das wurde maßgeblich durch Mark Rosenkranzermöglicht, dem Sprecher des Vorstands der Edeka Minden-Hannover. Er wurde deshalb als ECR-Unternehmenspersönlichkeit des Jahres 2015 ausgezeichnet. Der gebürtige Ostwestfale trieb zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen die Umsetzung von ECR-Strategien und Shopper-Orientierung innerhalb der umsatzstärksten Edeka-Region systematisch voran. So gelang unter seiner Führung die nachhaltige Implementierung kooperativer Category Management-Projekte – insbesondere im selbständigen Einzelhandel. Mark Rosenkranz lernte das Geschäft von der Pike auf bei Reinkensmeier in der Fruchthalle Bad Oeynhausen und weiß, was der Einsatz am Kunden Tag für Tag verlangt. Entsprechend stellte er innerhalb seiner Organisation ausreichend Ressourcen und Freiräume bereit, sodass sein Team alle Bereiche der Value Chain optimieren und Potenziale erschließen konnte – von Stammdaten über Supply Chain Management bis Category Management.

Schlagworte: ECR, ECR Award 2015

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