Onlinemarketing

Schaufenster im Netz

Schon zu Beginn des Jahres hat sich das Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Handel in den Sichtbarkeitswochen damit beschäftigt, wie Händler im Internet präsenter werden können. Die Coronakrise hat diese Notwendigkeit noch einmal verstärkt.

Von Carina Freundl, Projektreferentin Mittelstand 4.0 – Kompetenz­zentrum Handel am ­Forschungsinstitut Ibi Research 10.11.2020

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Wichtig ist, dass Händler sich vorab genau darüber klar werden, wen sie erreichen möchten. Je nach Zielgruppen sind dann die passenden Onlinemarketing-Maßnahmen auszuwählen.

Stationäre Händler stehen so stark unter Druck wie nie zuvor. Der fortlaufende Trend hin zum Onlineshopping nimmt den Läden vor Ort ihre Kunden. Mit der Coronakrise und den vorübergehenden Ladenschließungen hat sich die Situation noch mal deutlich verschärft. Aber auch Onlinehändler buhlen um die Gunst ihrer Kunden, der Konkurrenzkampf ist groß. Um wettbewerbsfähig bleiben zu können, ist es unabdingbar, neue Kunden zu gewinnen. Dazu müssen diese jedoch erst einmal auf den jeweiligen Händler aufmerksam werden. Digitale Sichtbarkeit leistet dazu einen erheblichen Beitrag.

Es ist eine Situation, die vielen von uns bestimmt bekannt vorkommt: Man ist unterwegs, um eine mehrere Kilometer entfernt wohnende Freundin zu besuchen, und plötzlich fällt es einem siedend heiß ein: Die Flasche Wein, die man eigens für den gemeinsamen Abend besorgt hatte, steht noch zu Hause. Um nicht mit leeren Händen anzukommen, macht man sich also auf die Suche nach einem Weinhändler oder einem Getränkemarkt in der Nähe. Und wo findet diese Suche statt? Natürlich online über das Smartphone. Sogleich erscheinen zahlreiche Suchergebnisse mit Händlern in der Umgebung, deren Öffnungszeiten und Angeboten. Die Händler, die in dieser Auflistung nicht auftauchen, verlieren einen potenziellen Kunden.

Ein Drittel der KMU ohne eigene Webseite

Andere Situation: Das mittlerweile in die Jahre gekommene Smartphone soll durch ein neueres Exemplar ersetzt werden – bestenfalls zu einem möglichst günstigen Preis. Auch hier wird eine Onlinesuche bemüht und die Wahl fällt letztendlich vermutlich auf jenen Händler, der unter den ersten Ergebnissen enthalten ist und das beste Angebot bereithält.

In beiden Fällen entscheidet also ein Faktor darüber, ob ein neuer Kunde gewonnen wird: Wie gut ist mein Unternehmen im Internet sichtbar? Gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben in dieser Hinsicht häufig noch Nachholbedarf.

Eine Studie von YouGov und Google ergab beispielsweise, dass 34 Prozent der KMU derzeit keine eigene Webseite besitzen. Das Örtliche und die Search & Information Industry Association bemängelten 2018, dass nahezu alle Online-Auftritte der von ihnen untersuchten Unternehmen Mängel aufwiesen. Social-Media-Auftritte waren zu diesem Zeitpunkt größtenteils noch gar nicht vorhanden. Derweil entwickelt sich die digitale Präsenz eines Händlers immer mehr zu seiner Visitenkarte. Deswegen müssen sich alle Händler mit dem Thema Internet und digitale Sichtbarkeit auseinandersetzen.

Doch wo fange ich am besten an? Wichtig ist, dass Händler sich vorab genau darüber klar werden, wen sie erreichen möchten. Je nach Zielgruppen sind dann die passenden Onlinemarketing-Maßnahmen auszuwählen. Dazu gehören beispielsweise:

Eigene Webseite

Die eigene Webseite ist auch für KMU mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Sie ist die digitale Visitenkarte und der erste Anlaufpunkt potenzieller Neukunden. Zur Grundausstattung gehören eine kurze Beschreibung des Unternehmens, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten. Es ist jedoch dringend zu empfehlen, sich hier breiter aufzustellen und den eigenen Internetauftritt auszugestalten.

Kartendiensteinträge

Der wichtigste Kartendienst in Deutschland ist Google Maps. Um über die Google-Suche gefunden zu werden, müssen Händler einen Eintrag bei „Google My Business“ anlegen. In einer Art Steckbrief erfahren Kunden darüber nicht nur die Adresse des Geschäfts, sondern auch die Öffnungszeiten und mögliche Angebote. Mithilfe von Fotos und Videos gewinnen sie einen ersten Eindruck vom Ladengeschäft.

Suchmaschinenmarketing (SEM)

Wie der Name schon verrät, steht hier die Suchmaschine selbst – meist Google – im Fokus. SEM lässt sich in die beiden Disziplinen Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA, Search Engine Advertising) unterteilen. Ziel ist es, in den Suchergebnissen weit oben aufzutauchen. Dazu sind Struktur und Inhalte der Webpräsenz auf bestimmte Suchbegriffe (Keywords) anzupassen und Anzeigen zu bestimmten Keywords zu schalten.

E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing überzeugt durch sein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Registrierte Kunden erhalten regelmäßig Informationen zu Angeboten, Unternehmensneuigkeiten, Veranstaltungen und Aktionen per E-Mail.

Social-Media-Marketing

Die sozialen Medien sind mittlerweile fest im Mediengebrauch der Kunden verankert. Nahezu alle Altersgruppen sind bei Facebook, Instagram und Co. vertreten. Je nach Kanal erreichen Händler dort unterschiedliche Zielgruppen. Auch die Vorgehensweise unterscheidet sich stark. So adressieren zum Beispiel Inhalte bei XING und LinkedIn eher Fachkräfte und können zur Personal- und Partnergewinnung genutzt werden. Beiträge bei der Fotocommunity Instagram können dahingegen eher das Produkt in den Mittelpunkt stellen.

Onlinemarketing und digitale Sichtbarkeit sind Maßnahmen, denen sich kleine und mittelständische Händler nicht länger verschließen dürfen. Das Internet wird mehr und mehr zum ersten Kontaktpunkt eines Kunden mit dem Unternehmen. Wer dort nicht vertreten ist, verliert in Zukunft den Anschluss und kann mit der Konkurrenz nicht mithalten.

Für Einsteiger sind die fast unendlichen Möglichkeiten jedoch oft nur sehr schwer zu überblicken. Daher hat das Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Handel wichtige Fakten und Tipps zum Thema digitale Sichtbarkeit in einem Infoblatt zusammengefasst. 

Das Infoblatt mit wichtigen Fakten zum Thema digitale Sicht­barkeit finden Sie hier.

Schlagworte: Mittelstand 4.0

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