Gefährliche Stoffe

Behörden kontrollieren Online-Angebote

Die EU-Überwachungsbehörden für Chemikalienrecht haben den Start eines umfangreichen Überwachungsprojekts bekanntgegeben. Im Fokus stehen die Angebote von Online-Shops und Verkäufern auf Handelsplattformen wie Ebay und Amazon.

19.02.2020

© Dekra

Die Überwachungsbehörden für Chemikalienrecht wollen Online-Shops schärfer kontrollieren.

Experten der Dekra raten allen Betreibern von Online-Shops, ihre Angebotsinformationen, Kennzeichnungen und die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten zu überprüfen. Die Behörden werden die Einhaltung von Kennzeichnungsvorschriften für Gefahrstoffe wie Reiniger, Klebstoffe und ähnliche Chemieprodukte prüfen. Zudem ist geplant, die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten in Produkten wie Spielzeug und Textilien zu kontrollieren. Hintergrund: Bei einem Pilotprojekt im Jahr 2017 waren 82 Prozent der Angebote nicht rechtskonform.  

Die aktuellen Kontrollen haben laut Dekra drei Schwerpunkte: Erstens werden Online-Angebote von Chemieprodukten wie Reinigern, Klebstoffen und Ähnlichem auf die korrekte Kennzeichnung gemäß Art. 48 der CLP-Verordnung über Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen geprüft. Dabei ist es wichtig, dass der Abnehmer die volle Gefahrstoffkennzeichnung mit Piktogramm, Signalwort und H-Sätzen im Wortlaut zwingend sehen muss, bevor er den Artikel für den Kauf auswählt.

Zweitens werden die Überwachungsbehörden die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten gemäß Chemikalienverordnung Reach Anhang XVII in Erzeugnissen kontrollieren. Dies betrifft beispielsweise Grenzwerte für Azo-Farbstoffe in Textilien oder Phthalat-Weichmacher in Spielzeugen und Babyartikeln. Dazu werden die Behörden entsprechende Produkte kaufen und in Laboren untersuchen lassen.

Drittens sollen auch Online-Angebote für Biozidprodukte wie Desinfektionsmittel daraufhin überprüft werden, ob die Vorgaben der EU-Biozidprodukteverordnung eingehalten werden. Verstöße, die im Rahmen dieses Überwachungsprojekts aufgedeckt werden, werden von den Behörden gemäß der nationalen Vorschriften sanktioniert. Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht können zu Geldbußen führen, Verstöße gegen Schadstoffgrenzwerte sogar zu Strafverfahren, so die Dekra.

Dekra-Experte Jochen Dettke rät: „Betreiber von Online-Shops und Verkäufer auf Online-Plattformen wie Ebay oder Amazon sollten dringend prüfen, ob ihre Angebot die vorgeschriebenen Informationen enthalten. Falls nicht, sollte schnellstmöglich nachgebessert werden.“

Mehr Informationen gibt es hier.

Seit mehr als 90 Jahren arbeitet die Dekra für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. ist eine weltweit tätige Expertenorganisation geworden. Die Dekra SE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Dekra e.V. und steuert das operative Geschäft des Konzerns. Im Jahr 2019 hat die Dekra nach eigenen Angaben einen Umsatz von voraussichtlich mehr als 3,4 Milliarden Euro erzielt. Rund 46.000 Mitarbeiter sind in mehr als 60 Ländern auf allen fünf Kontinenten im Einsatz. Mit unabhängigen Expertendienstleistungen arbeiten sie für die Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause. Das Portfolio reicht von Fahrzeugprüfungen und Gutachten über Schadenregulierung, Industrie- und Bauprüfung, Sicherheitsberatung sowie die Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen bis zu Schulungsangeboten und Zeitarbeit.

Schlagworte: Onlinehandel, Onlineshops

Kommentare

  • Klaus Peter

    Da wird´s schon lange Zeit, dass diese Produkte im Fokus stehen.
    Chemieprodukte, Hautpflegemittel usw. usw. über Amazons Marketplace in China kaufen? Kein Problem.
    Was da drin ist? Weiß vermutlich nicht mal der Hersteller...
    Genauso ist es mit eBay, Alibaba/Aliexpress u.a.

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    28.10.2020, 08:43 Uhr
    • Michael Vogel

      Diese Überbürokratisierung macht nur einen Haufen Arbeit und Niemand wird es lesen, beachten oder interessiert sich dafür, genau so wie für den Cookie-Unsinn oder dem überkandidelten Datenschutz.
      Das ist nur für Annwälte, Sicherheitsfutzis und Abmahner wichtig.
      Der Verbraucher versteht es nicht weil es viel zu kompliziert und aufgebläht ist so das ihm nach dem ersten Satz die Lust am lesen verliert








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      28.10.2020, 08:43 Uhr
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