Die Ware leben: Sprung ins Glück

Die Begegnung mit dem Trampolin hat Uwe Natterers Leben verändert. Das Auf und Ab bescherte dem ehemaligen Polizisten nicht nur das Ende seiner Schmerzen, sondern auch einen neuen Beruf.

Von Martin Jahrfeld 25.01.2016

© Roman Meyer

Auf dem Trampolin in ein neues Leben: Händler Uwe Natterer glaubt an das Hüpfen.

Rückenschmerzen können hartnäckig sein. Und der Gang zum Arzt bietet längst nicht immer die Lösung. „Vier Ärzte, fünf Meinungen“, erinnert sich Uwe Natterer, der irgendwann keine Lust mehr hatte, das nächste Medikament und die nächste Überweisung abzuwarten, und sich lieber dem Rat eines Freundes anvertraute: „Versuch es doch mal mit Trampolinspringen.“

Seine schweren, nach ärztlicher Meinung kaum mehr zu therapierenden Rückenprobleme sind für ihn heute nur noch eine ferne Erinnerung. Die Empfehlung des Freundes hat dem ehemaligen Polizisten nicht nur ein besseres Körpergefühl, sondern auch eine neue wirtschaftliche Basis beschert. Nach einer Ausbildung zum Trampolintherapeuten und -trainer in der Schweiz eröffnete er zunächst in Erlangen und Bamberg einen Trampolinladen, bevor es ihn 2010 nach Nürnberg zog. Dort ist der Name seines Ladenlokals in der Altstadt Programm: „Lebenslust“ steht für die wiedergewonnene Freude an Bewegung und Körpergefühl. In dem 90 Quadratmeter großen Geschäft bietet er verschiedene Modelle an, die sich bei Gewicht, Federung, Größe und Farbe unterschiedlichsten Kundenwünschen anpassen.


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Denn ein gutes Trampolin ist wie ein Maßanzug, es muss dem Körper des Nutzers entsprechen. Und das leistet nicht unbedingt jedes Gerät: „Es gibt bereits Trampoline für unter 300 Euro aus asiatischer Massenproduktion. Bei denen muss man dann auch gewisse Abstriche in Kauf nehmen“, sagt der Experte. Entscheidend für die Qualität seien die Aufhängung und die Elastizität der Gummiseile. Weil er sich so viel mit der Materie beschäftigt hat, kam er schließlich auf die Idee, selbst ein Trampolin zu entwickeln. „Lebelin“ heißt die Eigenmarke, die der Händler in Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerkern herstellen lässt. Natterer träumt davon, jedes bayerische Krankenhaus mit einem Trampolin zur freien Verfügung für Angehörige und Pflegepersonal zu versorgen. Eine entsprechende Crowdfundingaktion zur Finanzierung der Idee hat er bereits gestartet. Mehr noch als an Therapie liegt ihm jedoch an Prävention: Als Berater und Trainer in Unternehmen versucht er, Chefs und Mitarbeiter von der vorbeugenden Wirkung des regelmäßigen Hüpfens zu überzeugen.

Doch längst nicht jeder Interessent, der neugierig auf die Sportgeräte geworden ist, zeigt sich von ihrer Heilwirkung sogleich überzeugt. Viele lauschen den Erklärungen des Experten zunächst kritisch. Natterer verfügt jedoch über genügend Begeisterung, um auch skeptische Kunden von der wohltuenden Wirkung der Geräte zu überzeugen. „Die Lebensfreude, die ich durch das Trampolinspringen neu gewonnen habe, will ich auch an andere weitergeben“, sagt der Unternehmer, zu dessen treuesten Kundinnen eine inzwischen 96 Jahre alte Dame gehört, die das Trampolinspringen erst im Alter von 91 Jahren entdeckt hat und seitdem nicht mehr davon lassen will.

Schlagworte: Die Ware leben, Gesundheit, Handelshelden

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