Die Ware leben: Einladung zum Lümmeln

Wer Betten und Matratzen verkauft, agiert in einem engen Markt voller Rabattaktionen und Sonderverkäufe. Sebastian Brunzema hat dort seinen eigenen Weg gefunden. Und ist damit sehr erfolgreich.

Von Martin Jahrfeld 25.11.2015

Der Name klingt gewöhnungsbedürftig. Eine Schlafunterlage unter dem Titel „Lümmelwiese“ auf den Markt zu bringen, erfordert einiges an Courage. Doch Sebastian Brunzema sieht sich damit auf dem richtigen Weg. Der 42-Jährige hat nicht nur eine von ihm entwickelte Matratze so benannt. Auch sein Unternehmen trägt diesen Namen. In und um Kempen, einer niederrheinischen Kleinstadt zwischen Krefeld und Venlo, ist das Fachgeschäft Lümmelwiese eine etablierte Adresse. „Wir bieten beste Bettenqualität mit fundierter Beratung. Keine Discountware mit ständigen Sonderrabatten, sondern ehrliche, hochwertige Angebote“, erläutert der Chef, der sich 2003 selbstständig gemacht hat und in dieser Rolle mehr als glücklich ist.


„Der Name polarisiert und bleibt im Gedächtnis.”  Sebastian Brunzema, Inhaber des Geschäfts „Lümmelwiese“


Der Weg dahin war etwas kurvig, am Ende aber doch konsequent: Ausbildung in einem Wuppertaler Bettenfachgeschäft, Jahre als Filial- und Bezirksleiter, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, Ausflug an die Uni als Student der Wirtschaftspädagogik. Am Ende zog es ihn in den Einzelhandel zurück. „Irgendwann habe ich mich gefragt, was ich am besten kann. Und das war zweifellos das Geschäft mit Betten und Matratzen. Ich hatte einfach das Gefühl, hier viel bewegen zu können“, bilanziert der gebürtige Wuppertaler.

Aber Lümmelwiese? Schreckt das die Leute nicht doch ein wenig ab? „Eher im Gegenteil“, sagt Brunzema. Das Laufpublikum vor den Schaufenstern würde zwar manchmal den Kopf schütteln, aber auf jeden Fall stehen bleiben und darüber diskutieren. „Der Name polarisiert und bleibt im Gedächtnis. Zwischen den profillosen Namen anderer Anbieter sticht er absolut heraus.“ Mit Marketing allein ist es nicht getan.

Mitarbeiter haben eine Fachausbildung

Jeder Matratzenkunde weiß: Der Kauf einer neuen Schlafunterlage ist eine mitunter hoch komplizierte Angelegenheit, die längst nicht immer optimal verläuft. Ständig scheint es neue Textilien, Bezüge, Stoffe und Technologien zu geben, die den Schlaf zu optimieren versprechen, meist aber nur verunsichern und verwirren. „Ein neues Auto zu kaufen, ist weniger kompliziert“, glaubt auch Brunzema, der mit kompetenter Beratung und entspannter Atmosphäre dagegensetzt.

Anders als bei vielen Wettbewerbern üblich, verfügen seine drei Mitarbeiter über eine Fachausbildung und werden regelmäßig geschult. In seinem 350 Quadratmeter großen Geschäft sorgen grüner Kunstrasen und blaue Wandfarben für wohlige Gefühle. „Gute Beratung ist alles. Damit gewinnen wir auch die einkommensstarken Kundengruppen. Dann muss man auch nicht im Preiskampf gegen die Discounter antreten“, argumentiert der Unternehmer.

Sein nächstes Ziel: die Hotellerie überzeugen

Mit einer selbst entwickelten Wendematratze, die über eine harte und eine weiche Seite verfügt, will er nun die Hotellerie überzeugen. Hoteliers, die auf die individuellen Schlafgewohnheiten ihrer Gäste eingehen, würden einen echten Mehrwert bieten können, so sein Verkaufsargument. Brunzemas Projekt scheint auf einem guten Weg. Vor wenigen Monaten wurde seine Matratze für den German Design Award nominiert.


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Schlagworte: Handelshelden, Die Ware leben, Matratzen

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